Projekt von Renault und The Mobility House 28.09.2018, 12:22 Uhr

Portugiesische Insel soll völlig CO2-frei werden

Nur Windkraft, Solarenergie und Elektroautos: Auf Porto Santo sollen gut 5.000 Menschen bald völlig emissionsfrei leben. Elektroautos dienen dabei nicht nur als Fahrzeuge, sondern auch als temporäre Energiespeicher.

Elektroautos und ausschliesslich grüner Strom: Porto Santo soll komplett emissionsfrei werden.

Foto: The Mobility House

Für das Projekt hat Renault zu Beginn des Jahres 20 E-Autos zur Verfügung gestellt.

Foto: Renault

Schöne Kulisse: Ein Renault Zoe am Strand von Porto Santo.

Foto: Renault

Intelligentes Ökosystem auf Porto Santo: Die Batterien der Elektroautos werden auch als Zwischenspeicher für die Stromversorgung genutzt.

Foto: Renault

An der Stromtankstelle: Mit dem Renault Kangoo wird auf Porto Santo elektrisch Taxi gefahren.

Foto: Renault

Ein Renault Zoe wird auf Porto Santo an der Heimladestation aufgeladen.

Foto: Renault

Elektrisch unterwegs auf der kleinen portugiesischen Insel Porto Santo. Sie hat rund 5.000 Einwohner.

Foto: Renault

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
ista SE-Firmenlogo
Projektingenieur - Technische Gebäudeausrüstung und Energiedienstleistungen (m/w/d) ista SE
Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Straßenplanung und Entwurf Die Autobahn GmbH des Bundes
Dillenburg Zum Job 
über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Zweigniederlassungsleiter Großprojekte West (m/w/d) über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft
Nordrhein-Westfalen Zum Job 
über Kienbaum Consultants International GmbH-Firmenlogo
Leitung (m|w|d) Hoch- und Ingenieurbau über Kienbaum Consultants International GmbH
Baden-Württemberg Zum Job 
intecplan integrierte technische Planung GmbH-Firmenlogo
Projektleiter:in (m/w/d) TGA intecplan integrierte technische Planung GmbH
Düsseldorf Zum Job 
BG ETEM-Firmenlogo
Dozent/in (m/w/d) in der Bildungsstätte Dresden BG ETEM
Dresden Zum Job 
BRAMM Bau GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur - Tiefbau & Rohrvortrieb (m/w/d) BRAMM Bau GmbH
Vaihingen an der Enz Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur im Facility Management (w/m/d) DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Straßenbau Die Autobahn GmbH des Bundes
EMS-CHEMIE (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Produktionsleiter Kunststoffherstellung LFT (m/w/d) EMS-CHEMIE (Deutschland) GmbH
Groß-Umstadt Zum Job 
Landratsamt Sigmaringen-Firmenlogo
Sachgebietsleitung Straßen- und Ingenieurbau (w/m/d) Landratsamt Sigmaringen
Sigmaringen Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Städtische Hochbauprojekte GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
Netzgesellschaft Potsdam GmbH-Firmenlogo
Projektleiter / Bauleiter (m/w/d) Netzbau und Anlagenbau Strom Netzgesellschaft Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG-Firmenlogo
Ingenieur Messstellenbetrieb Erdgas, Wasser und Wärme (w/m/d) Infraserv GmbH & Co. Höchst KG
Frankfurt am Main Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Straßenbau - Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
MVV Biogas GmbH-Firmenlogo
Betriebsingenieur Biogas (m/w/d) MVV Biogas GmbH
Barby, Bernburg (Saale), Dresden, Wanzleben-Börde, Kroppenstedt, Staßfurt Zum Job 
Gemeinde Pullach i. Isartal-Firmenlogo
Mitarbeiter (m/w/d) für den technischen Bauunterhalt Gemeinde Pullach i. Isartal
Pullach i. Isartal Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Vertriebsingenieur/ Projektleiter (m/w/d) Medizintechnik (CT) und Windkraft Asien Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Aarsleff Rohrsanierung GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) Aarsleff Rohrsanierung GmbH
Röthenbach Zum Job 
Stadt Freiburg-Firmenlogo
Ingenieur*in / Techniker*in / Meister*in Elektrotechnik als Projektleitung Stadt Freiburg
Freiburg Zum Job 

