Karrierestrategie 08.11.2017, 01:00 Uhr

Die 10 attraktivsten Arbeitgeber für Ingenieure und Informatiker

Die Unternehmenskultur spielt für junge Ingenieure und Informatiker bei der Wahl des Arbeitgebers eine wichtige Rolle. Noch mehr aber lockt das liebe Geld in Form eines großzügigen Grundgehalts. Das zeigt eine neue Studie.

Insbesondere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist Ingenieuren wichtig.

Insbesondere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist Ingenieuren wichtig.

Foto: panthermedia.net/Goodluz

Anerkennung, Förderung und regelmäßiges Feedback, nicht nur im jährlichen Mitarbeitergespräch – das sind die wichtigsten Erwartungen, die Jungingenieurinnen und junge Ingenieure an ihre Chefs haben. Zu diesem Ergebnis kommt der Young Professional Survey 2017 des Forschungs- und Beratungsunternehmens Universum.

Deutsche Fahrzeugbauer gelten als attraktivste Arbeitgeber

Ganz oben auf der Wunschliste des Ingenieurs steht ein Arbeitgeber aus der Automobilindustrie, idealerweise ein Fahrzeugbauer. Das Spitzentrio 2017 bilden – wie in jedem Jahr möchte man sagen – Porsche, Audi und BMW. Es folgen Daimler/Mercedes-Benz und der erste Nicht-Autobauer, der dafür aber immerhin Zulieferer ist: Bosch. Ganz neu in den Top Ten hat sich der internationale Baukonzern Hochtief eingereiht, der zuletzt mit guten Gewinnen Schlagzeilen machte.

In diesem Zusammenhang wäre der Verbleib von Volkswagen zu klären: Der Konzern schaffte es zwar nicht mehr in die Rangliste der zehn beliebtesten Arbeitgeber bei jungen Informatikern, er liegt aber auf einem guten 12. Rang.

Hohe Wechselbereitschaft trotz zufriedener Mitarbeiter

Bei den beliebtesten Arbeitgebern finden sich auch (oh Wunder!) die zufriedensten Mitarbeiter. Die Angestellten in der Automobilindustrie bescheinigen ihrer Branche etwa ein 7,3-Punkte-Voting von maximal 10 möglichen Punkten. Es folgen die Arbeitnehmer in der pharmazeutischen und biotechnischen Industrie sowie der Medizintechnik. Tina Smetana von Universum weiß, woran das liegt: „Zum einen steht diese Industrie für gute Gehälter, Markterfolg und spannende Produkte“, zum anderen seien zufriedene Beschäftige, die ihren Arbeitgebern gerne treu bleiben, die besten Botschafter für ihre Unternehmen.

Doch längst nicht alle Personen einzelner Hierarchiestufen scheinen diesem Anspruch gerecht zu werden. In den vergangenen Umfragen waren die Nachwuchsingenieure zwar auch mehrheitlich zufrieden mit ihrem Arbeitgeber, aber die Wechselbereitschaft war und ist dennoch hoch: Jeder vierte Befragte will innerhalb des nächsten Jahres bei einer anderen Firma anheuern. Der Grund: Immerhin jeder Siebte erhoffte sich vom Jobhopping besseres Management und bessere Führung. Außerdem befeuerten eine höhere Vergütung etwa bei größeren Unternehmen und mehr Aufstiegschancen die Wechselabsichten.

Gehalt und Image des Unternehmens entscheidend

Aber was macht Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv? Ingenieure erwarten zunächst ein attraktives Grundgehalt. Darüber hinaus locken interessante Produkte und Dienstleistungen sowie die Möglichkeit, Führungsaufgaben zu übernehmen. In diesem letzten Punkt unterscheiden sich Ingenieure und ITler offenbar: Letztere nennen die Übernahme von Führungsaufgaben nicht als Indikator eines attraktiven Arbeitgebers, dafür steht eine anspruchsvolle Tätigkeit unter ihren Top 3.

In der Öffentlichkeit heiß diskutierte Themen wie ein inspirierender Unternehmenszweck, Diversity-Management und Chancengleichheit lassen die allermeisten Ingenieure und ITler dagegen kalt. Nur eine kleine Minderheit achtet darauf bei der Arbeitgeberwahl. Interessant hierbei: Nonprofit-Organisationen, denen man in diesen Punkten einen gewissen Vorteil gegenüber der Industrie zugestehen wollte, haben die unzufriedensten Mitarbeiter.

Eine Geschlechterfrage – Arbeitgeber und Gehalt

Einige von uns haben es geahnt, für andere kommt es überraschend: Frauen und Männern ticken verschieden, wenn es darum geht, ihren Arbeitgeber zu bewerten. Ingenieurinnen sind vielfältige Arbeitsaufgaben, professionelles Training, Jobsicherheit, flexible Arbeitsbedingungen und anspruchsvolle Tätigkeit weit wichtiger als ihren männlichen Kollegen. Deren Wünsche richten sich hingegen stärker auf hohes Einkommen und die Möglichkeit, Führungsaufgaben zu übernehmen. Während nur jede vierte Ingenieurin eine Führungsposition anstrebt, verfolgen ganze 43% ihrer männlichen Kollegen dieses Ziel.

Erschreckend ist außerdem, dass es beim Gehalt nach wie vor erhebliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Während Ingenieurinnen ein durchschnittliches Jahresgehalt von 49.000 EUR erzielen, liegt das ihrer männlichen Kollegen bei 52.650 EUR – eine Gehaltslücke von durchschnittlich 7%. Mehr zu den Gehältern von Informatikern in Deutschland, erfahren Sie hier.

Young Professionals honorieren Work-Life-Balance

Auch nach Karrierezielen haben die Marktforscher von Universum die jungen Talente in ihren Studien befragt. Das Modewort Work-Life-Balance steht sowohl bei Ingenieuren als auch bei ITlern ganz oben auf der Liste – mit deutlichem Abstand vor dem Wunsch nach einem sicheren Job, der ebenfalls von der Hälfte der Befragten genannt wird.

Nur wie lassen sich Arbeit und Privatleben unter einen Hut kriegen? Ein positives Arbeitsklima ist für die Befragten am wichtigsten. Daneben kommt es aus Sicht der Ingenieure und Informatiker vor allem auf flexible Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen, etwa Home Office, an. Außerdem werden ausreichende Erholungsphasen nach Belastungsspitzen erwartet.

Zurückhaltung scheint dagegen in den fachlichen Zielen zu herrschen. Nur 26% suchen die intellektuelle Herausforderung, nicht einmal jeder Fünfte strebt eine Fachkarriere als technischer Experte an. Im Vorjahr wollte noch jeder dritte Young Professional aus Ingenieurwesen und Informationstechnik in eben diese Richtung gehen.

Die aktuelle Universum-Umfrage: Hintergründe

Für die Online-Umfrage „Universum Young Professional Survey 2017“ hat das Forschungsunternehmen zwischen Oktober 106 und Juli 2017 knapp 8500 Young Professionals befragt, darunter rund 1500 Ingenieure und 600 ITler. Unter „Young Professionals“ versteht Universum berufstätige Akademiker, die 40 Jahre oder jünger sind und über ein bis acht Jahre Arbeitserfahrung nach Abschluss des Studiums verfügen. Sie wollen wissen, welche Unternehmen bei den Studierenden hoch im Kurs stehen? Hier entlang.

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