Beratung 06.12.2013, 01:00 Uhr

Traditionen überdenken – Weniger Weihnachtsstress für Ingenieure

Jetzt sind es nur noch wenige Wochen bis Weihnachten und so sehr sich viele von uns auf das Fest und ein paar Tage zum Ausspannen freuen, so sehr ist uns auch bewusst, dass wir uns das Weihnachtsfest hart verdienen müssen – auch Ingenieure kennen Weihnachtsstress. Wer jedoch bereit ist, neue Wege zu gehen und an seiner Einstellung zu arbeiten, kann den Weihnachtsstress verhindern.

Auch Ingenieure kennen Weihnachtsstress.

Auch Ingenieure kennen Weihnachtsstress.

Foto: TongRo Images / Thinkstock

Jetzt sind es nur noch wenige Wochen bis Weihnachten und so sehr sich viele von uns auf das Fest und ein paar Tage zum Ausspannen freuen, so sehr ist uns auch bewusst, dass wir uns das Weihnachtsfest hart verdienen müssen – auch Ingenieure kennen Weihnachtsstress. So scheint es in den Wochen zuvor immer so, als würde sich der Verkehr auf den Straßen verdoppeln, der Stress im Büro vervielfachen und von den Aufgaben im familiären Umfeld wollen wir erst gar nicht reden.

Adventskaffeetrinken bei Freunden, für die natürlich ein Präsent zu besorgen ist, das Haus und gegebenenfalls auch noch die Tanne davor müssen weihnachtlich geschmückt werden, der Nikolaus steht bei einigen auch noch im Kalender und dann natürlich die Rennerei um die Weihnachtsgeschenke, wobei es gilt, möglichst die vom Vorjahr zu toppen. Da ist das Schleppen von Einkaufstüten, Wasserkästen und Weinkisten kurz vor dem Fest fast schon das kleinste Übel beim Weihnachtsstress.

Weihnachtsstress entsteht durch Traditionen

Wie gerne würden wir uns von all diesen Belastungen befreien, und wie weit sind wir davon entfernt, irgendetwas zu ändern. Denn, was Tradition ist, soll schließlich erhalten bleiben, und Ehepartner, Kinder und Eltern haben Erwartungen, die erfüllt werden müssen, wenn das Fest nicht in Rauch aufgehen soll. Weihnachten wird zur Inszenierung des Stückes „Eine perfekte Familie feiert ein perfektes Weihnachten“. Weihnachtsstress lässt sich so auch für Ingenieure kaum vermeiden.

Der Drang nach Perfektion ist es, der uns die Vorfreude und das einfache Genießen eines Festes, dessen Ursprungsereignis so gar nicht perfekt war, verderben. Hinzu kommen unsere Lebenspartner, die diesen Druck an uns weitergeben. So entsteht Weihnachtsstress. Lassen Sie uns in diesem Zusammenhang einmal den italienischen Ingenieur, Ökonom und Soziologen Vilfredo Pareto (1848 – 1923) bemühen, nach dem das gleichnamige Prinzip oder die 80:20-Regel benannt wurde.

Weihnachtsstress ist nicht effzient

Pareto fand in zahlreichen Untersuchungen heraus, dass es eine stetige Wahrscheinlichkeitsrechnung gibt, nach der zum Beispiel 20 Prozent der Menschen in Italien 80 Prozent des Vermögens besitzen, 80 Prozent der Weltbevölkerung auf 20 Prozent der Erdoberfläche leben oder mit 20 Prozent der Kunden 80 Prozent des Umsatzes gemacht werden. Das Pareto-Prinzip findet sich auch in all unseren Aktivitäten wieder: 20 Prozent der eingesetzten Zeit bringen 80 Prozent der Ergebnisse, dagegen 80 Prozent der aufgewandten Zeit nur 20 Prozent der Ergebnisse. Was aber heißt das nun in Bezug auf den Weihnachtsstress für Ingenieure?

