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04.07.2016, 11:44 Uhr | 4 |

8 MW Leistung Größtes Windrad der Welt wird auf Herz und Nieren getestet

Er gehört zum größten Windrad der Welt, der Generator, der auf einem Teststand in Bremerhaven stärksten Stürmen ausgesetzt wird. Bisher hält Siemens mit einer 7-MW-Anlage den Weltrekord. Jetzt baut das französisch-spanische Unternehmen Adwen mit 8 MW Leistung eine noch größere Anlage. Und Siemens hat sofort reagiert: Eine 8-MW-Anlage ist nun auch bei Siemens in der Entwicklung.

Der mit 8 MW Leistung weltweit größte Windgenerator wird gerade in Bremerhaven von Adwen gebaut. Angetrieben wird der mächtige Generator künftig vom größten Windrad der Welt. Es wird einen Rotordurchmesser von 180 m erreichen. Jedes der drei Blätter ist 88,4 m lang.

Damit überholt Adwen den Siemens-Konzern, dessen größter Windgenerator auf 7 MW und einen Rotordurchmesser von 154 m kommt. Auch die Siemens-Anlage ist allerdings noch im Entwicklungsstadium. Sie wird derzeit in Dänemark erprobt und soll 2017 in Serie gehen. Der Energiekonzern Dong Energy will die Siemens-Rotoren in einem großen Windpark in der Nordsee einsetzen.

[Aktualisiert: Wenige Tage nach der Ankündigung von Adwen hat nun auch Siemens eine 8-MW-Anlage angekündigt. Den Beitrag dazu finden Sie hier.]

Die ersten 62 Großwindmühlen gehen nach Frankreich

Die 8-MW-Anlage von Adwen vom Typ AD 8-180 soll rund 40 Millionen kWh Strom erzeugen, genug um 10.000 deutsche Durchschnittshaushalte mit Strom zu versorgen. Das erste Rotorblatt ist gerade von LM Wind Power im dänischen Lunderskov fertiggestellt worden. Es wird gerade auf mögliche Belastungen getestet.

Ende dieses Jahres soll der Prototyp der ersten Gondel mit kompletter Innenausstattung fertig sein. 2018 beginnt die Serienproduktion. Die ersten 62 dieser riesigen Anlagen werden in einem Offshore-Windpark knapp 17 km vor der französischen Atlantikküste von Saint-Brieuc Bay erreichtet. Zwei weitere, gleich große Offshore-Windparks sind vor den Küsten von Dieppe Le Tréport und Yeu-Noirmoutier geplant.

Bis dahin ist der Weg allerdings noch weit. „Wenn man die größte Windkraftanlage der Welt baut, ist fast alles, was man tut, eine noch nie dagewesene Herausforderung", sagt Luis Álvarez, Adwen General Manager. Um Überraschungen möglichst zu vermeiden, werden alle Komponenten zuvor an Land getestet. Die Versuche laufen am Dynamic Nacelle Testing Laboratory (Dynalab) in Bremerhaven, das das Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) mit Hauptsitz in Kassel betreibt.

Im Fokus der Testreihen steht das Getriebe

Vor allem das Getriebe wird sorgfältig untersucht. Es ist gewaltigen Wechselkräften ausgesetzt, die vor allem bei böigem Wind auftreten. Auf dem Teststand werden die extremsten Wetterbedingungen simuliert, und das bei voller Leistung.

350 Sensoren geben Auskunft über das Wohlbefinden des Getriebes, zu starke Belastungen und Mängel bei der Schmierung der beweglichen Teile. So ist eine Feinjustierung möglich. Die spätere Testphase an der fertigen Mühle im Alltagsbetrieb lässt sich so drastisch verkürzen. Der Fraunhofer-Teststand, der 35 Millionen Euro gekostet hat, ging im Oktober 2015 in Betrieb.

Aus RePower wurde Adwen

Adwen ist ein Joint Venture des französischen Energiekonzerns Areva, der vor allem Kernkraftwerke baut, und dem spanischen Windgeneratorhersteller Gamesa. Beide Unternehmen halten jeweils 50 Prozent an Adwen. An Gamesa hat sich Siemens gerade mit 59 Prozent beteiligt. Gemeinsam sind Gamesa und die Siemens-Windsparte der größte Windenergieanlagenbauer der Welt.

Adwen ist darauf spezialisiert, Windenergieanlagen auf hoher See zu entwickeln und zu bauen. Was nun mit Adwen geschieht, ist noch offen. Areva könnten seine Adwen-Anteile nun an Gamesa und damit an Siemens verkaufen. Denkbar ist aber auch ein Verkauf an andere Interessenten. General Electric soll Interesse angemeldet haben.

Hier finden Sie das Ranking der neun größten Windradhersteller der Welt.

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Von Wolfgang Kempkens
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kommentare
05.07.2016, 07:32 Uhr Johannes Schiel
REpower schrieb sich mit großem E und kleinem P, heißt jetzt Senvion und ist ein Wettbewerber von Adwen.

11.07.2016, 04:51 Uhr PolitKoloskop
"Herz" und "Nieren" kann man weglassen. Boulevard-Niveau.

13.07.2016, 09:42 Uhr Staffan
Die Aussage "genug um 10.000 deutsche Durchschnittshaushalte mit Strom zu versorgen" stimmt nicht - Strom ist nicht saldierbar - kein Wind bedeutet Blackout! Arme Haushalte wenn der Wind nicht weht.

Das Problem ist die Physik. Die Physik entscheidet über die Machbarkeit und den Preis von Energiespeichern. Nach dem derzeitigen Stand der Physik ist eine Energiewende ohne Speicher nicht möglich. Mit Speichern ist die Energiewende aus ökonomischen Gründen unmöglich.

Warum sachlich bleiben, wenn es auch emotional geht - das ist die Methode, mit der Politiker, Medienvertreter und Vertreter der Ökostrombranche beängstigend erfolgreich sind.

18.07.2016, 12:59 Uhr PolitKoloskop
@Staffan: PROFECTO! Was einem übel aufstößt ist die Tatsache, dass an dieser Stelle dieser Stil praktiziert wird. Mehr als vierzig Jahre lese ich die VDI-Nachrichten, welche früher einen technisch-nüchternen Fakten-Stil aufwiesen. Man meint offensichtlich, dass ohne einem Trend /Mainstream zu folgen, man nicht "up to date" sei. Den Boulevard-Stil sollte man dennoch meiden.

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