Ranking 18.06.2021, 12:17 Uhr

Bahn: Das sind die Strecken mit den meisten Verspätungen

Pendler wissen es aus Erfahrung: Auf dem Streckennetz der Deutschen Bahn kommt es regelmäßig zu Verspätungen. Einige Strecken erfordern besonders viel Geduld.

Die Bahn nennt eine Verspätung erst so, wenn der Zug mindestens 6 Minuten zu spät eintrifft. Auf manchem Bahnstrecken kommt das besonders häufig vor.
Foto: panthermedia.net/Kzenon

Die Bahn nennt eine Verspätung erst so, wenn der Zug mindestens 6 Minuten zu spät eintrifft. Auf manchem Bahnstrecken kommt das besonders häufig vor.

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Vielleicht lesen Sie diesen Beitrag ja gerade, während Sie auf die verspätete Bahn warten? Das ist gar nicht mal so abwegig. Betrachten wir den Durchschnitt, lässt sich nämlich sagen, dass fast jeder 5. Zug eine Verspätung von mehr als 5:59 Minuten hat. Das klingt viel? Warten Sie es ab.

Alles, was sich im Rahmen dieser Zeitangabe befindet, wertet die Deutsche Bahn AG nicht als Verspätung. Fällt der Zug gänzlich aus, wird dieser ebenfalls nicht in der Statistik erfasst. Laut der Deutschen Bahn AG fuhren im vergangenen Jahr 81,8% der Züge des Fernverkehrs pünktlich ab beziehungsweise erreichten den Zielbahnhof zur gegebenen Zeit. Damit verzeichnet der bundeseigene Eisenbahnkonzern immerhin ein Plus von rund 6% im Vergleich zum Vorjahr, denn 2019 waren es nur 75,9%. 50% dieser Aufholjagd schreibt die Deutsche Bahn allerdings der verringerten Passagieranzahl durch die Umstände der Corona-Pandemie zu.

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Bahn und Verspätung: Öffentliche Verkehrsmittel in Zahlen

Laut dem Statistischen Bundesamt nutzten im Jahr 2019 9,66 Mrd. den öffentlichen Nahverkehr (Bus und Straßenbahn). Auch der Gelegenheitsverkehr (Bus) schlug mit 77 Mio. beförderten Personen zu Buche. Mit dem Flugzeug reisten 227 Mio. Aber auch der öffentliche Schienenfernverkehr gehört zu den wichtigsten öffentlichen Verkehrsmitteln, der Städte und Regionen miteinander verbindet. So nutzten 2,97 Mrd. Passagiere das Angebot der Eisenbahn. Nur der motorisierte Individualverkehr ist mit 52,37 Mrd. ungeschlagener Spitzenreiter.

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Die häufigsten Verspätungsursachen

Im Verhältnis verspäten sich Fernzüge weitaus häufiger als Regionalzüge im Nahverkehr. Hinzu kommt, dass es dabei sogar die meistgenutzten Strecken betrifft. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber naheliegend und teilen sich laut einer Statistik des ÖPNV-Beratungsunternehmens Kompetenz Center Wettbewerb (kurz KCW) wie folgt auf:

– Netzbedingte Verspätungsminuten (18%)

– Baustellenbedingte Verspätungsminuten (4%)

– Störungen an der Leit- und Sicherungstechnik (7%)

– Störungen Fahrzeuge (11,8%)

– Warten auf Anschlusszüge (2,9%)

Weitere Gründe waren unter anderem Haltezeitüberschreitungen und Zugräumungen mit einer Fallzahl von 27.497, aber auch das Warten auf Personal verursachte 4.531 Verspätungen.
Grund genug, um die Bahnstrecken mit den meisten Verspätungen mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Macht die Schranke wieder hoch, auf diesen Strecken sind Verzögerungen vorprogrammiert.
Anmerkung: In unserem Ranking beziehen wir uns auf die Zeit vor Corona, um den normalen Alltagsbetrieb möglichst unbeeinflusst widerzuspiegeln.

