Karriereplanung

Promotion für Ingenieure im Ausland?

Über Sinn und Zweck einer Promotion kann man bekanntlich streiten. Sicherlich macht sie Sinn für Ingenieure, die ihre langfristige berufliche Perspektive beispielsweise in der Forschung, Entwicklung und Lehre sehen. Fragwürdig scheint dagegen ein Promotionsvorhaben, wenn es nur darum geht, aus Prestigegründen einen weiteren Titel im Lebenslauf auflisten zu wollen.

Promotion im Ausland: Qualität der Universität und eigene Gründe gilt es genauer zu betrachten.

Promotion im Ausland: Qualität der Universität und eigene Gründe gilt es genauer zu betrachten.

Foto: panthermedia.net/Rawpixel

Das gilt auch, wenn sich der Kandidat zu Beginn seiner beruflichen Karriere mit der Promotion die Option offenhalten möchte, irgendwann in zwanzig Jahren ins Top-Management eines DAX-Unternehmens aufzusteigen. Wer eine Promotion anstrebt, steht im Zeitalter der Globalisierung aber auf jeden Fall vor der Frage: Promotion bzw. Ph.D. im Ausland oder in Deutschland?

Promotion im Ausland: Wahl der Hochschule wichtig

Dabei ist zu beachten, dass eine Promotion in einem ingenieurwissenschaftlichen Fach an der Universität von Belo Horizonte im brasilianischen Hochland vermutlich einen anderen Wert hat als die Promotion an einer britischen Hochschule. Der britische Titel ist auf dem deutschen Arbeitsmarkt sicherlich besser „zu verkaufen“. Warum aber nicht an der Universität de Minas in Belo Horizonte zu einem wichtigen Thema der Geologie oder des Tagebaus studieren oder promovieren? Immerhin ist dies eine der größten Bergbauregionen der Welt. Wenig nachvollziehbar ist jedoch, wenn ein deutscher Ingenieur in einem aufstrebenden asiatischen Land im Bereich der Biotechnologie promoviert. Dafür sollte er sich schon ein Land auswählen, in dem Biotechnologie tatsächlich ein große Rolle spielt bzw. wissenschaftlich mit Nachdruck vorangetrieben wird. Eine Universität in einer der führenden europäischen Industrienationen oder in Amerika kommt da wohl eher in Frage.

Zu beachten ist gleichfalls die Sprache. Wer im Rahmen einer Promotion etwa seine Japanischkenntnisse perfektionieren möchte, der sollte sich schon vorher sicher sein, dass er im Anschluss an die Promotion diese Sprache auch beruflich nutzen kann. Schade um die Zeit, die sonst in eine Sprache investiert wird, die nach der Promotion wieder in Vergessenheit gerät. Andererseits kommt bei schwierigen und exotischen Sprachen immer die Frage auf, ob dabei nicht die eigentlichen Inhalte der Promotion vernachlässigt wurden. Unter sprachlichen Aspekten sind daher in der Regel solche Universitäten im Ausland zu bevorzugen, die eine englischsprachige Promotion ermöglichen.

Qualität der Promotion im Fokus

Aber auch andere Aspekte spielen bei der Überlegung eine Rolle, die Promotion gegebenenfalls im Ausland zu realisieren. Möglicherweise kann man in dem einen oder anderen Land schon in sehr kurzer Zeit zu höchsten akademischen Ehren kommen. Die Frage ist dann allerdings, wie eine solche Promotion in Deutschland wirklich gewertet wird. Wer in kurzer Frist mit einer Dissertation zu einem relativ anspruchslosen Thema im Ausland promoviert wurde, wird sicherlich anders eingeschätzt, als ein Kandidat der eine fünfjährige intensive Forschungsarbeit an einer deutschen Universität vorweisen kann. Aber manche Kandidaten entscheiden sich beispielsweise auch bewusst für eine Promotion in Schweden, um sich dort voll und ganz der wissenschaftlichen Forschung widmen zu können und weniger mit Betreuungs- und Lehrarbeit zu tun zu haben als in Deutschland.

Fazit: Wer sich mit dem Gedanken trägt, im Ausland zu promovieren, sollte sich in der Regel ein Land aussuchen, dessen Hochschulen auf dem entsprechenden Forschungsgebiet als führend gelten. Gut ist es zudem, wenn die Promotion in einer der gefragten internationalen Sprachen abgefasst wird, am besten natürlich in Englisch. Wichtig ist auch, sich im Vorfeld genau über den Ablauf der Promotion zu erkundigen, damit dann auch genug Zeit und Konzentration für das eigentliche Thema bleibt. Der kurze Weg zum Doktortitel oder Ph.D. ist eher kritisch zu beurteilen.

 

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