Tipps zur Persönlichkeitsentwicklung 01.07.2011, 00:00 Uhr

Ingenieure sollten Verantwortung übernehmen, statt nur abzuwarten

Verantwortung übernehmen sollte für Ingenieure selbstverständlich sein, vor allem in einer Führungsposition. Außerdem führt das Handeln zu mehr Zufriedenheit, da sich eine schlechte Situation allein durch ständiges Lamentieren kaum verändern lässt. Praktische Tipps helfen Ihnen dabei, Ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Verantwortung übernehmen sollte selbstverständlich sein.

Verantwortung übernehmen sollte selbstverständlich sein.

Foto: iStock / Thinkstock

Burn-out-Syndrom und Work-Life-Balance sind Themen, mit denen wir alle etwas anfangen können, über die wir reden, über die beinah täglich berichtet wird. Sicher begründet, denn unzählige Menschen haben nicht nur viel (zu viel) Arbeit, sondern machen sich selbst einen gehörigen Druck, alles möglichst schnell und möglichst perfekt zu erledigen und es jedem recht machen zu wollen. Die eigenen Bedürfnisse werden dabei vernachlässigt und die Betroffenen haben das Gefühl, wie ein Hamster im Rad zu laufen und vergessen, worum es eigentlich geht: Verantwortung übernehmen für die eigene Gesundheit.

Daneben gibt es aber noch ein anderes Phänomen, das des „NiHaWa“, das sich mehr und mehr in Deutschland auszubreiten scheint. Sie haben noch nie von „NiHaWa“ gehört? Aber wahrscheinlich kennen Sie viele Menschen, die davon betroffen sind, wenn Sie wissen, dass „NiHaWa“ für „Nicht handeln – warten“, steht. Ob Sie selbst von diesem erfolgsverhindernden Phänomen betroffen sind und was Sie dagegen tun können, wissen Sie am Ende unserer gemeinsamen Überlegungen. Und Sie werden sehen, was Verantwortung übernehmen für Ingenieure bedeutet.

Verantwortung übernehmen und keine Ausreden vorschieben

Es geht bei „NiHaWa“ um die vielen kleinen Ausreden und Vorwände, jetzt gerade etwas nicht machen zu können. Aber es geht noch um viel mehr, nämlich um Lethargie, einen ungesunden Pragmatismus, um Teilnahmslosigkeit und Zurückhaltung bis hin zur Respektlosigkeit anderen Menschen gegenüber, um fehlende Verantwortung für sich und das eigene Leben. Der Schlüssel zur Zufriedenheit heißt Verantwortung übernehmen, auch für die Karriere als Ingenieur.

Schauen wir uns einmal ein paar Situationen an, die darauf hindeuten, dass der Betreffende unter „NiHaWa“ leidet und mehr Verantwortung übernehmen müsste. Eigentlich ist die Bewerbung fast fertig, es sind nur noch ein paar kleine, stilistische Änderungen, die Thomas vornehmen will, damit auch alles perfekt ist. Aber im Moment ist es einfach nicht zu schaffen, der Bewerbung den letzten Schliff zu geben. Abends ist er so geschafft von seinem Tagewerk, dass er sich gar nicht mehr richtig konzentrieren kann.

Verantwortung übernehmen und ehrlich auf die eigenen Bedürfnisse als Ingenieur schauen

Dass er gar kein Privatleben mehr hat, nicht mal genug, um eine lächerliche Bewerbung fertig zu machen, ist ja der Grund dafür, dass er sich beruflich verändern möchte. Verantwortlich für die ganze Misere ist der Chef. Aber irgendwann, da zahlt er es ihm heim, da wird er gucken, der Alte, wenn er ihm die Kündigung vor die Füße knallt. Unter uns: Mag sein, dass der Chef irgendwann guckt, aber bis dahin wird noch viel Wasser den Rhein runter fließen, weil Thomas … Ja, was eigentlich? Verantwortung übernehmen für die Karriere als Ingenieur sieht jedenfalls anders aus.

