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10.06.2015, 14:21 Uhr | 1 |

SEGEL HAT SICH ENTFALTET Satellit der Planetary Society fliegt nur mit Sonnenlicht

Die Planetary Society kann ihren ersten großen Erfolg feiern: Das Sonnensegel an dem Satelliten, den die private Raumfahrtorganisation ins All geschickt hat, ist komplett entfaltet. Die Initiatoren wollen Flugkörper entwickeln, die ihre Energie allein und direkt aus der Sonneneinstrahlung beziehen.

Sonnensegel am Satelliten LightSail-A
Á

32 Quadratmeter groß ist das Segel aus hauchdünner Folie, das den Satelliten voranbringen soll. 

Foto: Planetary Society

Drei Wochen nach dem Start in Cape Canaveral ist LightSail-A im geplanten Orbit. Wichtiger noch: Der Nano-Satellit, kaum größer als ein Laib Brot, hat sein 32 Quadratmeter großes Sonnensegel vollständig entfaltet. Die Nachricht löste Jubel aus bei der Planetary Society, einer privaten US-Organisation, deren Chef der Astronom Bill Nye ist. Sie hat damit den wichtigsten Schritt ihrer Mission getan, die darauf abzielt, komplett energie-autonome Raumfähren zu entwickeln.

Dass Sonnenlicht für die Stromversorgung von Satelliten genutzt wird, ist nicht neu. Das Besondere am LightSail aber ist, dass keine Umwandlung der Sonnenstrahlen in elektrische Energie erfolgt, sondern diese direkt auf das Segel einwirken. Die Photonen erzeugen Druck auf das Segel und sorgen so für den Antrieb des Satelliten. Die Beschleunigung, die dadurch möglich wird, ist zwar schwach, dafür aber kontinuierlich und erlaubt sehr lange Reisen. Die Raumfahrtbegeisterten träumen davon, auf diese Weise irgendwann Strecken bis zu weit entfernten Planeten bewältigen zu können.

Kooperation mit SpaceX

LightSail-A ist der Testlauf, bei dem die Handhabung und Stabilität des Segels untersucht wird. Eine tatsächliche Beschleunigung des Satelliten soll erst auf einer weiteren Mission im Dezember 2016 stattfinden, die gemeinsam mit dem privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX geplant ist. Dann werde sich der Nachfolger weit genug von der Erde entfernen, um nicht von der Anziehungskraft der Atmosphäre gebremst zu werden.

Der Mini-Satellit war am 20. Mai ins All gestartet. (LINK) Seit dem Absetzen des kleinen Trabanten hatte es eine Reihe von Problemen gegeben: Softwareausfälle, zwei Signalverluste und „unerwartetes Verhalten der Batterie“, wie Nye berichtet. Dennoch scheint das Projekt nun zu laufen. Forscher analysieren jetzt die ersten Fotos vom entfalteten Segel, das aus Mylar besteht – eine Polyesterfolie, die nur ein Viertel der Dicke eines gewöhnlichen Müllbeutels hat.

Der Traum des Carl Sagan

Mitgründer der Planetary Society war der bekannte Astrophysiker Carl Sagan. Dessen Traum von einer Raumfahrt, die den Menschen dient und von Bürgern getragen wird, will Nye vorantreiben – und dabei spart er nicht mit Pathos. „Wir brauchen Unterstützer wie Sie, um zu diesem epischen Punkt in der Geschichte der Raumfahrt zu kommen. LightSail hält das Versprechen – wage ich es zu sagen – die Welt zu verändern!“ schreibt der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft auf der Crowdsourcing-Plattform Kickstarter.

Videoquelle: Planetary Society

Dort wirbt er für Beiträge zu dem Projekt, und das mit einigem Erfolg. Das Ziel der laufenden Kampagne, 200.000 Dollar einzunehmen, ist schon weit übertroffen, nachdem rund 17.000 Unterstützer mehr als 800.000 Dollar zugesagt haben. Von den geschätzten fünfeinhalb Millionen Dollar, die für das gesamte Projekt notwendig sind, fehlen laut Nye nur noch etwa 1,2 Millionen.

In etwa einer Woche soll die Arbeit im All fürs erste getan sein. Dann wird LightSail-A beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen. 

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Von Werner Grosch
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kommentare
13.06.2015, 00:05 Uhr fherb
Was ist denn damit gemeint (?):

"Dann werde sich der Nachfolger weit genug von der Erde entfernen, um nicht von der Anziehungskraft der Atmosphäre gebremst zu werden."

Noch nie davon gehört, dass die Anziehungskraft der Erdatmosphäre gegenüber der Erdanziehung einen wesentlichen Einfluß auf die Raumfahrt hat. Ein Fuselfehler?

"Sonnensegel bei einem Test 2014 - Sie haben keine Berechtigung dieses Objekt zu betrachten."

Schade, dass mir die Berechtigung fehlt!

Bitte Qualität vor Quantität! Das ist immer noch Grundeinstellung der meisten deutschen Ingenieure.

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