13.08.2014, 16:00 Uhr | 0 |

Sensoren im Tretlager Automatische Gangschaltung macht Radfahren leichter

Erlösung für Fahrradfahrer, die ständiges Gangschalten nervt: Eine automatische Schaltung übernimmt diese Aufgabe in Zukunft – und zwar immer zum optimalen Zeitpunkt. Das spart Kraft und sorgt bei E-Bikes für höhere Reichweiten. 

Die automatische Schaltung lässt sich für jeden Radtyp konfigurieren
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Viel unbeschwerter könnten Radfahrer in Zukunft durch die Gegend düsen, wenn ihnen die automatische Gangschaltung Schaltarbeit abnimmt. Die Verbindung zur Fahrradnabenschaltung oder Kettenschaltung wird über einen kurzen Schaltzug hergestellt.

Foto: dpa

Radfahrer aufgepasst: Schalten war gestern. Heute kommt das Rad mit der automatischen Fahrradschaltung FAG-Velomatic von selbst in die richtigen Gänge. Das System funktioniert auch für konventionelle Fahrräder, doch Hersteller Schaeffler zielt besonders auf den wachsenden Markt der Pedelecs und E-Bikes. Das Fahrrad wird in Abstimmung zwischen Fahrer und E-Antrieb in den optimalen Gang geschaltet. Der Antrieb arbeitet somit effektiver und benötigt weniger Energie – und das steigert die Reichweite des Akkus.

Rein optisch ist nicht erkennbar, dass der Radfahrer sich das Denken um den richtigen Schaltzeitpunkt von einem Computer abnehmen lässt. Das etwa 200 Gramm schwere Modul der automatischen Schaltung findet im Unterrohr des Rades oder im Sattelrohr Platz und bleibt somit unsichtbar. Die Verbindung zur Fahrradnabenschaltung oder Kettenschaltung wird über einen kurzen Schaltzug hergestellt.

Im klassischen Fahrrad kommen Sensoren im Tretlager zum Einsatz

Die automatische Schaltung ist mit einem eigenen Kommunikationsmodul bestückt. Dieses Modul vernetzt die Schaltung im E-Bike mit dem elektrischen Antrieb oder im konventionellen Fahrrad mit dem Sensor-Tretlager. Gleichzeitig stellt dieses kleine Ding über Funk die Verbindung zum Tablet oder Smartphone her. Vernetzungsstandards sind Controller Area Network (CAN) – ein Bussystem, das auch in Autos Steuergeräte miteinander vernetzt – und Local Interconnect Network (LIN), ein Standard für die Kommunikation zwischen Sensoren und Aktoren in Kraftfahrzeugen.

Die automatische Fahrradschaltung ist mit einer Software ausgestattet, die mit jeder beliebigen E-Bike-Steuerung kommunizieren kann. Sensoren messen Trittfrequenz, aufgewendete Kraft, Radgeschwindigkeit und die Neigung der aktuellen Strecke. Daraus berechnet die Schaltung immer den optimalen Gang und auch den besten Schaltzeitpunkt. Den Schaltvorgang selbst nimmt der Fahrer kaum wahr. Er kann sich auf die Landschaft und auf die Verkehrssituation konzentrieren.

App erlaubt statistische Auswertung der Fahrten

Die App Velodaptic erfasst Geschwindigkeit, Trittfrequenz, Kraft, Drehmoment, Steigung, Distanz und hat auch eine Kompassfunktion. Der Radler kann daraus individuelle Schaltprogramme für den eigenen Fahrstil erstellen und stolz auf seine Leistung zurückblicken: Möglich ist nämlich die statistische Auswertung zurückgelegter Kilometer, Höhenmeter, verbrannter Kalorien, eingesetzter Kraft, der Trittfrequenz, des Drehmoments und der Durchschnitts- sowie Höchstgeschwindigkeit.

Mit einem Tippschalter kann der Fahrer jederzeit in den manuellen Modus wechseln. Dann ist er wieder alleiniger Herr über die Schaltung und kann jeden Gang dann einlegen, wann ihm danach ist. Das System wird übrigens auf der Messe Eurobike 2014 zu sehen sein, die am 27. August in Friedrichshafen beginnt. 

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Von Detlef Stoller
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