08.11.2017, 13:01 Uhr | 1 |

E-Bike aus Norwegen Podbike: Wenn Fahrrad und Auto sich zusammentun

Hier kommt die Antwort auf die Frage: Wie kann man ein E-Bike so aufrüsten, dass es Vorzüge eines Autos hat, aber immer noch als Fahrrad durchgeht? Das Podbike hat vier Räder und eine geschlossene Verkleidung, ist aber klein und wendig – und gilt auf Europas Straßen als Fahrrad. Mit Pedalkraft und Akkuladung bringt es das Velomobil auf bis zu 60 km/h.

Podbike
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Podbike: Das Liegerad mit geschlossener Verkleidung sieht aus wie ein kleines Auto. Und vier Räder hat es auch. Dennoch gilt die Erfindung aus Norwegen in der EU als Fahrrad, darf sowohl auf Straßen als auch auf Radwegen fahren. 

Foto: Podbike

Wenn in den kommenden Monaten die ersten Testversionen des Podbikes auf Norwegens Straßen unterwegs sein werden, wird es viele erstaunte Blicke geben. Das Gefährt hat Ähnlichkeit mit einem kleinen Auto, aber auch mit einem Liegerad, ist aber weder das Eine noch das Andere so richtig. Per Hassel Sørensen, Ingenieur, Fahrradfreak und Entwickler des Podbikes, hat Vorteile eines Autos mit denen eines Fahrrads kombiniert. Und damit seiner Ansicht nach das perfekte Gefährt für die Stadt und außerstädtische Kurzstrecken geschaffen.

Das Podbike hat vier Räder, gilt aber in der EU als Fahrrad

Sørensen tüftelt bereits seit vielen Jahren an der Idee eines massentauglichen Velomobils, eines Liegerades mit geschlossener Verkleidung. Sogar seine Masterarbeit im Fach nachhaltiger Energie an der Universität Stavanger widmete er dem Velomobil. Vor zwei Jahren dann machte der Ingenieur Ernst und gründete das Start-up Elpedal. Hier wird das Podbike entwickelt und gebaut.

Im Unterschied zum Liegerad hat das Podbike nicht drei sondern vier Räder, deshalb die Ähnlichkeit zum Auto. Von der Größe bietet sich ein Vergleich zum Smart Fortwo an: Das Podbike ist mit seinen 2,30 m Länge und 1,10 m Höhe jeweils etwa 40 cm kürzer und niedriger als der Smart. Allerdings mit 80 cm nur halb so breit. Das Podbike darf daher nicht nur auf Straßen sondern auch auf Radwegen fahren. Sein kleiner Wendekreis von 3,50 m (Smart Fortwo: 7,30 m) macht das Gefährt besonders flexibel.

Zum Parken wird das Podbike senkrecht aufgestellt

Die Karosserie aus Thermoplast und Aluminium ist mit 55–65 kg leicht, aber durch ihre Sandwich-Struktur stabil und kann vollständig recycelt werden. Für den bequemen Ein- und Ausstieg hebt sich, nach dem Aufklappen des Daches, die Sitzposition automatisch an. Im hinteren Teil des Podbikes gibt es Stauraum, zum Beispiel für Einkäufe oder der Platz wird für ein Kind als Mitfahrer genutzt.

Im Cockpit kann man über USB-Anschlüsse sein Smartphone oder ein Navigationsgerät laden. Licht- und Blinkeranlagen sind direkt in die windschnittige Karosserie integriert. Gut durchdacht ist auch das platzsparende Parken. Dafür wird das Podbike einfach senkrecht auf sein Heck gekippt. Die Hersteller haben sogar eine passende Garage entwickelt, in der das Fahrzeug über Solarpaneelen auf dem Dach auch gleich aufgeladen werden kann.

Eine Akkuladung reicht für 60 Kilometer

Für seinen Antrieb kommt das Podbike völlig ohne Kette oder andere mechanische Verbindung aus. Der Fahrer tritt zwar in die Pedale vor sich, treibt damit aber nicht die Räder selbst an, sondern speist seine mechanische Arbeit in einen Generator ein, der einen Akku lädt. Die Batterie versorgt zwei Nabenmotoren, die die Steuerungselektronik und die beiden Hinterräder in Gang bringen. Der Kraftaufwand ist dabei für den Fahrer immer gleich, egal ob am Berg oder auf der Ebene. Mit wenigen Handgriffen kann das Podbike für Fahrer mit einer Körpergröße zwischen 1,50 m und 1,98 m passend eingestellt werden.

