Bewerbertipps 13.12.2002, 01:00 Uhr

Die Jobsuche nach der Kündigung

Wer um seinen Job fürchtet, die Kündigung erhalten hat oder bereits eine längere Zeit als Arbeitsloser nach einer Anschlussbeschäftigung sucht hat es derzeit nicht leicht auf dem Arbeitsmarkt. Auch Ingenieure müssen sich inzwischen mehr um eine neue Stelle bemühen und bei Bewerbungen systematisch zur Sache gehen, um Erfolg zu haben.

Nach der Kündigung sollte man systematisch vorgehen.

Nach der Kündigung sollte man systematisch vorgehen.

Foto: pantheremedia.net/elefteria

Der Rückblick auf das Jahr 2002 zeigt, dass auch für Ingenieure die Bäume am Arbeitsmarkt nicht in den Himmel wachsen. Da hilft der Trost wenig, dass es anderen Berufsgruppen wesentlich bescheidener geht. Auch der Ausblick auf das zukünftige Geschäftsjahr der Unternehmen verspricht kaum den entscheidenden Turnaround. Wer um seinen Job fürchtet, die Kündigung erhalten hat oder bereits eine längere Zeit als Arbeitsloser nach einer Anschlussbeschäftigung sucht, kann ein Lied davon singen. Es muss ordentlich geackert werden, um die passende Jobalternative zu finden!

Halbherzige Bewerbungsbemühungen werden daher kaum erfolgreich sein. Wer mit dem Rückhalt eines ungekündigten Beschäftigungsverhältnisses seine Bewerbungen in den Markt schickt, hat es naturgemäß am besten. Er kann sich Zeit nehmen und auf die passenden Stellenangebote warten. Anders sieht es bei den Kollegen aus, die unter Druck stehen. Je näher die Kündigung rückt und je länger die Zeit der Beschäftigungslosigkeit dauert, desto mehr Aktion ist angesagt. Kaum nachvollziehbar ist daher das Verhalten eines Ingenieurs, der aus einem Unternehmen zum 1. Januar ausscheidet und sich erst seit drei Wochen größere Gedanken macht, wie es denn weitergehen soll.

Schon vor der Kündigung tätig werden

Besonders schwierig ist die Situation für Kandidaten, die einerseits gegen die Kündigung kämpfen und ihren Job mit viel Energie verteidigen, andererseits aber nicht wissen, ob sie ihren Job halten können und sich liebend gerne auch anderweitig bewerben würden. Da fehlt aber die Zeit, sich am Wochenende hinzusetzen und in mühevoller Kleinarbeit Internet- und Print-Jobmärkte durchzugehen, um vier oder fünf Bewerbungen auf die Reihe zu bringen. Wer zudem noch Familienpflichten nachkommen muss oder über eine Strecke von etlichen Kilometern am Wochenende pendelt, dem bleibt kaum Zeit für Bewerbungsaktionen. Das Kämpfen an allen Fronten gelingt nicht jedem, und hin und wieder ist es sinnvoll, darüber nachzudenken, sich möglicherweise beim Jobwechsel von Dienstleistern unterstützen zu lassen.

Eine Beobachtung ist aber dennoch erfreulich. Gegenüber jobsuchenden Ingenieuren mit guten Qualifikationen zeigen sich Personalentscheider teilweise sehr flexibel. So berichtet ein Enddreißiger, der seit über sechs Monaten am Arbeitsmarkt nach einer Alternative sucht, dass er überraschend oft zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, obwohl ihm das Stigma der Arbeitslosigkeit anhaftet. Und ganz so pessimistisch wie die Wirtschaftsnachrichten ausfallen, sollte der Arbeitsmarkt für Ingenieure nicht beurteilt werden. Allerdings sind zunächst einmal die Zeiten vorbei, in denen man nach einer Kündigung ohne große Anstrengungen ganz locker an einen Job kam.

Kündigung: Die Bewerbung zum Projekt machen

Im Klartext heißt das: Wer aufgrund einer Kündigung auf Stellensuche geht, muss die Ärmel hochkrempeln und mit vollem Elan und systematisch zur Sache gehen. Bewerbungsaktionen sind in Manier eines bedeutenden Projektes auf die Reihe zu bringen. Wer auf einem sicheren Arbeitsplatz sitzt, sollte nicht gleich bei jeder kleinen Differenz mit dem Vorgesetzten über Jobalternativen nachdenken. Es ist eher angesagt, sich im Unternehmen zu engagieren, so dies in den eigenen Kräften steht, und sich mit meist vorübergehenden Unbequemlichkeiten zu engagieren. Keinesfalls verrückt machen lassen sollten sich Ingenieure von starren und meist unsinnigen Karriereregeln nach dem Motto: Sie müssen alle fünf Jahre das Unternehmen wechseln!

Wichtig ist heute, den Arbeitsplatz zu sichern, Überlebensstrategien umzusetzen und unternehmensinterne Veränderungspotenziale auszuloten und ggf. zu realisieren. Zudem sollte die Zeit genutzt werden, um persönliche und fachliche Defizite durch Weiterbildungsmaßnahmen auszugleichen – das kann der Kündigung entgegenwirken. Zum Jahreswechsel scheint es vielfach nicht unangebracht, einmal generell über Themen wie Standortbestimmung und Karriere- und Lebensplanung intensiver nachzudenken. Vielleicht geht dem einen oder anderen dabei das Licht auf, dass die persönliche Zufriedenheit nicht nur vom Berufserfolg abhängt. Mit einer etwas distanzierteren Sichtweise lassen sich dann Problemchen und Probleme am Arbeitsplatz souveräner wegstecken.

 

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