Bahnstrecken mit den meisten Verspätungen – Platz 8: München / Berlin (80,4%)

Unser Platz 8 geht an die Eisenbahnstrecke München – Berlin. Sie ist ein Paradebeispiel für den Durchschnittswert der Deutschen Bahn. Denn auf der 623 km langen Schnellfahrstrecke liegt die Pünktlichkeit der darauf verkehrenden IC/ICE in beiden Fahrtrichtungen bei rund 80%. Die Reisegeschwindigkeit beträgt hier auf vielen Streckenabschnitten bis zu 300 km/h, sodass die Hauptstadt der Bundesrepublik bzw. die Landeshauptstadt des Freistaats Bayern nach Plan in rund 4,5 Stunden erreicht werden kann. Die Betonung dabei liegt aber auf “kann”.

Bauarbeiten sollen bis 2028 andauern

Jedoch könnte sich das bald ändern, denn an der Strecke wird aktiv gearbeitet, um Wartezeiten auf andere Züge oder häufige Stopps zu reduzieren. Das Projekt ist unter dem Namen “Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8” bekannt und verschlang bereits knapp 10 Milliarden Euro. Dabei ist die Operation abschnittsweise noch gar nicht fertiggestellt, beziehungsweise überhaupt finanziert. Die Eckdaten lassen aber hoffen, dass die Bauarbeiten bis 2028 abgeschlossen sein sollen. Trotzdem sind bereits jetzt 3 bis 5 ICE Sprinter pro Tag unterwegs, sodass die täglich zur Verfügung stehende Sitzplatzzahl bei rund 20.000 liegt. Selbst mit dem Flugzeug kann es diese Verbindung aufnehmen, da die Reise mit der fliegenden Konkurrenz aufgrund Anreise, Check-in und weiteren Wartezeiten in etwa genauso lange dauert.

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Verspätungen bei der Bahn – Platz 7: Berlin / Hamburg (75,85%)

Den 7. Platz unseres Rankings erhält die Bahnstrecke Berlin-Hamburg sowie die darauf verkehrenden Züge, welche eine Pünktlichkeit von rund 76% erreichen. Die Voraussetzungen sind jedoch alles andere als schlecht. Entworfen ist Deutschlands erste Schnellfahrstrecke für Geschwindigkeiten von bis zu 230 km/h. So dauert die Fahrt auf der 286,7 km langen Strecke vom Start- bis zum Zielbahnhof im Idealfall nur rund 100 Minuten. Diese Zeit wurde erstaunlicherweise bereits 1931 per Schienenzeppelin erreicht. Während damals noch ein exotischer Propellerantrieb für Vortrieb sorgte, sind heute natürlich moderne Schnellzüge für den Transport zuständig.


Was macht man bei einer Bahn-Verspätung?

Wann zahlt die Bahn bei Verspätung? 

Einen Teil des Geldes gibt es erst ab einer Stunde Verspätung am Zielort zurück: Fahrgäste können dann 25 Prozent des Fahrpreises zurückbekommen. Ab einer verspäteten Ankunft von 2 Stunden zahlt die Bahn 50 Prozent des Fahrpreises zurück.

Muss man die Verspätung bestätigen lassen? 
Nein, grundsätzlich nicht. Dennoch kann es im Einzelfall ratsam sein, eine Verspätungsbestätigung beim Zugbegleiter oder an der Bahn-Info zu holen.

Was passiert, wenn man wegen einer Verspätung den Anschlusszug verpasst?
Wenn Sie Ihren Anschlusszug wegen einer vorangegangenen Bahn-Verspätung verpasst haben, können Sie einfach den nächsten Zug zum Reiseziel nehmen – auch wenn Sie zum Beispiel ein Sparpreisticket mit Zugbindung haben.


