Aus Teilen des Model 3 07.04.2020, 10:20 Uhr

Tesla: Ingenieure bauen Beatmungsgerät aus Autoteilen

Beatmungsgeräte sind in vielen Ländern knapp. Aufgrund des starken Anstiegs von Covid-19-Infektionen bieten zunehmend Autohersteller ihre Hilfe an. Teslas Ingenieure haben nun einen Prototypen aus Autoteilen vorgestellt.

Der Tesla Roadster soll 2020 auf den Markt kommen. Ob die Coronakrise den Launch verzögert?

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Foto: Tesla

Wie Technik aus dem Tesla 3 gegen Corona helfen soll

Der Touchscreen vom Tesla Model 3 findet in der aktuellen Coronakrise nicht nur im E-Auto Anwendung: Das Beatmungsgerät aus der Tesla-Schmiede bedient sich vieler Teile aus der ursprünglichen Fertigung. In einem Video präsentieren die Ingenieure den Prototyp eines Beatmungsgeräts.

Das Ziel des Unternehmens ist es, mit möglichst vielen Teilen aus seiner Autoproduktion Beatmungsgeräte herzustellen, um schnell eine Fertigung ans Laufen zu bekommen. Denn viele Krankenhäuser haben zu wenige Beatmungsgeräte. Grund sind die Unterbrechungen in den Lieferketten, so dass Krankenhäuser dringend auf weitere Beatmungsgeräte warten.
Das Coronavirus stellt die Intensivstationen vor eine gewaltige Herausforderung, Intensivmediziner Christian Karagiannidis erklärt im Interview, wie sich die Kliniken vorbereiten – und was sich jetzt dringend ändern muss. Denn in New York ist es mittlerweile so, dass teilweise 2 Patienten an einem Beatmungsgerät hängen.

Hier geht es zum gesamten Interview.

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Touchscreen des Tesla 3 für Beatmungsgerät verwendet

Tesla hat für sein Beatmungsgerät unter anderem den Touchscreen und Teile der Steuerung aus dem Model 3 entnommen. Für die Sauerstoffmischkammer wurde ein Luftfedertank aus den Fahrzeugen verwendet. Ob das für eine Serienproduktion reicht, lässt sich noch nicht sagen. Tesla spricht auch selbst von einem Prototyp.

Tesla und viele andere Autohersteller unterstützen aktuell das Gesundheitswesen. Masken werden gespendet, die Autohersteller für den Arbeitsschutz verwenden. Auch andere Marken wie Ford wollen in ihrem Werk in Michigan gemeinsam mit General Electrics Healthcare 50.000 Beatmungsgeräte für Covid-19-Patienten herstellen. Ford baut jedoch ein Beatmungsgerät nach, anstatt Teile aus der eigenen Produktion zu verwenden.

Cuomo sieht Unterbrechung der Lieferkette als größte Hürde

Laut dem New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo stellt die Unterbrechung der Lieferkette die größte Hürde für alle Hersteller dar. „Ihr Zeitrahmen funktioniert offen gesagt nicht für unseren unmittelbaren Höhepunkt“, sagte er auf einer Pressekonferenz. „Niemand kann Ihnen jetzt in zwei Wochen ein Beatmungsgerät herstellen.“

Teslas Gigafactory stellte die Produktion im Gegensatz zu den meisten anderen Autoherstellern nicht ein. Die Produktion wurde aber auf ¼ zurückgefahren. Musk hatte sich laut der Agentur Bloomberg nur widerwillig bereit erklärt, Beatmungsgeräte in die Produktion aufzunehmen. Der CEO von Tesla war in der letzten Zeit in die Kritik geraten, weil er in einem Tweet die Schwere der Covid-19-Pandemie angezweifelt hatte. Kürzlich machte Musk eine Kehrtwende und relativierte seine Aussage, wies aber daraufhin, dass Panikmache schlimmer sei als das Virus.

Das Unternehmen Tesla hat die Automobilbranche in den letzten Jahren mit innovativen Elektroautos herausgefordert und seit seiner Gründung 2009 dafür gesorgt, dass Elektroautos zu einer ernstzunehmenden Alternative zum Benziner werden konnten.

Am 01. Juli 2003 fällt in San Carlos, Kalifornien der Startschuss für Tesla. Martin Eberhard und Marc Tarpenning rufen das Unternehmen Tesla als Reaktion auf die Vernichtung fast aller EV1 ins Leben. Beide finanzierten die Firma bis zur ersten Finanzierungsrunde selbst. Im gleichen Jahr kommen Elon Musk und JB Straubel hinzu. Musk zuerst als Investor und Vorsitzender des Verwaltungsrates. Erst nach dem Weggang der beiden ursprünglichen Gründer im Jahr 2008 nimmt Elon Musk den Chefposten ein und ist maßgeblich für die aktuelle Ausrichtung des Unternehmens verantwortlich.

Heute hat das Unternehmen rund 38.000 Mitarbeiter und einen Umsatz von rund 21,5 Milliarden US-Dollar. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich heute in Palo Alto. Die erste Fabrik, die „Tesla Factory“ befindet sich in Fremont, Kalifornien. Zusätzlich besitzt das Unternehmen sogenannte Gigafactories, die Akkus für die Fahrzeuge und Solarsysteme herstellen.

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Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura schreibt zu den Themen Technik, Forschung und Karriere. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Aktuell arbeitet sie als Pressesprecherin beim VDI e.V.

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