29.11.2016, 07:11 Uhr | 0 |

Testprojekt von Nutonomy Diese Roboter-Taxis düsen bald durch Boston

Zwei Passagiere auf der Rückbank, doch der Fahrersitz ist leer. Dieser verblüffende Anblick steht den Bürgern Bostons bevor, wenn die Pläne von Nutonomy aufgehen. Das Start-up um MIT-Ingenieure will eine Flotte von Roboter-Taxis auf die Straßen bringen. 

Roboter-Taxi von Nutonomy in Boston
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Roboter-Taxi von Nutonomy in Boston. Das selbstfahrende Auto startet in die Testphase, um Straßen und Wetterbedingungen kennenzulernen. 

Foto: Nutonomy

Hinter dem US-amerikanischen Start-up Nutonomy stecken zwei Dozenten des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Sie haben kleine Elektroautos von Mitsubishi und Renault mit Sensoren und Kameras ausgestattet und eine Software entwickelt, die autonomes Fahren ermöglicht. Mehr zur Technik ist nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass das Unternehmen von der Stadt Boston die Genehmigung für ein Pilotprojekt auf öffentlichen Straßen erhalten hat.

Tests in Boston: Software geht in die Lernphase

Autonom sind die Autos während der Testphase noch nicht unterwegs. Hinter dem Steuer sitzen vorerst noch Nutonomy-Ingenieure. Warum? Weil die Software noch lernen muss. „Die Tests in Boston geben unseren Ingenieuren die Möglichkeit, die Software der autonomen Fahrzeuge an Wetter und Verkehrssituationen dieser einzigartigen Fahrumgebungen anzupassen“, sagt Nutonomy-Chef Karl Lagnemma.

In Singapur läuft diese Testphase bereits. Die Roboter-Taxis sollen dort schon 2018 ganz ohne Fahrer ihre Fahrgäste zum Ziel bringen.

Uber testet Roboter-Taxis in Pittsburgh

Konkurrenz kommt von Uber: Der Fahrdienstvermittler hat in Pittsburgh Mitte September ein Roboter-Taxi in Betrieb genommen – ein Ford mit Kamera- und Radaraufbauten auf dem Dach. Das autonom fahrende Taxi kommt als Überraschung zu den loyalsten Kunden, die regelmäßig Mitfahrgelegenheiten über die Uber-App bestellen.

Zur Sicherheit sitzt aber auch bei Uber noch ein Mitarbeiter hinter dem Steuer, der im Notfall eingreift. Dass diese Kontrolle notwendig ist, zeigte jüngst ein tödlicher Unfall mit einem Tesla S.

Doch langfristig sollen autonom fahrende Autos die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen. „2015 sind in den USA über 35.000 Menschen bei Autofällen gestorben“, schreibt Nutonomy. In 94 % der Fälle sei menschliches Versagen verantwortlich gewesen. Autonome Fahrzeuge versprechen die Anzahl der Todesfälle und Verletzungen zu reduzieren. Die Frage ist nur: Wie verhält sich Software bei einem ethischen Dilemma

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Von Patrick Schroeder
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