Erster Test nach Update 18.02.2016, 08:58 Uhr

Schummelsoftware: Nach Update steigt Verbrauch, Leistung bleibt konstant

Die gute Nachricht zuerst: Die Motor- und Fahrleistungen der manipulierten VW-Dieselmodelle bleiben auch nach dem Update in der Werkstatt konstant. Allerdings: Der Verbrauch steigt. Das zeigt ein erster Test der Zeitschrift auto motor und sport mit zwei VW Amarok vor und nach dem Update.

Viele Experten und Autofahrer befürchten, dass ihr VW nicht mehr der gleiche ist, wenn Volkswagen die Schummelsoftware zur Einhaltung von Abgaswerten updatet. Vor allem geringere Leistungen und höhere Verbräuche werden befürchtet. Jetzt gibt es einen ersten Test der Ingenieure der Zeitschrift auto motor und sport mit zwei VW Amarok, die bereits in der Werkstatt mit der neuen Software ausgestattet wurden.

Leistung bleibt gut, Verbrauch steigt um gut einen halben Liter

Ergebnis: Die Leistung bleibt gleich hoch, allerdings steigt der Verbrauch. Ärgerlich: Trotz des Aufwandes geht der NOx-Ausstoß nicht etwa zurück, sondern bleibt gleich. Da stellt sich die Frage: Was hat eigentlich die Umwelt von der ganzen Aufregung und dem Update?

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auto motor und sport hat die Spezialisten des britischen Analyseunternehmens Emissions Analytics engagiert, um zwei VW Amarok vor und nach dem Update ausgiebig zu testen. 8000 Exemplare des großen Pritschenwagens sind in Deutschland vom Abgasskandal betroffen und müssen nachgerüstet werden. Der Amarok ist das erste Auto, das VW in die Werkstätten ruft. Mit dem Auto will der Konzern Erfahrungen sammeln, ob die Lösungen funktionieren, die die VW-Ingenieure entwickelt haben.

Elastizitätswerte der upgedateten Autos sind sogar leicht besser

Beide Fahrzeuge hat sich die Redaktion privat von ams-Lesern besorgt. Sie werden vom Skandalmotor EA189 (2.0 TDI mit 163 PS) angetrieben und waren mit Schummelsoftware ausgestattet. Überprüft wurden das Fahrverhalten vor und nach dem Update auf der Straße, die Verbrauchs- und Abgaswerte und alle Leistungswerte des Fahrzeugs. Erstaunlich: Die Leistung des Motors bleibt praktisch trotz Update gleich.

Trotz der veränderten Motorsteuerung waren Leistung und Fahreindruck bei beiden Fahrzeugen in Teilbereichen sogar leicht verbessert, meldet auto motor und sport. Bei einem Testwagen stieg die Leistung von 166 
auf 169 PS, beim anderen blieb sie mit 165 PS gleich, während sich das maximale Drehmoment um zwei bzw. vier Newtonmeter erhöhte. Auch die Elastizitätswerte (Beschleunigung von 60 auf 100 km/h im fünften und sechsten Gang) fielen eher besser aus.

Stickoxidwerte verändern sich überraschend nicht

Auf den Stickoxidausstoß hat die modifizierte Software ebenfalls keine messbaren Auswirkungen. Das allerdings ist ärgerlich. Warum der ganze Aufwand, wenn sich die Stickoxidwerte nicht verbessern? Die Test-Amaroks kamen im Test vorher wie nachher im Schnitt auf 1,5 g NOx pro Kilometer. Gleichzeitig stieg allerdings der Verbrauch der beiden Testwagen. Auf der modifizierten auto motor und sport-Eco-Runde mit Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn erhöhte sich der Verbrauch beim ersten Amarok um 0,7 Liter von 8,2 auf 8,9 Liter, beim zweiten Modell um 0,5 Liter pro 100 Kilometer.

Das zeigt: Die Umwelt hat gar nichts von dem Update. Im Gegenteil: Die Autos, die jetzt den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, verbrauchen mehr Diesel und emittieren damit mehr Klimagas CO2 in die Umwelt. Immerhin erwarten die Ingenieure von auto motor und sport,  dass der Mehrverbrauch bei den anderen betroffenen VW-Modellen niedriger liegen wird. Denn die sind deutlich leichter und aerodynamischer.

 

Ein Beitrag von:

  • Axel Mörer-Funk

    Axel Mörer-Funk ist Gesellschafter der Medienagentur S-Press in Bonn. Nach einem Volontariat beim Bonner Generalanzeiger und dem Besuch der Journalistenschule Hamburg arbeitete er u.a. als freier Journalist für dpa, Bunte und Wirtschaftswoche.

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