Transport 15.10.2010, 19:49 Uhr

Auf dem Weg zum intelligenten Güterverkehr

Schneller als erwartet erholt sich der weltweite Güterverkehr von den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise. In den kommenden Jahren wird er noch deutlich zunehmen – darüber waren sich die Experten auf der 63. IAA Nutzfahrzeuge in Hannover einig. Zugleich wird auch Deutschlands Bedeutung als Transitland für Transporte wachsen – ganz besonders auf der West-Ost-Achse von den „ARA-Häfen“ Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen in die Wachstumsmärkte Osteuropas.

Vernetzte Transportsysteme: Auf dem Weg zum intelligenten Güterverkehr.

Vernetzte Transportsysteme: Auf dem Weg zum intelligenten Güterverkehr.

Foto: Eurogate

Wie sich das absehbare Mehr an Güterverkehr effizient und umweltverträglich bewältigen lässt, welchen Einfluss die Weiterentwicklung von Informations- und Kommunikationssystemen (IuK) auf die Logistik haben wird und wie die Transportsysteme von morgen aussehen, ließ die EU-Kommission in der Studie „Intelligent Cargo Systems“ untersuchen. Auf der 63. IAA Nutzfahrzeuge vom 23. bis 30. September in Hannover wurde die vom Karlsruher Verkehrsplanungsunternehmen PTV erarbeitete Studie vorgestellt. Zwei Zukunftsszenarien sind darin beschrieben: ein realitätsnahes, auf das Jahr 2020 bezogenes, und ein visionäres für das Jahr 2035.

Trend Nr. 1 ist, wie PTV-Projektleiter Marcel Huschebeck erläuterte, die Entwicklung von vernetzten Transportsystemen. Zur Steuerung von Transport-, Lager- und Umschlagprozessen bedienen sich Unternehmen zunehmend der RFID-Technologie (Radiofrequenzidentifikation), um Container auf ihrem Weg rund um den Globus schon jetzt lückenlos verfolgen zu können.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Tagueri AG-Firmenlogo
(Junior) Consultant Funktionale Sicherheit (m/w/d) Tagueri AG
Hamburg Zum Job 
Tagueri AG-Firmenlogo
Consultant Systems Engineering (m/w/d) Tagueri AG
Hamburg Zum Job 
Funkwerk AG-Firmenlogo
Techniker / Ingenieur im Engineering Vertrieb (m/w/d) Funkwerk AG
deutschlandweit Zum Job 
ITW Fastener Products GmbH-Firmenlogo
Technische:r Vertriebsingenieur:in für VW ITW Fastener Products GmbH
Creglingen-Münster Zum Job 
Framatome GmbH-Firmenlogo
Senior Project Quality & OPEX Manager (m/w/d) Framatome GmbH
Erlangen Zum Job 
Tagueri AG-Firmenlogo
Teamleitung im Bereich Diagnose (m/w/d) Tagueri AG
Hamburg Zum Job 
Rheinmetall Electronics GmbH-Firmenlogo
Elektronikentwickler (m/w/d) Rheinmetall Electronics GmbH
Rheinmetall Electronics GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur Kältemittelverdichter (m/w/d) Rheinmetall Electronics GmbH
Forschungszentrum Jülich GmbH-Firmenlogo
Ingenieur für Gebäudeausrüstung / Versorgungstechnik (w/m/d) Forschungszentrum Jülich GmbH
Jülich bei Köln Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieure - Schwerpunkt konstruktiver Ingenieurbau für die Bauwerksprüfung nach DIN 1076 (m/w/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamburg Zum Job 
Riedel Bau-Firmenlogo
Energieberater / Auditor (m/w/d) Riedel Bau
Schweinfurt Zum Job 
Rheinmetall Electronics GmbH-Firmenlogo
Projektmanager technische Entwicklungsaktivitäten (m/w/d) Rheinmetall Electronics GmbH
Neckarsulm Zum Job 
Diehl Aerospace GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Entwicklungsingenieur (m/w/d) Avionik (System) Diehl Aerospace GmbH
Nürnberg, Überlingen, Frankfurt am Main, Rostock Zum Job 
Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH-Firmenlogo
Teamleitung Haltestellen und Stationen (d/m/w) Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH
Frankfurt am Main Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) Elektro- / Kommunikationstechnik Die Autobahn GmbH des Bundes
Frankfurt am Main Zum Job 
RENOLIT SE-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (m/w/d) für Automatisierungstechnik RENOLIT SE
Frankenthal Zum Job 
Lahnpaper GmbH-Firmenlogo
Leitung Entwicklungslabor (m/w/d) Lahnpaper GmbH
Lahnstein Zum Job 
Energieversorgung Halle Netz GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur - Fernsteuerung Energienetze (m/w/d) Energieversorgung Halle Netz GmbH
Halle (Saale) Zum Job 
BREMER Hamburg GmbH-Firmenlogo
Bauleiter Schlüsselfertigbau (m/w/d) BREMER Hamburg GmbH
Hamburg Zum Job 
IPH Institut "Prüffeld für elektrische Hochleistungstechnik" GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Instandhaltung (m/w/d) IPH Institut "Prüffeld für elektrische Hochleistungstechnik" GmbH

