Sensoren erkennen Unfall 01.09.2014, 06:56 Uhr

Telekom und Canyon entwickeln vernetztes Fahrrad

Baut der Fahrer in der Wallapampa einen Unfall, läuft er nicht Gefahr, im Gebüsch hilflos zu versauern: Denn das Connected Bike erkennt den Sturz mit Sensoren, der Bordcomputer meldet sich auf dem Smartphone des Fahrers. Reagiert er nicht, ruft das Fahrrad Hilfe. Entwickler sind die Deutsche Telekom und der Koblenzer Radbauers Canyon.

Ehe das Connected Bike in den Handel kommt, sollen es ausgewählte Testfahrer mehrere Monate lang auf Herz und Nieren prüfen. Der Preis ist noch unbekannt.

Ehe das Connected Bike in den Handel kommt, sollen es ausgewählte Testfahrer mehrere Monate lang auf Herz und Nieren prüfen. Der Preis ist noch unbekannt.

Foto: Deutsche Telekom

Das Connected Bike ist mit Sensoren ausgestattet, die Geschwindigkeit, Erschütterungen und die Neigung des Rades zur Senkrechten messen, dazu noch die Kilometerleistung. Sie stecken in der On-Board-Unit, die im Rahmen verborgen ist. Außer den Sensoren enthält diese Einheit einen GPS-Empfänger, der ständig die aktuelle Position des Rades ermittelt, und ein Funktelefonmodul. Versorgt wird die Elektronik von einem Akku, der vom Radnabendynamo aufgeladen wird.

Crashsensoren reagieren auf Erschütterungen

Zu den Funktionen des Rades gehört das Absetzen eines Notrufs, wenn ein Unfall passiert ist. Den erkennt das Rad mit seinen Sensoren. Wenn beispielsweise die Geschwindigkeit abrupt auf Null sinkt, der Crashsensor heftige Erschütterungen registriert oder das Rad plötzlich in extreme Schieflage gerät, schließt der Bordrechner auf einen Unfall. Per Funkmodul versucht er dann, Kontakt zum Smartphone des Besitzers aufzunehmen.

Die Elektronik des Connected Bikes ist im Rahmen versteckt. Die Sensoren registrieren unter anderem die Neigung des Fahrrads und einen abrupten Abfall der Geschwindigkeit.

Die Elektronik des Connected Bikes ist im Rahmen versteckt. Die Sensoren registrieren unter anderem die Neigung des Fahrrads und einen abrupten Abfall der Geschwindigkeit.

Foto: Deutsche Telekom

Geht das schief, alarmiert er eine zuvor eingegebene Notfallnummer, etwa die 110, und gibt die per GPS ermittelten Koordinaten durch. Die Genauigkeit liegt bei weniger als zehn Metern. Wenn das europäische Satellitennavigationssystem Galileo mal in Betrieb genommen werden kann, geht es noch genauer.

Geklautes Connected Bike gibt Position durch

Per Smartphone und einer speziellen App kann der Radbesitzer ständig Kontakt zu seinem Rad aufnehmen. Bei einem Diebstahl etwa ruft er die Koordinaten ab und sucht dort selbst oder bittet die Polizei um Mithilfe. Die App ermöglicht es ihm auch, technische Daten abzurufen, etwa den Kilometerstand. Der Bordcomputer ermittelt aus den Belastungsdaten ständig den Zustand der Bauteile und gibt Empfehlungen für Wartung und Teiletausch. Wer beispielsweise oft scharf bremst, braucht früher neue Bremsklötze als jemand, der es eher ruhig angehen lässt.

Dieben macht das Connected Bike das Leben schwer: Die Position des Fahrrads kann der Besitzer jederzeit auf seinem Smartphone verfolgen.

Dieben macht das Connected Bike das Leben schwer: Die Position des Fahrrads kann der Besitzer jederzeit auf seinem Smartphone verfolgen.

Foto: Deutsche Telekom

Das Connected Bike ist eine Gemeinschaftsentwicklung des Koblenzer Radbauers Canyon und der Deutschen Telekom. Anfang nächsten Jahres soll es von ausgesuchten Radlern mehrere Monate lang getestet werden, ehe es in den Handel kommt. Der Preis für das schlaue Rad ist noch nicht festgelegt.

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