Nadelöhr als Zeitfresser

Bis zu 17.000 Reisende nutzen diese Verbindung täglich, sodass die Strecke mit 60 Zügen pro Tag stark frequentiert ist. Hier schleichen sich auch langsam die Gründe für die häufigen Verspätungen ein. Zum einen ist die Bahnstrecke bereits jetzt abschnittsweise offiziell zum “überlasteten Schienenweg” deklariert worden. Zum anderen besitzt die ansonsten zweigleisig geführte Strecke ein Nadelöhr. Noch im innerstädtischen Bereich von Hamburg steht auf einer Länge von 2,2 Kilometern nur ein Gleis zur Verfügung, sodass es auch hier des Öfteren zu Verzögerungen kommt.

Platz 6: Leipzig / Berlin (72,05%)

Bereits 2006 wurde die Ausbaustrecke Leipzig-Berlin modernisiert und für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h freigegeben. Damit sollte sich die Fahrzeit von der Landeshauptstadt nach Leipzig von über zwei auf rund eine Stunde verkürzen. Das ist jedoch nicht bei jeder Fahrt der Fall. Dafür gibt es gleich mehrere mögliche Ursachen. Auf mehreren Streckenabschnitten werden Schienen neu verlegt und Weichen am Bahnhof Teltow erneuert. Im Stadtgebiet Berlins entstehen außerdem neue Lärmschutzwände. Das bremst die ICE-Garnituren um bis zu 30 Minuten pro Zyklus aus und ließ im Jahr 2019 die Pünktlichkeit in den Keller rasseln.

Die Strecke landet deshalb mit einer Pünktlichkeitsrate von 72% auf dem 6. Platz unserer Rangliste. Auf der 148 km langen Eisenbahntrasse verkehren 15 Züge pro Tag, welche sich bis dato noch durch kurviges Terrain kämpfen müssen. Es existieren aber bereits Pläne für die Konstruktion eines Tunnels im Bereich Niederau, sodass sich die Fahrt um einige Minuten verkürzen kann.

Platz 5: Bahnstrecke Frankfurt am Main / München (69,05%)

Der Bahnhof Frankfurt/Main. Foto: Philipus

Der Bahnhof Frankfurt/Main.

Foto: Philipus

In etwas mehr als 3 Stunden von Frankfurt nach München oder retour? Kann vorkommen, muss aber nicht. Deshalb landet die Strecke Frankfurt am Main nach München mit einer Pünktlichkeit von 69% auf Platz 5. Retour sind die ICE mit 79% etwas pünktlicher, dennoch ist bei einem Zugaufkommen von 15 Garnituren pro Tag jeder dritte oder fünfte – je nach Fahrtrichtung zu spät dran. Befahren wird dabei die Hochgeschwindigkeitsstrecke München – Ingolstadt – Nürnberg, welche für rund 3,6 Milliarden Euro erbaut wurde. Die Grenze von 300 km/h erreichen die Züge jedoch nicht auf allen Abschnitten, da immer wieder alte oder nicht ausgebaute Teilbereiche befahren werden.

Autobahnbrücke an der A1: Ein Desaster

Im Rahmen des “Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8” kommt es auch hier zu vielfältigen Beeinträchtigungen im Zugverkehr. Die Verbindung soll aber nach Abschluss der Ausbauarbeiten etwas Zeit einsparen. Noch müssen sich beispielsweise Bahnen des Personen- sowie des Güterverkehrs Schienenabschnitte teilen. Das soll in Zukunft nicht mehr so sein.

Verspätung bei der Bahn – Platz 4: Köln / Frankfurt am Main (67%)

Auf den 4. Platz unserer Rangliste findet sich die Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main ein, welche von der Domstadt in die Finanzmetropole führt. Sie ist durchgehend zweigleisig angelegt und erlaubt Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h. Die Trasse ist ausschließlich für den Personenverkehr vorgesehen, sodass Güterzüge in der Regel nicht der Grund für Verspätungen sind. Die Streckenparameter sind hier so eng gesteckt, dass schwere, lokbespannte Züge nicht fahren können. Darunter fallen Steigungen von 40 Promille und enge Kurven.

