Rechtliche Klarheit schaffen 28.07.2015, 11:45 Uhr

Daimler will selbstfahrende Lkw auf deutschen Autobahnen testen

Autobauer Daimler hofft darauf, schon bald die Genehmigung für Testfahrten mit selbstfahrenden Lkw auf deutschen Autobahnen zu bekommen. Im US-Bundesstaat Nevada sind bereits zwei Daimler-Trucks autonom unterwegs. Hierzulande müssen noch die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Daimler will seine autonomen Lkw auf deutschen Autobahnen testen – im normalen Verkehr.

Daimler will seine autonomen Lkw auf deutschen Autobahnen testen – im normalen Verkehr.

Foto: Daimler

Vor einem Jahr hat Daimler mit dem Future Truck den Prototypen für einen selbstfahrenden Lkw vorgestellt. Auf einem damals noch nicht eröffneten Autobahnabschnitt bei Magdeburg fuhr der Brummi mit dem Assistenzsystem Highway Pilot mit bis zu 85 km/h völlig autonom.

Der Freightliner Inspiration ist der erste Lastwagen mit Autopilot, der auf öffentlichen Straßen fahren darf. Im US-Staat Nevada sind zwei der Daimler-Trucks unterwegs. 

Der Freightliner Inspiration ist der erste Lastwagen mit Autopilot, der auf öffentlichen Straßen fahren darf. Im US-Staat Nevada sind zwei der Daimler-Trucks unterwegs. 

Foto: Daimler

Dann drückte Daimler weiter aufs Tempo und ließ sich in den USA im Bundesstaat Nevada die erste Straßenzulassung für den selbstfahrenden Lkw geben. Der Inspiration Truck ist der erste Lastwagen mit Autopilot, der auf öffentlichen Straßen fahren darf. Jetzt will der Konzern seine autonomen Lkw auch auf deutschen Autobahnen testen – im normalen Verkehr.

Autonomes Fahren soll mehr Sicherheit bringen

„Wir sind zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen die Genehmigung für Tests auf deutschen Autobahnen bekommen“, sagte Daimler-Vorstand Wolfgang Bernhard der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung am Wochenende. Dann wolle man auch sofort loslegen und bundesweit Testfahrten planen. Begonnen werden soll in Baden-Württemberg. Zwar werde bis zum vollautonomen Fahren noch einige Zeit vergehen, aber Bernhard rechnet damit, dass teilautonome Lkw bereits in zwei, drei Jahren serienreif sein werden.

Die neue Technik werde mehr Sicherheit in den Straßenverkehr bringen, sagte Bernhard, denn die Maschine fahre insgesamt sicherer als der Mensch. Überflüssig werde der Mensch trotzdem nicht, denn die Fahrt müsse überwacht werden und in kniffligen Situationen übernehme er das Steuer.

Wer hat bei einem Unfall die Verantwortung: Fahrer oder Hersteller?

Während die Technik der selbstfahrenden Autos bereits weit entwickelt ist, gibt es bei den rechtlichen Rahmenbedingungen etliche Unsicherheiten, beziehungsweise Nachholbedarf. Das weiß auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der im Mai in Leipzig das Weltverkehrsforum mit dem Schwerpunkt „Digitalisierung der Mobilität“ eröffnete. Dort wurde angekündigt, dass mit Vertretern von Industrie und Wirtschaft der Rechtsrahmen für das automatisierte Fahren abgesteckt werden soll. So muss etwa geklärt werden, wer bei einem Unfall mit einem autonom fahrenden Auto die Verantwortung trägt, der Fahrer oder der Fahrzeughersteller.

Digitales Testfeld Autobahn auf der A9 in Bayern

Auch das „Digitale Testfeld Autobahn“, das Dobrindt auf der A9 in Bayern einrichten will, ist für die Autobranche und den Automatisierungsgrad von großer Bedeutung. Auf dem Testfeld wird es eine einheitliche Beschilderung, erkennbare Fahrstreifen und Kommunikationsknotenpunkte geben, die eine digitale Kommunikation zwischen Straße und Fahrzeug oder auch von Fahrzeug zu Fahrzeug möglich machen.

Für mehr Sicherheit bei den Mercedes-Benz Nutzfahrzeugen treibt Daimler das autonome Fahren voran. Der Mensch soll in einigen Jahren die Fahrt nur noch überwachen. 

Für mehr Sicherheit bei den Mercedes-Benz Nutzfahrzeugen treibt Daimler das autonome Fahren voran. Der Mensch soll in einigen Jahren die Fahrt nur noch überwachen. 

Foto: Daimler

Zwar können neue Fahrzeugsysteme auch jetzt schon unter bestimmten Voraussetzungen in Erprobungsfahrten getestet werden, etwa wenn der Fahrer jederzeit eingreifen kann. Aber weitere Bundesländer wie Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hatten ebenfalls Interesse an speziell ausgewiesenen Teststrecken angemeldet. Das hatte Dobrindt bisher stets abgelehnt. 

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