Wenn Herr Pareto sich anschauen würde, wie wir unser Weihnachten planen, würde er sagen, dass 80 Prozent unserer Hetzerei nur 20 Prozent Ergebnis bringen. Denken wir an die vielen Samstage, die wir – in langen Schlangen an Kassen stehend – in Deutschlands Großstädten umherlaufen, um dann am Ende nur 20 Prozent unserer Einkaufszettel abgearbeitet zu haben. Er würde uns wahrscheinlich raten, uns auf die 20 Prozent, mit denen wir den größten Nutzen erzielen, zu konzentrieren und auf diese Weise Weihnachtsstress zu vermeiden.

Maßnahmen, um Weihnachtsstress zu umgehen

Anstatt an allen vier Adventssamstagen unterwegs zu sein, könnten wir uns an einem Wochentag freinehmen und würden das meiste erledigt bekommen, weil die Stadt deutlich leerer wäre. Ohne dem Online-Shopping Vorschub leisten zu wollen, könnten wir alles, was wichtig ist, in einer Stunde am PC erledigen und den vorweihnachtlichen Bummel durch die Stadt als Kür betrachten, uns treiben lassen und ungerührt bei einem Glühwein dem Weihnachtsstress der anderen zusehen. Andererseits würde der Soziologe uns daran erinnern, dass auch ein 80-Prozent-Ergebnis ein gutes Ergebnis ist, wir aber für die fehlenden 20 Prozent zur Perfektion noch einmal 80 Prozent Zeit und Energie aufbringen müssten.

Warum muss es auch in diesem Jahr wieder die vorbereitungs- und zeitaufwändige Gans sein, wenn uns auch etwas Kurzgebratenes gut schmeckt, das in viel kürzerer Zeit zuzubereiten ist? Und wenn es ohne die Gans nicht geht, was spricht dagegen, sie rechtzeitig bei einem Caterer zu bestellen und sich am Heiligen Abend liefern zu lassen? Wie viel schöner und entspannter könnte Weihnachten sein, wenn wir uns von der Idee „Es muss so sein wie immer“, lösen könnten. Sollte ein Ingenieur nicht in der der Lage sein, Weihnachtsstress zu umgehen, indem er einen alternativen Weg einschlägt?

Ursachen für den Weihnachtsstress identifizieren

Kann der alljährliche Weihnachtsbesuch bei Tante Karin nicht auch in den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester stattfinden? Ganz ohne Weihnachtsstress? Wieso muss überhaupt die ganze Familie dort antanzen, wenn nur eine(r) sich verpflichtet fühlt, sie zu besuchen? Haben nicht alle Familienmitglieder das Recht auf Selbstbestimmung? Wie wäre es, wenn nicht jeder alle beschenken würde, sondern man im Vorfeld Namenszettelchen machte und jeder einen Namen zöge, den Namen desjenigen, den er zu Weihnachten mit einem liebevoll ausgesuchten Geschenk beglückte?!

Wie viele Weihnachtskarten haben Sie zu unterschreiben? Wie viel Geld wird durch das Verschicken von Karten ausgegeben? Und was kommt dabei heraus? Die Karten stehen bei unseren Geschäftspartnern in einem Kartenwald auf dem Sideboard und werden bei dem ganzen Weihnachtsstress kaum wahrgenommen, sie bringen uns keinerlei Nutzen. Würden wir dagegen unseren Kunden eine Geburtstagskarte schreiben, wären wir einer von wenigen, die diesen Anlass für eine Kontaktaufnahme nutzten und unsere Karte würde ganz bestimmt wohlwollend registriert werden.

Neue Wege für Ingenieure – ohne Weihnachtsstress

Ob Sie sich entscheiden, zu Weihnachten mal ein Picknick mit Wein, Brot und Käse unter dem Baum zu machen, nach einem ausgedehnten Spaziergang den Heiligen Abend mit einer deftigen Erbsensuppe einzuläuten, sich in diesem Jahr einmal nicht zu beschenken, sondern eine Familie zu besuchen, der es gar nicht möglich ist Geschenke zu machen, und sie mit ausgewählten kulinarischen Kleinigkeiten und einem Geschenk für die Knirpse zu überraschen: Es wird Sie alles glücklich machen, was Sie selbst bestimmt haben. Und Sie werden es nicht als Weihnachtsstress empfinden.

