Zehn Flüge mit Hyperschall 24.07.2026, 08:43 Uhr

Mach 5, Landung, Neustart: Talon-A soll den Hyperschalltest verändern

Stratolaunch meldet mehr als zehn Hyperschallflüge mit Talon-A. Das autonome Raketenflugzeug landet selbstständig auf einer normalen Landebahn.

Talon-A2 von Stratolaunch auf der Landebahn

Talon-A2 von Stratolaunch auf der Landebahn: Das unbemannte Raketenflugzeug erreicht Geschwindigkeiten von mehr als Mach 5 und kann nach dem Testflug autonom landen.

Foto: Stratolaunch

Hyperschallversuche enden häufig nach wenigen Minuten im Meer. Das US-Unternehmen Stratolaunch verfolgt mit Talon-A ein anderes Konzept: Das unbemannte Fluggerät soll nach dem Einsatz selbstständig auf einer Landebahn aufsetzen und erneut starten können.

Nach Angaben des Unternehmens hat Talon-A inzwischen mehr als zehn erfolgreiche Flüge oberhalb von Mach 5 absolviert. Stratolaunch will damit den Übergang von einzelnen Demonstrationsflügen zu regelmäßig verfügbaren Hyperschalltests geschafft haben. Eine vollständige Liste der Missionen und detaillierte Flugdaten veröffentlichte das Unternehmen allerdings nicht.

Warum die Landung wichtiger ist als Mach 5

Als Hyperschall gilt üblicherweise der Geschwindigkeitsbereich oberhalb von Mach 5. Diese Marke ist technisch nicht neu. Raketen, Wiedereintrittskörper und experimentelle Flugzeuge erreichen sie seit Jahrzehnten.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Stadt Köln-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) Stadtplanung, Geographie oder vergleichbar Stadt Köln
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)-Firmenlogo
Architektin / Architekt bzw. Ingenieurin / Ingenieur (w/m/d) als Referentin / Referent für Öffentliches Baurecht Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Vergabeingenieur (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
verschiedene Standorte Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) konstruktiver Ingenieurbau - Außenstelle Netphen Die Autobahn GmbH des Bundes
Netphen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau/ Brückenbau Die Autobahn GmbH des Bundes
A.S.T. Angewandte System Technik GmbH Energie & Umwelttechnik-Firmenlogo
Ingenieur Elektrotechnik / Energietechniker (w/m/d) A.S.T. Angewandte System Technik GmbH Energie & Umwelttechnik
Wolnzach Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Straßenplanung und Straßenentwurf - Außenstelle Netphen (nahe Siegen) Die Autobahn GmbH des Bundes
Netphen Zum Job 
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur (w/m/d) der Elektrotechnik für die Museumsinsel Berlin Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
hyjoin GmbH-Firmenlogo
Senior Design Engineer - Sondermaschinen- und Anlagenbau (gn) hyjoin GmbH
München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau - Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
Ingenieurbüro IBH Zaehle & Buse | Beratende Ingenieure PartG mbB-Firmenlogo
Fachplaner Versorgungstechnik / HKLS / TGA (m/w/d) Ingenieurbüro IBH Zaehle & Buse | Beratende Ingenieure PartG mbB
Karlsruhe Zum Job 
Freie Universität Berlin-Firmenlogo
Ingenieur*in für Elektrotechnik (w/m/d) Freie Universität Berlin
Freie Universität Berlin-Firmenlogo
Projektleitung Hochbau (w/m/d) Freie Universität Berlin
Stadt Sindelfingen-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) im Bereich öffentliche Gewässer Stadt Sindelfingen
Sindelfingen Zum Job 
BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung-Firmenlogo
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (m/w/d) der Fachrichtung Chemie, Physik, Bauingenieurwesen, Mineralogie, Materialwissenschaften oder vergleichbar BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Lederer GmbH-Firmenlogo
Mitarbeiter m/w/d für den Bereich Technischer Support Lederer GmbH
Ennepetal Zum Job 
Ingenieurbüro Fast und Partner-Firmenlogo
Ingenieur/in für Straßen- und Tiefbau (m/w/d) Ingenieurbüro Fast und Partner
Mannheim Zum Job 
Stadt Nürnberg-Firmenlogo
Ingenieur/in (FH) / Bachelor (w/m/d) Architektur / Bauingenieurwesen (Hoch- / Tiefbau) im Bereich Bunker- / Zivilschutz- und Kanalanlagen Stadt Nürnberg
Nürnberg Zum Job 
ELAC SONAR GmbH-Firmenlogo
Electronical Engineer / Elektroingenieur (m/w/d) ELAC SONAR GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung (w/m/d) Verkehrszentrale und Telematik Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg-Fischbach Zum Job 

Die eigentliche Herausforderung besteht darin, ein Fluggerät mehrfach kontrolliert durch diesen Geschwindigkeitsbereich zu führen. Bei Hyperschall entstehen starke Stoßwellen. Die Luft vor und an der Oberfläche wird verdichtet und erhitzt. Hinzu kommt der Wärmeeintrag aus der Grenzschicht. Hitzeschutz, Struktur, Elektronik und Steuerflächen müssen diese Belastungen überstehen.

