15.05.2014, 13:36 Uhr | 1 |

Super-Maglev aus China Magnetzug soll mit 2900 km/h durch Vakuumröhre rasen

Dieser Rekordversuch sprengt alle Geschwindigkeitsrekorde für Züge: Mit sagenhaften 2900 km/h soll der Magnetzug Super-Maglev durch eine Vakuumröhre rauschen – schneller als ein Passagierjet. Noch ist dieses Megatempo reine Theorie. Doch erste Labortests chinesischer Wissenschaftler sind vielversprechend, ein erster Prototyp soll 2020 kommen. 

Ein Wissenschaftler der Southwest Jiatong University im ersten Modell des Super-Maglevs
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Ein Wissenschaftler der Southwest Jiatong University im ersten Modell des Super-Maglevs. Bislang fährt der Magnetzug nur mit 50 km/h durch die Teströhre. Später soll es die große Version auf 2900 km/h bringen. 

Foto: Southwest Jiatong University

An dem Science-Fiction-artigen Projekt tüftelt ein Forscherteam an der chinesischen Southwest Jiaotong University (SWJTU) in Chengdu. Das schwindelerregende Tempo von 2900 Kilometern pro Stunde soll der neuartige Magnetzug erreichen, wenn er durch eine Vakuumröhre düst. Denn dort ist der Luftwiderstand nahezu null. Zum Vergleich: Gegenwärtige Magnetschwebebahnen wie Transrapid verlieren durch den Luftwiderstand mehr als 83 Prozent der eingesetzten Energie.

Modell tuckert bislang mit 50 km/h über Teststrecke

Das Forscherteam an der SWJTU war nach eigenen Angaben bei den ersten Testläufen mit ihrem Highspeed-Zug erfolgreich. Aber auch weit weg von der freien Strecke: Der Magnetzug wurde auf einer kreisförmigen Teststrecke mit einem Durchmesser von zwölf Metern im Labor getestet. Was keinen Spielraum lässt, um groß Fahrt aufzunehmen, wie der Projektleiter am Applied Superconductivity Laboratory der SWJTU, Deng Zigang, gegenüber einer chinesischen Tageszeitung erläuterte: „Aufgrund der beschränkten Größe dieses Rings ist auch die Maximalgeschwindigkeit des Zugs bislang auf 50 Kilometer pro Stunde limitiert.“

Zigang ist sich aber sicher: Auf einer längeren Teststrecke und durch die Verwendung höherer Temperaturen wird der sogenannte Super-Maglev alle bisherigen Geschwindigkeitsrekorde hinter sich lassen. Super-Maglev steht für superconducting magnetic levitation und bedeutet so viel wie supraleitendes magnetisches Schweben.

Die Magnetschwebetechnik hat etliche Vorteile: Sie verursacht keinen Abrieb, nutzt nicht ab und muss nicht geschmiert werden. Ob der Super-Maglev die prognostizierte Rekordgeschwindigkeit von 2900 km/h tatsächlich erreicht, werden künftige Tests zeigen. Er wäre damit jedenfalls fast drei Mal so schnell wie der Schall.

Auch die USA arbeiten an Schnellzügen

Die Chinesen zählen beim Einsatz von Magnetschwebetechnologien im öffentlichen Transport weltweit zwar zu den Vorreitern – aber die Konkurrenz schläft nicht. Auch in den USA wird an Geschwindigkeitsrekorden gearbeitet. Der Technik-Fan  Elon Musk will einen neuen Super-Schnellzug bauen. Mit dem 1200 km/h schnellen Hyperloop sollen Reisende in einer halben Stunde zwischen Los Angeles und San Francisco pendeln können. 

Der chinesische Wissenschaftler Zigang will jedoch nicht nur Menschen von hier nach dort transportieren. Seine Vision: „Unser Forschungsansatz könnte eines Tages auch abseits des Landtransports eingesetzt werden, etwa im Bereich der Raumfahrt oder für spezielle militärische Zwecke." Ein Prototyp des Super-Maglev soll bis 2020 gebaut werden.

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Von Lisa von Prondzinski
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kommentare
16.05.2014, 22:41 Uhr Progetti
Die Verwirklichung des VACMEGLEV ist eine der größten technischen Herausforderungen des nächsten Jahrzehnts. Solche Geschwindigkeiten erfordern neue technische Konzepte. Das System muss deutlich vereinfacht werden, nämlich formbedingt selbstzentrierend: magnetische Induktion muss sich durch eine entsprechende Formgebung mit magnetischer Gegeninduktion die Wage halten, aber ohne das hochfrequente Relais- Reglersystem. Aber auf eine schienenumgreifende Führung wird man wohl nicht verzichten können. Die Vacuumröhren sollten als Mehrfach- Wandungs- System in großen 3D- Druckern gezogen werden, damit sie von vornherein auch bei Temperaturschwankungen möglichst luftdicht bleiben. Gut funktionierende Luftschleusen alle 10 Kilometer und im Bereich der Stationen müssen das Vakuum- System absichern. Wenn das Vacuum unterwegs abnimmt, müssen Die Personen- Sicherheitsgurte sensorgesteuert gestrafft werden.
Dieser Kommentar soll natürlich nur ein Denk- Anstoß sein, mehr nicht!

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