Fahrten zwischen Logistikzentren 11.03.2020, 09:58 Uhr

Daimler fokussiert sich auf selbstfahrende Lkw

Statt selbstfahrender Pkw richtet Mercedes-Benz seinen Fokus auf autonome Lkw. Das bestätigt Daimler-Chef Ola Kallenius vor dem Hintergrund des abgesagten Genfer Autosalons.

Daimler will seine autonomen Lkw auf deutschen Autobahnen testen – im normalen Verkehr.

Daimler will seine autonomen Lkw auf deutschen Autobahnen testen – im normalen Verkehr.

Foto: Daimler

Selbstfahrenden Lkw gehöre die Zukunft – das sieht zumindest Mercedes-Benz so. Der Konzern betrachtet autonome Lkw als den attraktiveren Bereich als selbstfahrende Autos. Der Autohersteller plant, vor allem Fahrten zwischen verschiedenen Logistikzentren mit eigenen autonomen Trucks zu realisieren. Im Herbst 2019 hatte Daimler Trucks in den USA auf öffentlichen Straßen getestet. Im März 2019 übernahm der Konzern die auf autonomes Fahren spezialisierte US-Softwarefirma Torc Robotics. Im Dezember erfolgte der finale Startschuss für das Pilotprojekt von Mercedes-Benz und Bosch, bei dem eine ganze Flotte von automatisierten Fahrzeugen durch die kalifornische Millionenstadt San José fahren.

Der Freightliner Inspiration ist der erste Lastwagen mit Autopilot, der auf öffentlichen Straßen fahren darf. Im US-Staat Nevada sind zwei der Daimler-Trucks unterwegs. 

Der Freightliner Inspiration ist der erste Lastwagen mit Autopilot, der auf öffentlichen Straßen fahren darf. Im US-Staat Nevada sind zwei der Daimler-Trucks unterwegs.

Quelle: Daimler

Schon vor einigen Jahren hat Daimler mit dem Future Truck den Prototypen für einen selbstfahrenden Lkw vorgestellt. Auf einem damals noch nicht eröffneten Autobahnabschnitt bei Magdeburg fuhr der Brummi mit dem Assistenzsystem Highway Pilot mit bis zu 85 km/h völlig autonom. Dann drückte Daimler weiter aufs Tempo und ließ sich in den USA im Bundesstaat Nevada die erste Straßenzulassung für den selbstfahrenden Lkw geben. Der Inspiration Truck ist der erste Lastwagen mit Autopilot, der auf öffentlichen Straßen fahren darf.

Autonomes Fahren soll mehr Sicherheit bringen

Bundesweite Testfahrten sollen für die nötige Sicherheit sorgen. Zwar werde bis zum vollautonomen Fahren noch einige Zeit vergehen, aber Mercedes rechnet damit, dass teilautonome Lkw bereits in zwei, drei Jahren serienreif sein werden.

Die neue Technik werde mehr Sicherheit in den Straßenverkehr bringen, denn die Maschine fahre insgesamt sicherer als der Mensch. Überflüssig werde der Mensch trotzdem nicht, denn die Fahrt müsse überwacht werden und in kniffligen Situationen übernehme er das Steuer.

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Wer hat bei einem Unfall die Verantwortung: Fahrer oder Hersteller?

Während die Technik der selbstfahrenden Autos bereits weit entwickelt ist, gibt es bei den rechtlichen Rahmenbedingungen etliche Unsicherheiten, beziehungsweise Nachholbedarf. Das weiß auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der im Mai in Leipzig das Weltverkehrsforum mit dem Schwerpunkt „Digitalisierung der Mobilität“ eröffnete. Dort wurde angekündigt, dass mit Vertretern von Industrie und Wirtschaft der Rechtsrahmen für das automatisierte Fahren abgesteckt werden soll. So muss etwa geklärt werden, wer bei einem Unfall mit einem autonom fahrenden Auto die Verantwortung trägt, der Fahrer oder der Fahrzeughersteller.

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Digitales Testfeld Autobahn auf der A9 in Bayern

Auch das „Digitale Testfeld Autobahn“, das Dobrindt auf der A9 in Bayern plant, ist für die Autobranche und den Automatisierungsgrad von großer Bedeutung. Auf dem Testfeld wird es eine einheitliche Beschilderung, erkennbare Fahrstreifen und Kommunikationsknotenpunkte geben, die eine digitale Kommunikation zwischen Straße und Fahrzeug oder auch von Fahrzeug zu Fahrzeug möglich machen.

Für mehr Sicherheit bei den Mercedes-Benz Nutzfahrzeugen treibt Daimler das autonome Fahren voran. Der Mensch soll in einigen Jahren die Fahrt nur noch überwachen. 

Für mehr Sicherheit bei den Mercedes-Benz Nutzfahrzeugen treibt Daimler das autonome Fahren voran. Der Mensch soll in einigen Jahren die Fahrt nur noch überwachen.

Quelle: Daimler

Zwar können neue Fahrzeugsysteme auch jetzt schon unter bestimmten Voraussetzungen in Erprobungsfahrten getestet werden, etwa wenn der Fahrer jederzeit eingreifen kann. Aber weitere Bundesländer wie Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hatten ebenfalls Interesse an speziell ausgewiesenen Teststrecken angemeldet.

Ein Beitrag von:

  • Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck ist seit 2001 journalistisch unterwegs in Print- und Online-Medien. Neben Architektur, Kunst und Design hat sie sich vor allem das spannende Gebiet der Raumfahrt erschlossen.

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura ist Content Manager und verantwortliche Redakteurin für ingenieur.de. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Sie schreibt über Technik, Forschung und Karrierethemen.

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