Reibungslos unpünktlich

Die feste Fahrbahn, bei der auf Schotter und Bahnschwellen verzichtet wird, sowie die Kompatibilität mit Wirbelstrombremsen sollen einen reibungslosen Betrieb gewährleisten. Trotzdem liegt die Pünktlichkeitsrate bei nur 67%, sodass hier bei jedem dritten Zug mit einer Verspätung von mehr als 6 Minuten zu rechnen ist – rein statistisch betrachtet. Die Fahrzeit selbst liegt bei rund 62 Minuten beziehungsweise 47 Minuten zum Frankfurter Flughafen. Trotz dessen, dass die Strecke als Alternative zur bereits bestehenden linksrheinischen Bahnverbindung neu geplant und errichtet wurde, gibt es einige Quellen für mögliche Verspätungen. Probleme lagen in der Vergangenheit meist in der Technik. Zum Beispiel wurden die Wirbelstrombremsen häufig durch Aufschlagen auf die Gleise beschädigt, sodass die maximale Geschwindigkeit auf 230 km/h gedrosselt werden musste.

Platz 3: Frankfurt am Main / Berlin (62%)

Auf dem Fahrplan schafft es der ICE4 in knapp 4 Stunden von Frankfurt am Main in die Landeshauptstadt. In der Praxis weicht dieser Wert etwas vom Optimum ab. Die Verbindung zwischen den beiden Metropolen wartet mit einer Pünktlichkeitsrate von lediglich 62% auf und erhält somit die Bronzemedaille der am wenigsten pünktlichen Zugstrecken. Auf der 424 km langen ICE-Express-Linie verkehren pro Tag 21 Züge je Fahrtrichtung.
Die Schnellfahrstrecke reicht weiter bis nach München und benötigte bis zu ihrer Fertigstellung 25 Jahre Bauzeit bei einem Kostenaufwand von schlappen 10 Milliarden Euro. Ziel des Ausbaus war eine schnellere Verbindung zwischen Isar und Spree. Die Fahrzeit konnte demnach, sofern keine Verspätung vorliegt, um etwa 2 Stunden reduziert werden. 5 weitere Züge mit derselben Enddestination fahren am Frankfurter Flughafen ab. Diese werden aber über Kassel geleitet. Auf dem Streckenabschnitt sind jedoch noch andere Zugtypen unterwegs, darunter auch Gütertransporte, die häufig die Ursache für Verspätungen sind.

Platz 2 des Bahn-Rankings: Hannover / Berlin (62,65%)

Die rund 256 km lange Verbindungsstrecke zwischen Hannover und Berlin sorgt des Öfteren für Frust und Ärger bei den Reisenden. Zwar verspätet sich nicht jeder Zug, trotzdem stehen Verzögerungen an der Tagesordnung. In Zahlen bedeutet das: Nur etwas mehr als 62% der verkehrenden Züge sind pünktlich. Silber und Platz 2 gehen demnach an die Schnellfahrstrecke Hannover-Berlin, welche bereits in den 1980ern geplant wurde. Damals wurde langwierig zwischen der DDR und der BRD verhandelt. Letztendlich wurde die Strecke erst 1998 fertiggestellt und in Betrieb genommen.

Der Hauptbahnhof in Hannover: Dort strandet man als Bahnfahrer bisweilen unfreiwillig. Foto: Panthermedia.net/bloodua

Der Hauptbahnhof in Hannover: Dort strandet man als Bahnfahrer bisweilen unfreiwillig.

