Studie 19.06.2024, 11:33 Uhr

Mehr Homeoffice-Angebote – aber nicht überall und nicht für jeden

Die Analyse von 55 Millionen Online-Stellenanzeigen zeigt, dass das Angebot für Homeoffice-Jobs seit 2019 signifikant gestiegen ist und sich dieser Trend auch nach der Pandemie fortsetzt. Besonders ausgeprägt ist dieser Anstieg in hochqualifizierten Berufen.

Arbeiten im Homeoffice

Homeoffice-Angebote auf dem Vormarsch in Deutschland.

Foto: PantherMedia / VH-studio (YAYMicro)

Laut einer Analyse ist die Zahl der verfügbaren Stellenangebote für Homeoffice-Jobs innerhalb von fünf Jahren signifikant gestiegen – und dieser Trend setzte sich auch nach dem Ende der Pandemie fort. Die Bertelsmann Stiftung berichtete, dass der Anteil der Online-Stellenanzeigen mit Homeoffice-Option seit 2019 von 3,6 % auf fast 18 % im Jahr 2023 angestiegen ist. Trotz des anhaltenden Wachstumstrends nach der Corona-Pandemie zeigen sich jedoch Unterschiede in Regionen und Branchen.

Interessanterweise zeigt sich dieser Wachstumstrend trotz des sogenannten „Zurück-ins-Büro-Trends„, über den wir bei INGENIEUR.DE berichtet haben.

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Homeoffice als wichtiges Argument im Kampf um Fachkräfte

Vor dem Ausbruch der Pandemie spielte Homeoffice (HO) in Deutschland praktisch keine Rolle: Im Jahr 2019 wurde die Möglichkeit des Homeoffice nur in 3,7 %t aller Online-Stellenangebote angeboten. Bis 2022 stieg dieser Anteil auf 16,8 % und liegt laut der Studie inzwischen bei 17,6 Prozent der analysierten Online-Stellenanzeigen. „Homeoffice hat sich in vielen Branchen nicht nur etabliert. Es wird zum wichtigen Argument im Kampf um die Fachkräfte“, zitiert die dpa Arbeitsmarktexperten Gunvald Herdin von der Bertelsmann Stiftung.

In welchen Branchen werden die meisten Jobs mit Homeoffice-Option angeboten?

Insbesondere in der IT-Branche sind zahlreiche Angebote verfügbar, wo Homeoffice (HO) bereits nahezu standardmäßig angeboten wird. Noch vor dem IT-Bereich wiesen Stellenangebote für Fremdsprachenlehrerinnen und -lehrer die höchste Quote an Homeoffice-Angeboten auf, mit einem Anteil von 72 %. Dies dürfte auf die Vielzahl virtueller Kursangebote zurückzuführen sein. Am unteren Ende der Skala befinden sich Handwerksberufe wie Fleischverarbeitung (0,2 %), Lebensmittelherstellung (0,3 %) und Metallbau (0,4 %). Ebenso wenig Alternativen zur Präsenzarbeit gibt es für Berufe in der Altenpflege (0,5 %), was verständlich ist.

Deutsche Homeoffice-Hauptstadt ist Düsseldorf

Die Auswertung zeigt auch deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land. In Ballungsräumen haben sich mehr Unternehmen niedergelassen, die ihren Mitarbeitenden Homeoffice-Möglichkeiten anbieten. In Großstädten beträgt die Quote etwa 26 %. Für die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen wurde ein Anteil von 34,1 % unter den Online-Stellenangeboten für das Jahr 2023 ermittelt, gefolgt von Frankfurt am Main mit 33,6 % und Stuttgart mit 32,9 %. Dagegen gibt es extrem wenige Homeoffice-Angebote in dünn besiedelten Regionen. Düsseldorf wird als „deutsche Homeoffice-Hauptstadt“ bezeichnet.

„Immer weniger Menschen müssen für den Job in die Ballungsgebiete ziehen. Das ist eine Chance für ländliche Räume, Menschen in der Region zu binden oder zurückzugewinnen“, kommentiert Herdin Ergebnisse der Untersuchung. „Allerdings muss dafür die digitale Infrastruktur passen.“
Eine weitere Möglichkeit, Menschen für ländliche Gebiete zu gewinnen, sind Coworking-Spaces.

Mehr Homeoffice-Angebot für Hochqualifizierte

Für hoch komplexe Expertentätigkeiten (mit Diplom/Master) hat sich das Homeoffice-Angebot von 2019 bis 2023 stark erhöht, von 6,6 auf 31,9 % aller Stellen. Ähnlich stark stieg das Homeoffice-Angebot für Spezialistentätigkeiten (mit Meister/Bachelor) an, von 5,9 auf 28,0 %. Der Anstieg war bei Fachkräften (mit Berufsausbildung) deutlich verhaltener, von 1,7 auf 8,1 %. Trotzdem nimmt auch in dieser Gruppe das Angebot kontinuierlich zu. Bei Helfer- und Anlerntätigkeiten war der Anstieg des Homeoffice-Angebots zwischen 2019 und 2022 moderat, von 1,2 % auf 3,7 %, und fiel dann 2023 auf 3,1 % zurück. „Die Schere geht auseinander – je qualifizierter die Arbeitnehmer*innen, desto mehr Homeoffice-Angebot gibt es“, erklärt Gunvald Herdin, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann Stiftung.

Für die Studie „Homeoffice nach Corona – Was Arbeitgeber anbieten“ hat die Stiftung etwa 55 Millionen Online-Stellenanzeigen aus den Jahren 2019 bis einschließlich Mai 2024 analysiert.  Die Auswertung spiegelt wider, was Unternehmen ausschreiben, gibt jedoch keine Aufschlüsse darüber, wie stark diese Angebote tatsächlich genutzt werden.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Redakteurin beim VDI-Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

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