Corona und Welthandel 22.06.2021, 09:46 Uhr

Containerschiff: Stau in China hat gravierende Auswirkungen

Ein Corona-Ausbruch sorgt im chinesischen Containerschiff-Hafen Shenzhen-Yantian für Stillstand. Reeder sind besorgt – und vor allem die Elektronikbranche steht vor einem gewaltigen Problem.

Der Yantian-Hafen der Handelsmetropole Shenzhen in China ist nach einem Corona-Ausbruch dicht. Foto: panthermedia.net/lzf

Der Yantian-Hafen der Handelsmetropole Shenzhen in China ist nach einem Corona-Ausbruch dicht.

Foto: panthermedia.net/lzf

Wäre der Welthandel ein Patient, würde man ihm wohl ein massives Blutgerinnsel und drohenden Schlaganfall attestieren. Erst vor wenigen Monaten war das Containerschiff „Ever Given“ im Suezkanal stecken geblieben und hatte den weltweiten Handel stark belastet. Jetzt kommt es erneut zu einem Engpass, der noch deutlich gravierende Auswirkungen haben könnte: Der Hafen von Shenzhen-Yantian in China ist blockiert.

Ein Corona-Ausbruch in der südchinesischen Küstenprovinz Guangdong hat den Containerschiff-Hafen lahmgelegt. Schiffe können jetzt weder an-, noch ablegen, nachdem die örtlichen Behörden angeordnet hatten, den Hafen teilweise zu schließen, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Der Hafen von Shenzhen-Yantian ist der viertgrößte Containerhafen der Welt und ein überaus wichtiger Umschlagplatz vor allem für Elektronikwaren.

Hafen von Shenzhen-Yantian ist lahmgelegt: 100 Frachter sitzen fest

Im Jahr 2020 wurden hier mehr als 13 Millionen 20-Fuß-Standardcontainer für den Außenhandel umgeschlagen. Das entspricht mehr als 10 % Prozent des gesamten chinesischen Containerumschlags im Außenhandel. Über hundert Frachter sitzen derzeit vor Ort fest.

Containerschiff Ever Given wieder frei – Vollmond hat mitgeholfen

Der Hafen Shenzhen-Yantian ist einer der größten Containerhäfen der Welt. Foto: panthermedia.net/lzf

Der Hafen Shenzhen-Yantian ist einer der größten Containerhäfen der Welt.

Foto: panthermedia.net/lzf

Die Auswirkungen könnten noch drastischer ausfallen, als durch die Havarie der „Ever Given“ im Suezkanal, glaubt man bei der weltgrößten Reederei Maersk. Es könne Wochen dauern, bis sich der Stau auflöse, heißt es bei dem dänischen Unternehmen. Das würde die ohnehin stark in Mitleidenschaft gezogenen Lieferketten noch weiter belasten. Besonders für die Technologie- und Elektronikbranche ist das seit Monaten ein immer größer werdendes Problem. Rund 90 Prozent der Elektronikexporte aus China werden über den Yantian-Hafen der Handelsmetropole Shenzhen abgewickelt.

Blockierter Hafen in China zeigt Schwächen des Welthandelssystems auf

Die jüngsten Probleme zeigen: Das Welthandelssystem, das zu einem Gutteil auf dem Schiffsverkehr beruht, ist überaus labil. Jede Störung hat erhebliche Auswirkungen und führt zu Rohstoff- und Bauteil-Engpässen. Halbleiter etwa sind aktuell Mangelware. Schiffstransporte werden derweil immer teurer, Frachtraten haben sich teils verzehnfacht – das wiederum wirkt sich auf die Preise für Güter und Rohstoffe aus.

Die „Ever Given“ war im Suezkanal steckengeblieben: Das System Containerschiff offenbart seine Schwächen. Foto: Suez Canal authority

Die „Ever Given“ war im Suezkanal steckengeblieben: Das System Containerschiff offenbart seine Schwächen.

Foto: Suez Canal authority

Auch der Bau immer größerer Containerschiffe verlangsamt tendenziell den Handel: Je größer die Schiffe werden, desto weniger An- und Abfahrten gibt es, was wiederum für weniger Flexibilität sorgen kann. Und schon der Ausfall eines einzigen Schiffs hat größere Effekte auf die Lieferketten.

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Ein Beitrag von:

  • Peter Sieben

    Peter Sieben ist Content Manager und verantwortlicher Redakteur für ingenieur.de. Nach einem Volontariat bei der Funke Mediengruppe war er mehrere Jahre als Redakteur und Politik-Reporter in verschiedenen Ressorts von Tageszeitungen und Online-Medien unterwegs. Er schreibt über Forschung, Politik und Karrierethemen.

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