Nennen wir das Kind doch mal beim Namen: Thomas ist entweder zu faul, seine Bewerbung fertig zu machen, er setzt keine Prioritäten, ist unflexibel (er könnte ja auch mal seine Gleitzeit nutzen, einen halben Tag Urlaub nehmen, einen Teil des Wochenendes opfern …) oder er hat schlicht Angst, die Bewerbung fertig zu machen, denn dann müsste er sie ja auch verschicken, und was dann auf ihn zukäme, wüsste er auch nicht. In diesem Fall nutzt Thomas die fast fertige Bewerbung nur als „Ich-könnte-wenn-ich-wollte-Druckmittel“ und damit den schlechtesten Weg, mit einer unbefriedigenden Situation umzugehen, weil er sich auf beiden Seiten halbherzig verhält. Wie könnte er aber nun Verantwortung übernehmen?

Verantwortung übernehmen für die Position als Ingenieur

Thomas ist wirklich unglücklich in seinem Job. Dabei hatte alles so gut angefangen, aber jetzt ist er völlig überfordert, weil ein Kollege gekündigt hat und ein weiterer gekündigt wurde. Die Positionen sollten natürlich neu besetzt werden, bis dahin sollte Thomas als Ingenieur Verantwortung übernehmen und die Arbeit der beiden – so gut es eben gehe – mitmachen. Inzwischen ist ein halbes Jahr vergangen und von einer Neubesetzung der beiden Positionen ist nicht mehr die Rede. Thomas sagt nichts, er ärgert sich – nach innen. Es bringt ja doch nichts, den Mund aufzumachen.

Wenn der Chef nicht von sich aus erkennt, unter welchem Druck er steht, dann ist jedes Wort überflüssig. „Hallo Thomas!“, möchten wir ihm zurufen: „Wach mal auf! Wie soll der Chef denn erkennen, dass es dir zu viel wird, wenn du nichts sagst? Er ist doch viel zu sehr mit anderen Dingen, im Zweifelsfall am meisten mit sich selbst, beschäftigt, als dass er sehen würde, dass der arme Thomas ‚Land unter‘ hat. Und es ist ja auch sehr bequem und kostengünstig für ihn, alles so zu lassen, wie es ist. Sprich mit ihm, sag’ ihm, wie es dir geht! Empöre dich an der richtigen Stelle, wie da mit deinen Ressourcen Schindluder getrieben wird!“ Verantwortung übernehmen heißt auch, Probleme zu äußern!

Verantwortung übernehmen für die Stellensuche als Ingenieur

Thomas will keine Verantwortung übernehmen, aber er ist empört und lässt in einem Gespräch mit seinem Kumpel Ulli seinen ganzen Frust raus. Dem tut er anscheinend leid, denn schon zwei Tage später schickt Ulli ihm eine E-Mail: „Thomas, bei uns im Unternehmen ist eine Stelle zu besetzen, von der ich glaube, dass sie was für dich sein könnte. Ich habe bei meinem Vorgesetzten, Herrn Potthoff, schon mal vorgefühlt, und er freut sich auf deinen Anruf. Du brauchst dich nur auf mich zu beziehen. Gruß, Ulli.“ Das ist ja mal nett von Ulli, auf den kann man sich eben verlassen.

Thomas nimmt sich vor, Ulli gleich morgen zu antworten und sich zu bedanken. Im Laufe des Tages wird ihm klar, dass diese Stelle doch nicht die richtige für ihn ist, aber trotzdem, er wird sich bei Ulli bedanken. Ein paar Tage später fällt ihm die ausstehende E-Mail an seinen Kumpel wieder ein, aber Verantwortung übernehmen will er gegenüber dem anderen Ingenieur wieder nicht. Ihm erscheint ihm Ullis Unterstützung irgendwie selbstverständlich, also eigentlich kein Grund, ihm zurückzuschreiben und überhaupt, jetzt ist es ohnehin schon zu spät, es sähe blöd aus, wenn er jetzt noch schriebe. Soll Ulli lieber denken, er habe seine Mail nicht erhalten, und so oft sieht er ihn ja auch nicht!

