Car2go plus Rad 03.06.2014, 13:40 Uhr

Modellprojekt: Mit dem Faltrad zum Carsharing-Smart

Die Nutzer von Car2go, dem Carsharing Angebot von Daimler, sollen künftig per Faltrad zu ihrem Smart rollen. Dazu haben der Faltradhersteller Tern und Car2go eine Partnerschaft geschlossen. Die Falträder passen perfekt in den Kofferraum des kleinen Smart und erhöhen so den Radius bis zum nächsten freien Car2go-Auto. 

Das Klapprad Link Uno des Herstellers Tern passt perfekt in den Kofferraum des Smart. Jetzt wollen beide Unternehmen erreichen, dass Carsharing-Nutzer mit dem Rad ihr Auto abholen und dadurch mehr Smart-Standorte erreichen können.

Das Klapprad Link Uno des Herstellers Tern passt perfekt in den Kofferraum des Smart. Jetzt wollen beide Unternehmen erreichen, dass Carsharing-Nutzer mit dem Rad ihr Auto abholen und dadurch mehr Smart-Standorte erreichen können.

Foto: Tern Bicycles

Die Idee ist nicht schlecht und hat Potenzial: Kombiniert man ein praktisches Faltrad mit einem städtischen Carsharing-Angebot, erhöht das die Mobilität und Flexibilität ungemein. Jetzt melden der taiwanesische Faltradspezialist Tern und der Carsharing-Anbieter Car2go des deutschen Automobilherstellers Daimler, dass sie eine strategische Partnerschaft eingegangen sind. Für die Kunden beider Unternehmen gibt es jeweils Rabatte, wenn sie das Angebot des Partnerunternehmens ebenfalls nutzen.

Die Vergünstigungen fallen zwar eher begrenzt aus, zumal sie bisher nur in Mailand, Florenz und Rom und nur bis zum 31. Juli dieses Jahres gelten. Aber, wie gesagt, die Idee ist gut und nachahmenswert.

Faltrad von Tern passt perfekt in den Kofferraum des Smart

Car2go ist in Deutschland schon in sieben Städten mit über 3000 Fahrzeugen aktiv und hat 160.000 registrierte Nutzer. Die Autoflotte, die ausschließlich aus Smart-Modellen bestehen, hat keinen festen Standort, sondern steht frei geparkt irgendwo im Stadtbereich – typischerweise dort, wo der letzte Kunde ausgestiegen ist. Über eine App oder eine Telefonhotline lässt sich der nächste Kunde den Standort der Fahrzeuge anzeigen, begibt sich dorthin und kann den Wagen mit seiner Mitgliedskarte in Betrieb nehmen. Abgerechnet wird im Minutentakt oder über eine Tagesmiete. In Berlin bietet Car2go zurzeit einen 24-Stunden-Tarif für 39 Euro an, inklusive Tanken und 100 Freikilometer.

MIt dem Faltrad zum nächsten Smart: Diese Modellprojekt von Car2go ist derzeit auf Italien begrenzt.

MIt dem Faltrad zum nächsten Smart: Diese Modellprojekt von Car2go ist derzeit auf Italien begrenzt.

Quelle: Tern Bicycle

Die 5500 Smarts, die in zwölf europäischen Städten zur Car2go-Flotte gehören, haben zwar einen ausgesprochen kleinen Kofferraum. Aber das Faltrad Link Uno von Ter passt rein. Es ist die einfache, puristische Variante ohne Schnickschnack und kostet deshalb für ein Faltrad vergleichsweise geringe 500 Euro.

„Das Link-Rad passt so perfekt in den Kofferraum des Smart, dass man meint, sie sind füreinander geschaffen“, freut sich Joshua Hon, der Vizepräsident von Tern. Mit dem Klapprad als zusätzlichem Fortbewegungsmittel lässt sich natürlich der Aktionsradius deutlich vergrößern, wodurch der Kunde auf wesentlich mehr Autos zugreifen kann.

Car2go hat sich kürzlich aus Großbritannien zurückgezogen

Als Anreiz sollen die Tern-Besitzer einen 30-minütigen Fahrtbonus erhalten, wenn sie Kunde bei Car2go werden. Umgekehrt erhalten Carsharing-Kunden Rabatte auf bestimmte Zubehörartikel von Tern. Das Angebot gilt zunächst nur in Mailand, Rom und Florenz, soll aber ausgebaut werden, wenn Car2go in weiteren italienischen Städten verfügbar ist.

Wie Carsharing prinzipiell angenommen wird, lässt sich oft schwer vorhersagen. Gerade erst musste Car2go die Erfahrung machen, dass die Briten sich nur schwer mit der Idee anfreunden können, ein Auto zu teilen. Nach nur einem Jahr schloss die Daimler-Tochter die Standorte in London und Birmingham und zog sich aus Großbritannien zurück. Dafür will Car2go nun den Westen der USA ins Visier nehmen. Ab diesem Monat stehen im Großraum Los Angeles 150 Smart Fortwo bereit. 

Ein Beitrag von:

  • Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck ist seit 2001 journalistisch unterwegs in Print- und Online-Medien. Neben Architektur, Kunst und Design hat sie sich vor allem das spannende Gebiet der Raumfahrt erschlossen.

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