Nachhaltige Fahrzeuge 20.01.2023, 07:00 Uhr

Gleisbaumaschinen: Diese Antriebsalternativen verbessern ihre Klimabilanz

Der Zug gilt als umweltfreundliches Verkehrsmittel. Doch für die Instandhaltung der Schieneninfrastruktur werden größtenteils dieselbetriebene Gleisbaumaschinen eingesetzt. Alternative Antriebssysteme können die klimaschädlichen Emissionen deutlich verringern.

Gleisbaumaschine

Der Betrieb und die Wartung von Gleisbaumaschinen ist bisher emissions- und ressourcenintensiv.

Foto: Helmut Lunghammer, TU Graz

Nach Angaben der Deutschen Bahn AG umfasst das Schienennetz in Deutschland (Stand: 2021) eine Gesamtlänge von 33.288 Kilometern; es ist das größte Europas. Um einen sicheren Eisenbahnbetrieb zu gewährleisten, muss das gesamte Schienennetz regelmäßig überprüft und ausgebessert werden. Dafür werden – je nach Einsatzgebiet und Aufgabenbereich – verschiedene Gleisbaumaschinen eingesetzt. Mit ihnen lassen sich relativ schnell Gleiskörper erneuern oder Schienen schleifen. Die spezialisierten Fahrzeuge können sogar zu kompletten Gleisbauzügen zusammengestellt werden und eine Gesamtlänge von mehreren hundert Metern erreichen.

Das Problem: Gleisbaumaschinen sind zwar wichtig für die Instandhaltung von Gleisbetten, doch sie sind auch lärm- und emissionsintensiv. Denn viele dieser Maschinen werden mit Dieselmotoren angetrieben. So verbrauchen vor allem große Gleisbaumaschinengruppen bis zu 1.000 Liter Diesel pro Gleiskilometer. Damit ist sowohl der Einsatz und als auch die Wartung dieser Spezialfahrzeuge besonders ressourcenintensiv. Das Institut für Eisenbahnwesen und Verkehrswirtschaft der Technischen Universität Graz sieht die Lösung in alternativen Antriebssystemen. Diese könnten eine erhebliche Reduzierung der schädlichen Emissionen bewirken, so die Forschenden.

Bahn: Neue Antriebe sollen Strecken effizienter machen

Ziel: Klimabilanz von Gleisbaumaschinen verbessern

Zwar verursachen die Gleisbaumaschinen klimaschädliche Emissionen, doch haben die Spezialfahrzeuge in der Regel auch eine recht lange Lebensdauer. Aus diesem Grund „kann man im Sinne der Nachhaltigkeit nicht adhoc mit einer Innovation dazwischengrätschen und Maschinen verschrotten, die erst vor zehn, 15 Jahren beschafft wurden“, sagt Matthias Landgraf vom Institut für Eisenbahnwesen und Verkehrswirtschaft der TU Graz. Daher konzentrierten sich die Forschenden in erster Linie auf die spezifische Arbeitsweise der Spezialfahrzeuge mit der Absicht die Emissionen zu reduzieren und somit die Klimabilanz der Maschinen zu verbessern.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Boyd Weiler GmbH & Co. KG-Firmenlogo
CAD-Konstrukteur (m/w/d) Boyd Weiler GmbH & Co. KG
Weiler-Simmerberg Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleiter (m/w/d) Allbau Managementgesellschaft mbH
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur* im Anforderungsmanagement DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Stadt Weinheim-Firmenlogo
Ingenieur*in (w/m/d) im Bereich Landschaftsarchitektur, Landschafts- oder Freiraumplanung für die Gestaltung städtischer Außen- und Freianlagen Stadt Weinheim
Weinheim Zum Job 
Stadt Norderstedt-Firmenlogo
Ingenieur/in / Technische/r Mitarbeiter/in (w/m/d) Bereich Verkehrswesen Stadt Norderstedt
Norderstedt Zum Job 
WipflerPLAN Planungsgesellschaft-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d) WipflerPLAN Planungsgesellschaft
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz Zum Job 
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg-Firmenlogo
Leitung des Rechenzentrums der Universität Freiburg (m/w/d) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Freiburg Zum Job 
VINCORION Advanced Systems GmbH-Firmenlogo
Information Security Manager (all genders) VINCORION Advanced Systems GmbH
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professur "Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)" Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences
Düsseldorf Zum Job 
Mehrer Compression GmbH-Firmenlogo
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d) Mehrer Compression GmbH
Balingen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamm, Münster Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg Die Autobahn GmbH des Bundes
Dillenburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamm, Münster, Gelsenkirchen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen Die Autobahn GmbH des Bundes
Netphen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück Die Autobahn GmbH des Bundes
Osnabrück Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
SCHEIDL-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau SCHEIDL
Moosburg/Landshut Zum Job 