Verantwortung übernehmen und Stellung beziehen

In einem Newsletter liest Thomas einen Artikel, der ihm aus der Seele spricht. Er fühlt sich richtig verstanden von dieser Frau Schmidt. Das muss mal gesagt werden! Er nimmt sich vor, ihr ein Feedback zu geben. Man kann ja auch mal schreiben, wenn man was Positives zu sagen hat und nicht nur dann, wenn es etwas zu meckern gibt. Er wird mal recherchieren und sich ihre E-Mail-Adresse besorgen – gleich morgen! Und wirklich, Thomas findet die Adresse, das war gar nicht so schwierig, und sitzt tatsächlich vor dem PC. Wird er jetzt Verantwortung übernehmen?

Da kommen ihm Zweifel: Ist es nicht albern, einer unbekannten Autorin zu schreiben?! Und überhaupt: Was bringt ihm das denn? Im Grunde ist das doch nur vertane Zeit! Verantwortung übernehmen muss doch anders aussehen! Thomas löscht die bisher geschriebenen Worte: „Hallo Frau Schmidt“, setzt sich vor den Fernseher und siehe da: Anne Will diskutiert mit Gästen über Strauss-Kahn. Sehr interessant! Wirklich empörend ist allerdings die Meinung dieser Feministin, dieser „Tante Emma“. Was die für ein Männerbild hat?! Das darf man nun wirklich nicht auf sich sitzen lassen! Protestieren müsste man, Unterschriften sammeln, einen Zuschauerbrief an die Redaktion schreiben. Am besten sofort, solange man noch im Thema ist.

Verantwortung übernehmen für das eigene Wohlbefinden

Thomas holt sich gleich einen Stift, um seine revolutionären Gedanken aufzuschreiben.damit sie nicht verloren gehen. Wo ist der Block? Der lag doch die ganze Zeit hier irgendwo … Er ist genervt von der Unordnung in der Wohnung. An der ist auch der Chef schuld. Er kommt ja zu nichts mehr! Seine revolutionären Gedanken wandern in Richtung Arbeit. Wen kümmert schon das Gebrabbel von Frau Schwarzer, er hat genug mit sich selbst zu tun. Sollen andere die Zuschauerbriefe schreiben und Verantwortung übernehmen, die mehr Zeit haben als er.

Am nächsten Morgen steigt Thomas auf die Waage, das macht er jeden Montagmorgen und ärgert sich wie jeden Montagmorgen. Schon wieder zeigt das blöde Ding zwei Kilo mehr an! Seit Wochen nimmt er sich vor, dem exzessiven Schokoladengenuss im Büro – seine Nerven brauchen das – durch Sport entgegenzuwirken, aber daran ist gar nicht zu denken. Er schläft ja abends schon ein, wenn er mal eben in die Nachrichten reinschaut, wie soll er denn da auch noch Sport machen?! Verantwortung übernehmen für seine Gesundheit? Fehlanzeige!

Verantwortung übernehmen immer nur die anderen?

„Verantwortung übernehmen ist eine Frage der Disziplin“, hat seine gertenschlanke Freundin Sabine gesagt, „dann setz dich eben nicht vor den Fernseher, sondern geh’ gleich zum Sport, wenn du nach Hause kommst!“ Das ist natürlich Blödsinn, das ist klar. Man muss doch erst mal runterfahren, wenigstens mal eben einen Schluck Bier trinken, damit man den ganzen Mist aus dem Büro erst mal aus dem Kopf kriegt. Sabine hat gut reden, die ist wahrscheinlich von Natur aus schlank und hat weder Gewichtsprobleme noch einen so anstrengenden Job wie er. Die bräuchte eigentlich gar keinen Sport zu machen. Warum die bloß immer joggen muss?

Heute hat er allerdings erst einmal alle Hände voll zu tun, die ganzen Angebote fertig zu machen, die von den Kunden jetzt schon zweimal angemahnt wurden. Zugegeben, er hatte die Angebotsabgabe für Anfang letzter Woche schon zugesagt, aber das ist alles so ein Kleckerzeug, keine wirklich großen Aufträge daraus zu erwarten, und die Angebote sind eine Frickelarbeit. Ein Kunde hat geschimpft, er hätte ja wenigstens mal anrufen oder mailen können, wenn die Angebotsabgabe sich verzögert. Als ob er sonst nichts zu tun hätte! Unglaublich, was die Kunden heute für Ansprüche stellen! Verantwortung übernehmen fällt dem Ingenieur offensichtlich auch im Job schwer.