Auf bis zu 60 km/h soll sich das Podbike beschleunigen lassen und dabei eine gute Kurvenstabilität haben. Eine Akkuladung reicht für 60 km und weil es sich um ein modulares Batteriesystem handelt, können mehrere Akkus mitgenommen und bei Bedarf eingesetzt werden. Und wer gänzlich ohne motorisierte Hilfe auskommen möchte, kann das Podbike auch nur mit der eigenen Muskelkraft antreiben.

Etliche Vorbestellungen aus Deutschland

Falls die Test in den nächsten Monaten gut laufen, wird die Serienproduktion Ende 2018/Anfang 2019 starten. Der Verkauf ist zunächst auf Norwegen beschränkt und soll später auf Skandinavien und den Rest von Europa ausgeweitet werden. Der Preis liegt bei rund 4.500 Euro (ohne Steuer und Versand). Speziell in Deutschland, schreiben die Podbike-Hersteller auf ihrer Facebook-Seite erfreut, habe es bis jetzt viel positive Aufmerksamkeit – und fast 60 Vorbestellungen – gegeben. 

8 Fakten zu E-Bikes in Deutschland finden Sie hier

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Von Gudrun von Schoenebeck
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kommentare
15.11.2017, 09:26 Uhr Cand.-Ing. A. Röck
Ing. Sørensen, soeben den Master gemacht, beherrscht bereits sein Metier bestens; er schaffte es, die Masse m = auf ca. 55 kg zu begrenzen, das ist mehr, als eine "Master" Leistung ! Man vergleiche (Wenn auch in anderen Dimensionen): Das eCar, BMW i 3, geriet auf m = 1460 kg, der Benziner, VW Golf von 1974 wog aber nur 750 kg, (obwohl alles aus Stahl), der Golf von 2007 1155 kg! Sämtliche eCars sind viel zu schwer, obwohl die Ausrede "Schwere Li-Batterie", eine Lüge ist, denn eine Massenbilanz ergibt ein Minus ( Entnahme von Otto/ Dieselmotor, Getriebe, Differential- Getriebe, Antriebswellen, Kühler, Kühlwasser etc. ergibt einen Massenverlust) ! Viel unnötiger Unsinn u. viel zu große eMotoren sind der Grund (BMW i 3 p = 134 kW (182 PS); und das, obwohl jeder Ing, weiß, dass im Li-Akku wenig Energie zu speichern ist. Auch die Motoren jedes Benziners geraten, ohne Not, ausgerechnet i. d. "Öko-Aera, immer größer, statt kleiner ! Außer bei Ing. Sørensen im vergleichbaren Pedal-eCar „TWIKE“ ! Der sollte den nächsten i 3 oder Nissan Leaf konstruieren ! Beim Flugzeugkonstrukteur Messerschmitt hätten sie es alle gelernt, Masse in jeder Kleinigkeit zu sparen! Nicht die BMW - Ing. versagen, die wissen das alles, sondern oben, jene, die vorgeben, wörtlich bei BMW: "Wir machen keine Verzichtserklärungen". In Ingenieur.de erwartet man, was für einen eMotor hat das Podbike u. wieviel kWh der Akku ? Die nicht direkte Kopplung des Pedalrades, sondern das Antreiben eines Generators mit den Füßen, somit Laden des Akkus ist verlustreich ! Da müsste der Ing. in einem "curriculum" sein design verteidigen. Frage: warum nicht direkt mit den Füßen antreiben? Er wird sagen: so kann die Drehzahl des Pedalrades unabhängig gewählt werden v. d. Geschwindigkeit. Das Parken des Podbikes auf dem "Hintern" - zeigt Sørensen`s völlig freies, kreatives Denken ! Congratulations Mr. Sørensen ! 15.11.2017 A. Röck

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