Projekt „CopKa“ der TU München 13.11.2018, 07:00 Uhr

Feuerwehr-Drohne: Optimaler Rettungseinsatz durch sichere Echtzeitbilder

Für die Koordination der Rettungseinsätze braucht die Leitstelle eine gute Übersicht vom Unfallort. Forscher der TU München haben eine Drohne entwickelt, die den Rettungskräften Echtzeitbilder über einen sicheren Satellitenlink liefert. Künftig soll sie sogar selbständig arbeiten.

Muticopter fliegt über einem Feuer

Die von Forschern der TU München entwickelte Drohne kann von der Leitstelle aus gesteuert werden. Künftig soll sie sogar selbständig agieren können.

Foto: TUM/A. Heddergott

Die Situation am Unfallort ist für die eintreffenden Rettungskräfte oft schwierig und unübersichtlich. Für die optimale Koordination des Rettungseinsatzes benötigt die Leitstelle möglichst schnell viele Informationen und einen guten Überblick über die (Gefahren-)Lage. Im Rahmen des Projekts „CopKa“ haben Wissenschaftler der TU München gemeinsam mit ihren Partnern IMST GmbH, LSE Space GmbH und TV1 GmbH eine Drohne entwickelt, die den Rettungskräften ein vollständiges Bild vom Unfallort in Echtzeit liefert. Das Projekt-Kürzel „CopKa“ steht für „Technologieentwicklung zur interaktiven Einsatzführungsunterstützung unter Einbeziehung eines Copters und eines Ka-Band-Satcom-Links“.

Die Drohne macht Aufnahmen aus der Luft, so dass die Leitstelle beispielsweise verletzte Personen aufspüren kann, die sich von der Unfallstelle entfernt haben oder Autos, die unentdeckt hinter einer Böschung liegen. „Besonders bei großen Einsatzgebieten ist es schwierig, schnell ein vollständiges Bild der Lage zu bekommen“, erklärt Michael Reffgen von der Werkfeuerwehr der TUM in Garching.  Hier sind schnelle Informationen wichtig, da die Einsatzleitung binnen weniger Minuten wichtige Entscheidungen für den weiteren Rettungseinsatz treffen muss.

Eine Herausforderung dabei: Die Funkverbindung zur Drohne und die Bilder- sowie Video-Übertragung in Echtzeit verbrauchen ein großes Datenvolumen. Das ließe sich zwar theoretisch auch über die Mobilfunknetze abdecken. Allerdings seien die Netze gerade bei größeren Unfällen oder Bränden oft ausgelastet, da dort jeder versuche, seine Angehörigen zu erreichen, erklärt Sabine Letschnik vom Lehrstuhl für Raumfahrttechnik. Hinzu kommen die notwendige Kommunikation der Einsatzkräfte und im ungünstigen Fall Telefonate von Schaulustigen, die möglicherweise auch noch Fotos oder Videoaufnahmen über das Netz versenden.

Deswegen erfolgen Datenübertragung und Steuerung mittels Satellitenlink. Die zur Verfügung gestellten Datenvolumen müssen mit niemanden geteilt werden und sie können über eine sichere Verbindung an jeden Ort übertragen werden. Durch das System ist es zum Beispiel möglich, einem Experten, der sich gerade in einem anderen Land aufhält, Bilder vom Unfall eines Gefahrguttransporters in Echtzeit zu schicken.

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Leitstelle kann Drohne steuern

Der Multicopter kann auch von der Leitstelle gesteuert werden, so dass aus dem Rettungsteam vor Ort niemand abgestellt werden muss, der die Technik bedient. Durch Positionssensoren richtet sich die mit der Drohne in Verbindung stehende Satellitenschüssel schnell und automatisch auf den Satelliten aus. Allerdings muss das Fahrzeug mit der Satellitenschüssel entsprechend der Gegebenheiten abgestellt werden, zum Beispiel schräg auf einem Hang stehend mit direktem Kontakt zur Drohne. Dazwischen liegende, große Gebäude können die Verbindung hingegen stören.

Die 1. Phase des Projekts „CopKa“ haben die Wissenschaftler der TU München nach 3 Jahren erfolgreich abgeschlossen: Sie konnten zeigen, dass das System funktioniert. Die Technologie ermögliche einen enormen Wissensvorsprung, so Reffgen. So sei es beispielsweise durch den besseren Überblick möglich, von der Leitstelle frühzeitig und gezielt weitere Rettungskräfte anzufordern. In der 2. Projektphase wollen die Forscher das System weiter verbessern und stabilisieren.

Künftig soll die Drohne selbstständig starten, den Unfall- oder Brandort abfliegen und Hindernisse von alleine erkennen und ihnen ausweichen. Das System solle so optimiert werden, dass es standardmäßig eingesetzt werden könne, so Letschnik. In Zukunft könnte jedes Löschfahrzeug der Feuerwehr mit der Drohne, einem Steuerungsterminal und einer kleinen Satellitenschüssel ausgerüstet werden.

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Ein Beitrag von:

  • Thomas Kresser

    Thomas Kresser macht Wissenschafts- und Medizinjournalismus für Publikumsmedien, Fachverlage, Forschungszentren, Universitäten und Kliniken. Er ist geschäftsführender Gesellschafter von ContentQualitäten und Geschäftsführer von DasKrebsportal.de. Seine Themen: Wissenschaft, Technik, Medizin/Medizintechnik und Gesundheit.

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