Zusammen mit dem Weltmarktführer, Plasser & Theurer, untersuchten sie verschiedene Gleisbaumaschinen und forschten an der optimalen, fossilfreien Antriebstechnologie. Daneben analysierten die Forschenden auch 3.000 Nebenfahrzeuge für eine optimierte Umsetzung. Nebenfahrzeuge sind ebenfalls Schienenfahrzeuge, die für bestimmte Betriebs- und Sonderzwecke eingesetzt werden (zum Beispiel: Schotterplaniermaschinen oder Anhängerfahrzeuge).

Nachhaltige Baumaschinen – Bosch zeigt, wie es geht

Je nach Gleisbaumaschine unterschiedliche Antriebstechnologien

Für die Auswertung der Ergebnisse nutzen die Forschenden das Calculatiton of Comparison for Alternative Solutions, kurz CalCAS, ein an der TU Graz entwickeltes Berechnungsprogramm. Dabei kam heraus, dass je nach Energiebedarf der jeweiligen Gleisbaumaschine unterschiedliche Antriebstechnologien sinnvoll sind. So könnten etwa 35% der eingesetzten Maschinen ihren Energiebezug elektrisch über die Oberleitung abdecken.

Für Gleisbaumaschinen mit einem Energiebedarf von bis zu 800 Kilowattstanden (kWh) rät das Forschungsteam zu einer Batterielösung als Hybrid mit Oberleitung zum Aufladen. Landgraf ist sich zudem sicher, dass sich im Energiesektor noch viel tun wird und in naher Zukunft der Einsatz reiner Batterielösungen möglich ist. Für Gleisbaumaschinen mit einem Energiebedarf über 800 kWh empfehlen die Forschenden einen Antrieb mittels Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie. Um die klimaschädlichen Emissionen bereits bestehender Maschinen zu verringern, könnten Betreiber zur Überbrückung auf Biokraftstoffe oder auf synthetische Kraftstoffe setzen. Mittelfristig sei Flüssigwasserstoff in Kombination mit einem Verbrennungsmotor eine Option.

Wasserstoff- und Elektro-Baumaschinen rollen an

Alternative Antriebstechnologien erfordern den Ausbau der Energieinfrastruktur

Optimierungen sind dringend erforderlich: Die Gleisinstandhaltungsarbeiten in Österreich verursachen jedes Jahr etwa 9.600 Tonnen klimaschädliches CO₂. Die Umstellung auf alternative Antriebstechnologien von Gleisbaumaschinen könnte demnach einen erheblichen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen beitragen.

Das haben auch die Zuggesellschaften erkannt. So wollen die Deutsche Bahn, die Österreichische Bundesbahnen und weitere Bahngesellschaften spätestens ab 2030 keine neuen fossil betriebenen Maschinen mehr erwerben. Gleichzeitig müssen alternative Antriebstechnologien und die dazugehörige Energieinfrastruktur weiter ausgebaut werden – nur dann ist eine erfolgreiche Umstellung möglich. Am Ende sind es viele Faktoren, die für emissionsfreie Gleisbauarbeiten entscheidend sind. Doch die Ergebnisse der Studie könnten einen entscheidenden Beitrag zur Umsetzung leisten. „Im besten Fall fließen diese Ergebnisse in Regelwerke und Ausschreibungsrichtlinien ein. Das würde den Herstellern von Gleisbaumaschinen enorm bei einem Umdenken und Umrüsten helfen“, sagt Landgraf. Die Österreichische Bundesbahnen setzt bereits dieses Jahr die ersten alternativ betriebenen Instandhaltungsmaschinen ein.

Mehr Informationen zu alternativen Antriebstechnologien: 

  • Airbus entwickelt Flugzeug mit wasserstoffbetriebenem Brennstoffzellen-Triebwerk
  • Neueste Studie: Die Klimabilanz ist eindeutig besser

 

Ein Beitrag von:

  • Ines Klawonn

    Ines Klawonn

    Ines Klawonn hat als Redakteurin bei einem auf Energiekommunikation spezialisierten Medienunternehmen gearbeitet. Mittlerweile ist sie selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themenschwerpunkte sind Gesundheit, Energie und Technik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.