10.11.2014, 08:46 Uhr | 0 |

Wo sie ruhen Mit der Friedhofs-App zu berühmten Grabstätten

Beim Spaziergang über Deutschlands historische Friedhöfe sollte man ab sofort sein Smartphone dabei haben. Nicht zum Telefonieren, sondern um sich mit der neuen App „Wo sie ruhen“ die Geschichte zu historisch bedeutenden Grabstätten anzuhören. Kurzporträts gibt es zu 1007 Gräbern auf 37 deutschen Friedhöfen.

Grab von Robert Schumann auf dem Alten Friedhof in Bonn
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Grab von Robert Schumann auf dem Alten Friedhof in Bonn: Die App liefert Hintergrundwissen über das Leben des berühmten Komponisten. 

Foto: Wo sie ruhen

Ein Angebot zur Geschichts- und Ortserkundung soll sie sein, die neue App „Wo sie ruhen“. Die Idee dazu hatte der Hamburger Bundestagsabgeordnete Rüdiger Kruse, der Träger des Projektes ist die Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg. Die finanziellen Mittel kamen von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien.

37 deutsche Städte mit historischen Friedhöfen wurden für das Netzwerkprojekt ausgewählt. Sie sollten jeweils ihre interessantesten oder bedeutendsten Grabstätten auflisten, zu denen dann von 23 Autoren Kurzporträts erarbeitet wurden. 

QR-Codes auf dem Friedhof 

Entweder lädt man sich die App zu Hause am PC herunter oder man findet auf dem jeweiligen Friedhof den entsprechenden QR-Code und holt sich die App an Ort und Stelle. Per GPS wird der Nutzer dann über den Friedhof navigiert und ruft an der Grabstätte, die ihn interessiert, die entsprechende Audio-Datei auf. Der Berliner Schauspieler und Rezitator Hans-Jürgen Schatz hat die Texte mit sonorer Stimme eingesprochen. Auch zusätzliches Bildmaterial gibt es über die App. Alle Texte und Dateien kann man sich auch zu Hause am PC anhören oder lesen.

Joseph von Fraunhofer liegt auf dem Münchner Alten Südlichen Friedhof

Zum Beispiel über Joseph von Fraunhofer, der auf dem Alten Südlichen Friedhof in München begraben wurde. Aus einfachen Verhältnissen stammend, machte er zunächst eine Lehre als Spiegelmacher und Zierratglasschleifer, konnte sich weiterbilden und wurde im Bereich der Optik und des Fernrohrbaus ein weltweit führender Erfinder. Als er 1826 mit 39 Jahren starb, entschied der Münchner Magistrat, ihm unentgeltlich eine Grabstätte und ein Ehrenmonument zu errichten.

Das ursprüngliche, im Zweiten Weltkrieg zerstörte Grabmal stammte von Ludwig von Schwanthaler und war mit einer Büste und einem Relief mit Fernrohr geschmückt. Heute ist ein eher einfaches Ersatzgrabmal zu sehen. Das Motiv des Fernrohrs hat man aber auch hier übernommen. 

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Von Gudrun von Schoenebeck
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