Auf Porto Santo wird es niemals kalt und selten heiß. Die Luft ist trocken und konstant mild, Heizung und Klimaanlagen braucht es hier kaum. Die Insel nahe Madeira ist kaum größer als der Berliner Bezirk Mitte, und der Bedarf an moderner Energieversorgung ist trotz des stabilen Klimas hoch, schließlich kommt der Strom hier oft noch aus einem Dieselgenerator. Ein ideales Testgebiet für das Projekt, das die Münchener Firma The Mobility House (TMH) gemeinsam mit Renault und dem örtlichen Energieversorger gestartet hat.

In drei Jahren soll es auf Porto Santo mit seinen gut 5.000 Einwohnern praktisch nur noch Elektroautos geben, und der Strom dafür soll ausschließlich durch Windräder und Photovoltaikanlagen erzeugt werden. Bei durchschnittlich zehn Sonnenstunden pro Tag selbst im Januar scheint vor allem die Solartechnik vielversprechend.

Altbatterien als zusätzliche Speicher

Die beteiligten Unternehmen sehen das Projekt als Modell für eine Zukunft, in der selbst ganze Städte komplett emissionsfrei funktionieren könnten. Der Clou an dem Konzept ist, dass die Stromspeicher der E-Autos „bidirektional“ arbeiten. Sie können also nicht nur geladen, sondern auch gezielt entladen werden. Außerdem ermögliche eine neue Technologie den Anschluss an das lokale Stromnetz. Die Batterien werden damit zu temporären Speichern, wenn gerade mehr Energie erzeugt als gebraucht wird – und zu Reserven im umgekehrten Fall. Hinzu kommen so genannte Second-Life-Batterien, also ausgediente Fahrzeugakkus, die Renault zur Verfügung stellt und die als zusätzliche Speicher dienen sollen.

Teurer Netzausbau gar nicht nötig?

Die zweite wichtige Voraussetzung für das Funktionieren des Konzeptes ist die intelligente Steuerung. Über eine selbst entwickelte Software und eine Internetverbindung an jeder Ladesäule kann TMH von München aus die Ladevorgänge steuern und überwachen. Dadurch könne „in Echtzeit“ auf die steigende oder sinkende Nachfrage des Energieversorgers EEM reagiert werden, „wodurch ein kostengünstigeres und stabilisierteres Stromnetz gewährleistet wird“, sagt Thomas Raffeiner, Geschäftsführer von TMH. Das Unternehmen will mit dem Projekt eben auch beweisen, dass eine nachhaltige Energieversorgung ohne einen teuren Netzausbau möglich sein kann. Wenn nicht überall, so doch auf Inseln, in Städten, Flughäfen oder Stadien.

Strompreis soll drastisch sinken

Im Sommer 2018 wurden die ersten 20 Elektroautos von Renault an öffentliche Einrichtungen, private Unternehmen und Bewohner der Insel übergeben. Damit läuft nun der Praxistest, für den 40 Ladestationen zur Verfügung stehen.

TMH ist aber schon jetzt überzeugt, dass sich das Konzept bewähren und vor allem auch bei der Bevölkerung auf Zustimmung stoßen wird. Denn die gut 1.000 E-Autos, die ab 2022 zur Verfügung stehen sollen, dürften kostenlos genutzt werden. Außerdem werde der Strompreis durch Wind und Sonne im Vergleich zu den Dieselgeneratoren drastisch sinken: Von mehr als 50 Cent pro Kilowattstunde auf nur noch drei bis vier Cent.

Über das Speichern von Windstrom in riesigen Betonkugeln im Bodensee können Sie sich hier informieren.

Das erste Elektroauto, das dafür zugelassen ist, Teil des Stromnetzes zu werden, ist ein Nissan Leaf.

Ein Beitrag von:

  • Werner Grosch

    Werner Grosch ist Journalist und schreibt vor allem über Technik. Seine Fachgebiete sind unter anderem Elektromobilität, Energie, Robotik und Raumfahrt.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.