Alles, was wir „aus freien Stücken“ tun, machen wir deutlich lieber als das, was uns die Umwelt auferlegt, wo wir also fremdbestimmt sind. Und wenn die Idee von Weihnachten bei allen Familienmitgliedern eine andere ist, dann legen Sie doch einen jährlich wechselnden Weihnachtsbestimmer fest. In diesem Jahr entscheiden Sie, wie Sie Weihnachten verbringen wollen, im nächsten Jahr Ihre Tochter, Ihr Sohn oder Ihre Frau beziehungsweise Ihr Mann. So können Ingenieure Weihnachtsstress eindämmen.

Emotionen dämmen Weihnachtsstress ebenfalls ein

Wenn alles so bleibt, wie es immer war, haben wir Weihnachtsstress und bringen uns gleichzeitig um den Genuss neuer Erfahrungen. Mag sein, dass das, was wir verändern, schlechter ist als das, was wir hatten. Aber auch dann haben wir gewonnen, nämlich die Erkenntnis, dass wir das „Alte“ mögen und damit haben wir schon wieder eine ganz andere Haltung ihm gegenüber. Auch wenn es noch so abgedroschen ist, so möchte ich noch einmal daran erinnern, dass Weihnachten das Fest der Liebe ist und man die Menschen glücklich machen möchte, die man liebt. Das Wertvollste, das man ihnen schenken kann, sind Zeit und Worte der Zuneigung.

Gerade gestern fiel mir ein kleiner Text von Phil Bosmans in die Hände, den man trotz Weihnachtsstress im Kopf behalten sollte: „Wenn man die Menschen so reden hört auf der Straße, im Büro, im Wirtshaus, muss man den Eindruck bekommen, dass die meisten Menschen schlechte Menschen sind. Wenn man dann eine Woche lang alle Begräbnisse besucht und alle Nachrufe liest, dann möchte man meinen, dass es keine schlechten Menschen gibt, dass alle Väter und Mütter ideale Väter und Mütter sind und dass es nur herzensgute Eheleute gibt, liebevoll und treusorgend. Niemals steht auf einem Totenzettel: ,Er war ein Flegel‘, oder ,Sie war ein Biest‘. Von einem
Totenzettel kann man viel lernen – zum Beispiel: Ein lobendes Wort nicht aufsparen für die Beerdigung.“

Falls der Weihnachtsstress dennoch kommt

Und wenn es nicht so läuft, wie Sie es gerne hätten, wenn der Christbaum schief steht, die Gans dem Kartoffelsalat mit Würstchen weichen musste, wenn Sie einen Staubsauger anstelle eines Diamantringes bekommen haben und der Weihnachtsstress kein Ende nimmt, dann akzeptieren Sie es so, wie es ist, denken Sie an Herrn Pareto und freuen sich darüber, dass es überhaupt einen Baum, überhaupt etwas zu essen, überhaupt ein Geschenk und überhaupt einen Menschen gibt, der Ihnen ein Geschenk macht.

Alles hat seine Zeit. Weihnachten ist nicht die richtige Zeit für Kritik, Nörgelei, respektlose oder zynische Kommentare oder kaltes Schweigen. Wenige gute Worte gehören zu den schönsten und individuellsten Geschenken, die Sie machen können. Ich wünsche Ihnen, dass Ihre Geschenke gehört werden und Sie solche bekommen. So können Sie als Ingenieur erheblich zu einem Fest ohne Weihnachtsstress beitragen. In diesem Sinne: Ein wertvolles Weihnachtsfest und bis zum nächsten Jahr!

www.schmidt-partner-solingen.de

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