Ein praktisches Beispiel dafür, wie sich Transportkosten senken lassen, wenn im Lieferverkehr die Logistikeffizienz durch eine optimierte Beladung der Fahrzeuge in Verbindung mit einer dynamischen Tourenplanung und -steuerung gesteigert wird, schilderte Boris Paul, „Smart-Truck“Projektleiter von DHL Express, dem Paket- und Kurierdienst der Deutschen Post, Bonn. Bei dem Projekt hatte das Unternehmen im Frühjahr 2009 für die Paketzustellung in der Berliner Innenstadt zwei entsprechend ausgerüstete Kleintransporter eingesetzt – und damit gute Erfahrungen gemacht.

Traditionell sei die Routenplanung der Expressfahrer „eher statisch“, erläuterte Paul. Sie orientiere sich an Postleitzahlen und Zustellbezirken. Beim Test wurden Pakete und Päckchen mit Funketiketten und GPS-Ortsmarken versehen. Anhand dieser Daten errechneten die Bordcomputer optimale Routen. Optimal bedeutet, dass die Streckenführung permanent aktualisiert wird. Dabei berücksichtigt das System sowohl Echtzeit-Informationen über die aktuelle Verkehrslage, etwa zu Staus, oder Umleitungen, als auch neue Abholaufträge. Ein Ampelsystem zeigt dem Fahrer an, ob er die richtige oder eine falsche Sendung gegriffen hat.

Die Erwartungen seien „weit übertroffen“ worden, berichtete Paul. Bei den Tourenkilometern habe die Ersparnis mehr als 10 % betragen. Positiv zu Buche schlagen neben den daraus resultierenden Einsparungen an Kraftstoff, Zeit und Geld die Reduzierung der Kohlendioxidemissionen (CO2). Inzwischen sind 14 Smart Trucks in Berlin und Brandenburg unterwegs, noch in diesem Jahr soll ein weiterer Feldversuch in Köln anlaufen.

In zehn Jahren, so das Szenario 2020 der PTV-Studie, sollen Planungs- und Steuerungssysteme flächendeckend im Einsatz sein, dynamische Datenquellen genutzt werden sowie Standardformate und -schnittstellen sich für die gesamte Transportkette durchgesetzt haben.

Das Szenario 2035 beschreibt eine autonome Transportwirtschaft, in der sich die Güter selbst den optimalen Weg durch das vorhandene Transportnetzwerk suchen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Erst einmal will die Hürde „EU-einheitliche Standards“ genommen werden.

Die EU-Kommission werde die notwendige Koordinierungsarbeit vorantreiben, kündigte Wolfgang Hoefs von der Generaldirektion Informationsgesellschaft und Medien – IKT für den Verkehr der EU-Kommission in Hannover an. Als größte Herausforderungen sieht der Experte dabei die Komplexität und Dimension, die hohe Fragmentierung des Marktes und den Investitionsbedarf an. Das „Weißbuch Verkehr“, das derzeit in Brüssel erarbeitet werde, soll die strategische Planungsgrundlage für die zukünftige europäische Verkehrspolitik bilden und noch in diesem Jahr vorgelegt werden. 

  ANNE SCHNELLER/Si

Ein Beitrag von:

  • Anne Schneller

  • Jürgen Siebenlist

    Redakteur VDI nachrichten. Fachthemen: Kunststofftechnik, Logistik, Verpackungstechnik, Textiltechnik.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.