VW-Treffen am Wörthersee 16.05.2015, 07:33 Uhr

Schweizer Karosseriebauer zeigt VW-Bulli mit 530 PS

Ein Schweizer Karosseriebauer hat seinen Uralt-Bulli mit Porschebauteilen zu einem Rennwagen umgebaut. Er bringt jetzt 530 PS auf die Straße. Zu sehen ist der Monster-Bulli beim großen VW-Treffen am Wörthersee.

Getunter T1 auf der Rennpiste: Der Monster-Bulli beschleunigt mit 530 PS auf bis zu 230 km/h. 

Getunter T1 auf der Rennpiste: Der Monster-Bulli beschleunigt mit 530 PS auf bis zu 230 km/h. 

Foto: VW Nutzfahrzeuge

Fred Bernhard, gelernter Karosseriebauer aus der Schweiz, hat seinen 1962er-Bulli nach allen Regeln der Kunst aufgemotzt: Statt des Originalmotors, der nur 32 PS auf die Hinterachse brachte, ist Bernhard jetzt mit 530 PS unterwegs. Mit Hilfe kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffs hat er die einstige Rostlaube zusätzlich verschlankt, wie es sich für einen Rennwagen gehört. Mit einem Gewicht von 3,8 kg pro kW Motorleistung erreicht der „Bulle unter den Bullis“, wie Bernhard sein Gefährt nennt, einen ähnlichen Wert wie ein reinrassiger Sportwagen. „Ein echter Eiltransporter“, freuen sich die Bulli-People auf ihrer Homepage.

VW-Bulli hat Motor eines Porsche 993 Bi-Turbo

Dass der T1 ohne umzufallen ebenso flott wie ein Sportwagen um die Kurve fährt, darf bezweifelt werden. Da helfen auch Rennsportfelgen und überbreite Reifen nichts. Warum der Schweizer den teuren Umbau dennoch machte? „Es war für mich eine berufliche Herausforderung“, sagt Bernhard. „Ich wollte herausfinden, was im Bereich des Machbaren liegt.“ Sechs Jahre hat er gebraucht, um das herauszufinden.

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Der Monster-Bulli legt sich in die Kurve: Verbaut sind Leichtmetall-Sechszylindermotor, Lenkung und Bremsanlage eines Porsche 993 Bi-Turbo.

Der Monster-Bulli legt sich in die Kurve: Verbaut sind Leichtmetall-Sechszylindermotor, Lenkung und Bremsanlage eines Porsche 993 Bi-Turbo.

Quelle: VW Nutzfahrzeuge

Immerhin galt es, einen luftgekühlten Leichtmetall-Sechszylindermotor nebst Lenkung und Bremsanlage eines Porsche 993 Bi-Turbo in das betagte Schätzchen zu integrieren. Eine weitere Herausforderung war es, die gewaltigen Kräfte, die der Porsche-Motor entwickelt – bis zu 757 Nm – über das Sechsganggetriebe eines Porsche 996 GT3 auf die Achse zu übertragen. In dieser Konstellation überschreitet der klobige Bulli locker die Tempo-200-Marke. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h.

Monster-Bulli spaltet Gemüter beim VW-Treffen am Wörthersee

Derzeit ist der Monster-Bulli beim 34. Treffen der Volkswagenfreunde in Reifnitz am Wörthersee in Österreich zu bewundern – oder als Frevel zu beschimpfen. Denn die Besucher der Volkswagen-Imageveranstaltung, zu der Fahrzeuge aller Konzernmarken kommen dürfen, und die dort anzutreffenden Oldie-Besitzer sind keineswegs alle mit einem solchen Umbau einverstanden.

Fred Bernhard vor seinem getunten T1: Der Schweizer Karosseriebauer hat sechs Jahre an der Umrüstung getüftelt. 

Fred Bernhard vor seinem getunten T1: Der Schweizer Karosseriebauer hat sechs Jahre an der Umrüstung getüftelt.

Quelle: VW Nutzfahrzeuge

Viele lassen nur Originalteile gelten, was dazu führt, dass sie ein wenig länger brauchen, um zum Event zu kommen. Was aber keinen abschreckt. Schon melden sich die ersten VW-Fans zum nächsten Treffen an. Das findet am gleichen Ort vom 4. bis 7. Mai 2016 statt.

 

 

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

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