Verantwortung übernehmen schützt vor Passivität und Unzufriedenheit als Ingenieur

Ganz klar: Thomas leidet unter dem „NiHaBa“-Phänomen und macht sich damit das Leben selbst schwer. Auch klar: Thomas ist kein Einzelfall. Im Gegenteil, immer mehr Menschen scheinen von diesem sonderbaren Phänomen betroffen zu sein, und wen es erst einmal erwischt hat, wird es so schnell nicht mehr los, weil „NiHaBa“ die Neigung hat, sich auf alle Lebensbereiche auszuweiten und das Gehirn derart zu beeinträchtigen, dass man „NiHaBa“ für den Normalzustand hält und Verantwortung übernehmen kaum noch möglich ist. Handeln Sie präventiv und erinnern sich täglich daran, folgende Gegenmaßnahmen zu ergreifen:

  • Streichen Sie den Konjunktiv aus Ihrem Vokabular (also kein „Ich könnte“, „Ich sollte“ oder „Ich würde“, sondern „Ich werde“, „Ich tue“, „Ich kann“).
  • Ersetzen Sie (möglichst) jedes „gleich“ durch ein „jetzt“, jedes „morgen“ durch ein „heute“.
  • Machen Sie möglichst wenig vage Zeitangaben („im Laufe des Tages“, „bei Gelegenheit“, „demnächst“ …), sondern werden Sie konkret: „bis 17:00 Uhr“, „bis spätestens Ende der Woche“, „bis morgen Abend“, „Montagmorgen, 7:13 Uhr“).
  • Legen Sie sich eine Liste der Dinge zu, die Ihnen wirklich wichtig sind, und hängen Sie sie an einen gut sichtbaren Platz.
  • Überlegen Sie, was Ihnen im Moment nicht wichtig ist, schreiben es auf, legen es in ein Kästchen, damit es nicht verloren geht, und denken Sie ab dann nur noch an das, was Ihnen jetzt wichtig ist. Sie müssen für Ihre Prioritäten Verantwortung übernehmen.
  • Machen Sie sich klar, was Sie selbst als respektlos empfinden (ein Handwerker schickt das versprochene Angebot nicht, Kumpel Ulli kommt jedes Mal eine halbe Stunde zu spät, jemand bedankt sich nicht für einen Gefallen, den Sie ihm getan haben, jemand beschwert sich über Sie, aber nicht bei Ihnen, eine Verzögerung wird Ihnen nicht mitgeteilt …) und muten Sie niemals anderen Menschen zu, was Sie selbst nicht schätzen.
  • Fragen Sie sich, was Sie von diesen rückgratlosen Mitläufern halten, die nirgendwo ihren Mund aufmachen und treffen Sie eine klare Entscheidung, nicht dazugehören zu wollen (es sei denn, Sie mögen solche Menschen).
  • Hören Sie auf, Zustände zu beklagen – wenn sie Ihnen nicht gefallen, ändern Sie sie. In diesem Fall ist weitaus mehr handeln gefragt als reden! Verantwortung übernehmen kann man nur durch Aktivität!
  • Wenn Sie etwas Nettes über Ihre Frau denken: Sagen Sie es ihr sofort. Wenn Sie Ihrem Mann ein Kompliment machen möchten: Tun Sie es jetzt. In diesen Fällen ist reden besser als denken!
  • Empören Sie sich, begeistern Sie sich, mischen Sie sich ein, und zwar nicht nur in Gedanken!

Verantwortung übernehmen: Beginnen Sie damit jetzt!

Sicher gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, sich vor „NiHaBa“ zu schützen, und ich bin überzeugt, Sie werden kreativ etwas verändern, denn Sie wollen ja ein selbstbestimmtes Leben führen, Sie wollen agieren, statt reagieren, handeln, statt lamentieren, Sie wollen Verantwortung übernehmen, lieber selbst Fußball spielen, als am Fernseher über die unfähigen Spieler zu schimpfen. Und Sie wollen sich ganz sicher nicht von der Devise steuern lassen: Ist alles der Chef schuld! Willkommen im Club, der braucht Ihr Mitwirken dringend und freut sich über jeden Neuzugang!

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