Foto: Panthermedia.net/bloodua

Aller guten Dinge sind 3

Sanierung und Ausbau finden unter dem Namen “Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 4” statt und verschlangen bereits in den 90ern rund 5,1 Milliarden Deutsche Mark. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt an einigen Streckenabschnitten 250 km/h, ist aber im Altbauabschnitt auf 160 beziehungsweise 200 km/h begrenzt. Verspätungen entstehen hier hauptsächlich durch Bauarbeiten auf der Strecke, da an der Lehrter Stammbahn ein 3. Gleis für Güter- und Regionalverkehr errichtet wird. Aktuell teilen sich alle Zugtypen die zweigleisige Strecke, sodass häufig Wartezeiten entstehen.

Die Bahnstrecke mit den häufigsten Verspätungen – Platz 1: Frankfurt am Main / Stuttgart (62%)

Auf nur 152 Kilometern Länge verkehren die Schnellzüge zwischen den Bahnhöfen Frankfurt am Main und Stuttgart. Bereits die offizielle Fahrzeit von rund eineinhalb Stunden fällt für eine Schnellfahrstrecke üppig aus. Zudem handelt es sich dabei um einen Neubau, der die Fahrzeiten auf der Achse Köln-München eigentlich um rund eine Stunde verkürzen sollte. Dieses Ziel wird auch erreicht, Statistiken zufolge aber nicht oft genug. Aus diesem Grund erhält die Zugverbindung die Goldmedaille in unserem Ranking beziehungsweise den 1. Platz der Bahnstrecken mit den meisten Verspätungen. Die Pünktlichkeitsrate liegt hier bei mageren 62%, in umgekehrter Richtung etwas höher bei 67,9%. Daraus lässt sich schließen, dass zu Spitzenzeiten 4 von 10 Zügen länger als 6 Minuten verspätet sind.

Bahn-Verspätung mit Folgen

Gerade bei so einer Hauptverkehrsverbindung kann das noch weitere Folgen für Reisende haben. Viele Anschlusszüge lassen sich zum Beispiel nicht mehr erreichen, sodass zahlreiche Fahrgäste noch später am Ziel ankommen. Befahren wird die Strecke täglich von rund 185 Fernzügen mit bis zu 66.000 Fahrgästen sowie etwa 25 Güterzügen. Bei diesem Aufkommen wirken sich beispielsweise Bauarbeiten oder technische Störungen massiv auf die Quote aus. Und Bauarbeiten finden auf dieser Route aktuell an vielen Stellen statt. Hier werden beispielsweise Gleise, Weichen und Schotter ausgetauscht beziehungsweise die Strom- und Sicherheitstechnik erneuert, sodass Züge temporär umgeleitet werden müssen. Ist die Trasse mit einem Budget von 640 Millionen Euro jedoch fertig saniert, gehen die Projektleiter davon aus, dass auch künftige Generationen von der Qualität der Schnellfahrstrecke profitieren werden.

Knotenbahnhöfe als Verspätungssünder

Für Verspätungen sind genau genommen nur in seltenen Fällen die Züge selbst verantwortlich. Vielmehr spielen meist mehrere Faktoren zusammen, sodass Wartezeiten notwendig werden. Oftmals sind es die Bahnhöfe selbst, die für verspätete Abfahrts- oder Ankunftszeiten sorgen. Sei es aus technischen oder logistischen Gründen. Vielerorts wird auch einfach auf Anschlusszüge gewartet, sodass sich eine Welle von Verspätungen aufschaukelt. Knotenbahnhöfe sind dazu prädestiniert, durch die hohe Anzahl an Zugstopps ebenfalls ein großes Kontingent an Verspätungsminuten aufzubauen. Auch hier haben wir eine kleine Rangliste über die 3 Bahnhöfe mit den häufigsten verspäteten Abfahrten recherchiert.