Ein verlorener Testkörper liefert zwar Telemetriedaten, kann nach dem Flug aber nicht mehr untersucht oder erneut genutzt werden. Bei Talon-A sollen Ingenieure dagegen Nutzlast, Werkstoffe und Komponenten nach der Landung ausbauen und auf Schäden prüfen können. Das verkürzt im besten Fall die Vorbereitung des nächsten Versuchs.

Den Nachweis einer Wiederverwendung hatte Stratolaunch bereits mit Talon-A2 erbracht. Dasselbe Fahrzeug überschritt im Dezember 2024 und im März 2025 jeweils Mach 5 und landete anschließend autonom auf der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien. Beim zweiten Einsatz erreichte es nach Herstellerangaben eine höhere Geschwindigkeit als beim ersten.

Raketenflugzeug startet unter einem Trägerflugzeug

Talon-A hebt nicht aus eigener Kraft vom Boden ab. Zunächst trägt ein großes Flugzeug den Testkörper auf die vorgesehene Abwurfhöhe. Stratolaunch nutzt dafür die doppelrumpfige Roc und die umgebaute Boeing 747-400 „Spirit of Mojave“.

Die Roc besitzt eine Spannweite von rund 117 m und kann Talon-A zwischen ihren beiden Rümpfen transportieren. Die Boeing 747 soll Starts von unterschiedlichen Flughäfen und damit auch Versuche außerhalb der bisherigen Testgebiete an der US-Westküste ermöglichen.

Am Ausklinkpunkt trennt sich Talon-A vom Trägerflugzeug. Anschließend zündet sein Flüssigkeitsraketentriebwerk und beschleunigt das Fahrzeug auf das programmierte Flugprofil. Der Luftstart beginnt bereits in größerer Höhe und mit der Geschwindigkeit des Trägerflugzeugs. Ein Teil des energieaufwendigen Aufstiegs aus Bodennähe entfällt dadurch.

Nach der angetriebenen Flugphase sinkt Talon-A zur Landebahn ab. Flugführung und Landung laufen autonom. Dabei handelt es sich nicht um eine einsatzfähige Hyperschallwaffe, sondern um eine wiederverwendbare Testplattform, die unterschiedliche Messgeräte und Versuchsnutzlasten aufnehmen kann.

Testplattform für Werkstoffe und Abwehrtechnik

Windkanäle und numerische Simulationen können Hyperschallströmungen nur begrenzt nachbilden. Ein realer Flug zeigt, wie sich Bauteile unter gleichzeitig auftretenden aerodynamischen, thermischen und mechanischen Belastungen verhalten.

Talon-A kann unter anderem Versuche ermöglichen mit:

  • Werkstoffen und Hitzeschutzsystemen,
  • Navigations- und Flugsteuerungstechnik,
  • Sensoren und Kommunikationssystemen,
  • Verfahren zur Ortung von Hyperschallflugkörpern.

Besonders groß ist das militärische Interesse. Hyperschallflugkörper sind aufgrund ihrer Geschwindigkeit, möglichen Manöver und teilweise niedrigen Flugbahnen schwer frühzeitig zu erkennen und zu verfolgen. Die US Missile Defense Agency will Talon-A deshalb für die Erprobung neuer Abwehrarchitekturen nutzen. Welche konkreten Sensoren oder Systeme bei einzelnen Missionen getestet werden, bleibt meist geheim.

Am 6. März 2026 setzte Stratolaunch Talon-A3 bei der Mission FEX-04 der Missile Defense Agency ein. Die „Spirit of Mojave“ brachte das Fahrzeug vom Mojave Air and Space Port zu den vorgesehenen Abwurfbedingungen. Welche Rolle Talon-A3 während des Versuchs genau übernahm und welche Nutzlast an Bord war, teilten die Beteiligten nicht mit.

Triebwerk soll mehr Einsätze verkraften

Für den Antrieb nutzt Talon-A ein Hadley-Triebwerk des US-Herstellers Ursa Major. Es verbrennt flüssigen Sauerstoff und Kerosin. Eine weiterentwickelte Version mit der Bezeichnung H13 soll über ihren Lebenszyklus mehr Starts verkraften als bisherige Varianten.

Ursa Major spricht von mehr als doppelt so vielen möglichen Wiederverwendungen. Diese Aussage bezieht sich auf die Zahl der Einsätze eines Triebwerks und bedeutet nicht, dass es während eines Talon-A-Fluges mehrfach abgeschaltet und wieder gezündet wird. Der Hersteller soll Stratolaunch im Rahmen eines Auftrags über 32,9 Mio. US-$ mit 16 H13-Triebwerken beliefern.

US-Regierung finanziert weitere Testserien

Stratolaunch hat sich mehrere staatliche Aufträge gesichert. Die Missile Defense Agency vergab 24,7 Mio. US-$ für eine Hyperschall-Testkampagne. Hinzu kommt ein Auftrag über 90,8 Mio. US-$ aus dem Programm MACH-TB 2.0. Er umfasst mehrere luftgestützte Flugversuche innerhalb von zwei Jahren.

Das Ziel ist eine Testinfrastruktur, bei der neue Komponenten nicht monatelang auf eine seltene Flugmöglichkeit warten müssen. Wiederverwendbare Fahrzeuge könnten mehr Versuche ermöglichen und die Kosten pro Mission senken.

Quellenverzeichnis:

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.