Platz 1: Hamburg (Altona)

Der Bahnhof Hamburg-Altona ist ein Endbahnhof für viele damit verbundene Linien. Mit einem Passagieraufkommen von 138.000 pro Tag bewältigt dieser zwar nicht annähernd so viele Fahrgäste wie der Hamburger Hauptbahnhof (im Vergleich: 537.000 Reisende pro Tag). Jedoch liegt der Altonaer Bahnhof in Sachen Verspätung weit vorne. Nur durchschnittlich 60% aller Züge erreichen diesen pünktlich.

Platz 2: Köln (Hauptbahnhof)

Der Kölner Hauptbahnhof liegt ebenfalls ganz weit vorn in der Verspätungstabelle. Nur knapp mehr als 65% der Fernverbindungen kommen hier pünktlich an. Der ICE schneidet in Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt noch etwas besser ab, nämlich mit einer Pünktlichkeitsrate von 71,8%. Hoch frequentiert mit 1.200 An- und Abfahrten sowie rund 318.000 Reisenden pro Tag sammeln sich hier schnell viele Verspätungsminuten an, sowohl bei den Passagieren als auch bei den Zügen.

Platz 3: Frankfurt am Main (Hauptbahnhof)

Mit 493.000 Reisenden beziehungsweise Besuchern pro Tag ist der Hauptbahnhof Frankfurt am Main einer der meistgenutzten Bahnhöfe der Bundesrepublik. Auf 25 Fernbahngleisen fahren bis zu 1.170 Züge pro Tag den Knotenbahnhof an, beziehungsweise passieren diesen. Das große Zugaufkommen sorgt aber auch für Verspätungen. Eine durchschnittliche Pünktlichkeit von 67,6% bei IC- und ICE-Verbindungen lässt viele Passagiere warten. Es wird aber bereits an einer effizienteren Streckenführung und Abwicklung gearbeitet. Dabei soll ein Teil des Regionalverkehrs in den Norden des Bahnhofs verlegt sowie der Homburger Damm ausgebaut werden.

Bahn-Verspätung: Deutschland im internationalen Mittelfeld

Die Phrase “Pünktlich wie die Eisenbahn” hat in letzter Zeit leider etwas an ihrem Wahrheitsgehalt eingebüßt. Eine Studie zur Verlässlichkeit des Schienenverkehrs an Knotenbahnhöfen der Bundesregierung zeigt auf, dass im Fernverkehr nur rund 76% aller Züge pünktlich erscheinen. Dieser Wert liegt sogar unter dem von der Deutschen Bahn selbst definierten Ziel von 82%. Ein Grund, warum Zugfahren nicht mehr so attraktiv ist wie noch vor einigen Jahren.

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Während die Bundesrepublik in Sachen Pünktlichkeit etwas hinterherhinkt, gibt es natürlich auch Staaten, in denen die Bahn noch unpünktlicher ist. Indien zum Beispiel. Der Guwahati-Trivandrum-Express fährt auf einer 65-Stunden-Strecke bis zu 12 Stunden an Verspätung ein. Es geht aber auch um Längen besser: Vom Pendlerzug bis zum Hochgeschwindigkeits-Shinkansen liegt die Verspätung bei Japans Zügen maximal im Sekundenbereich. Für alles darüber hinaus muss sich der Zugführer vor einer Kommission verantworten. Auch öffentliche Entschuldigungen seitens der Bahnbetreiber sind möglich. Aber hier muss der Zug bereits massiv verspätet sein oder zu früh abfahren – etwa um 20 Sekunden.

Wenn Sie diesen Text aufmerksam bis zum Ende gelesen haben, liegt die vergangene Zeit höchstwahrscheinlich außerhalb des Bereichs, den die DB AG nicht als Verspätung deklariert. Wir hoffen, dass wir Ihnen die Wartezeit etwas versüßen konnten.

Ein Beitrag von:

  • Silvia Hühn

    Porträt Silvia Hühn

    Silvia Hühn ist freie Redakteurin mit technischem Fokus. Sie schreibt unter anderem über die Rekorde dieser Welt und verfasst Ratgeber.

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