Klimawandel 14.07.2021, 08:29 Uhr

Diese 3 Städte verursachen die meisten Emissionen weltweit

Forschende der Sun-Yat-sen-Universität haben die Emissionswerte von 167 Städten erfasst. Das Resultat: Die mit Abstand größten CO2-Emittenten sind Metropolen im asiatischen Raum. Allerdings tragen auch Europa und die USA keine weiße Weste.

Smog Stadt

Forschende haben festgestellt, dass die meisten Emissionen in asiatischen Metropolen entstehen.

Foto: panthermedia.net/Nakedking

Immer mehr Menschen bevorzugen das Leben im urbanen Umfeld. Laut dem statistischen Bundesamt sind es derzeit rund 56 % der Gesamtbevölkerung des Planeten. Schätzungen zufolge wird sich dieser Anteil bis zum Jahr 2030 auf bis zu 60 % erhöhen. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass Metropolen und Megastädte sich als die größten Klimasünder urbaner Gefilde herauskristallisieren. Wissenschaftler der Yat-sen-Universität veröffentlichten zu diesem Thema eine Studie auf der Open Science Plattform Frontiers. In dieser Analyse wurden die Emissionswerte von 167 Städten in 53 verschiedenen Ländern ausgewertet. Darüber hinaus sind aus diesem Quantum Bestandsdaten von 42 Ballungsräumen, die über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren dokumentiert wurden, mit in diese Arbeit eingeflossen. Die Studie ergab, dass allein 25 Städte für 52 % der emittierten Treibhausgase in urbanen Umgebungen verantwortlich sind.

Das sind die größten Städte der Welt

Emissionen in Großstädten: Ein Blick gen Westen

Ins Visier der Forscher rückten vor allem Regionen der Erde, die bereits für einen hohen Ausstoß an Emissionen bekannt sind, wie zum Beispiel China, Indien, Europa und die USA. Dabei spielte auch die Klassifizierung der UN in Industrie- und Entwicklungsländer eine Rolle.

Auf den ersten Blick schnitten Europa und die USA zwar ganz gut ab, jedoch wird durch die Studie klar, dass der Emissionsausstoß pro Kopf ein überdurchschnittlich hohes Maß erreicht. Das heißt, wäre die Bevölkerungsdichte in westlich gelegenen Ballungsräumen genauso hoch, wie in Städten in Entwicklungsländern, würden Europa und die Vereinigten Staaten von Amerika höhere Werte verzeichnen, als es derzeit der Fall ist.

Laut den Ergebnissen der Studie sind 80 % der Emissionen in Europa und den USA auf den Energieverbrauch zurückzuführen, welcher damit zu den einflussreichsten Faktoren zählt. Vor allem der Straßenverkehr rückte dabei mit 30 % in den Fokus. Die Nutzung von Wasserfahrzeugen und der Bahn fließen hingegen mit einem Anteil von nur 15 % in die Statistik mit ein.

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Chinesische Metropolen besetzen die TOP 3

Alle 25 Städte, bis auf Tokyo, Istanbul und Moskau liegen in der Volksrepublik China. Darunter befinden sich die bekannten chinesischen Millionenstädte Shanghai, Peking und Hongkong. Erstere belegt den 2. Platz der TOP 3.

Platz 1: Handan, China

Die bezirksfreie Millionenstadt Handan befindet sich im Nordosten der Volksrepublik China in der Provinz Hebei und zählt rund 10 Millionen Einwohner. Mit einem Äquivalent von 199,71 Megatonnen CO2-Austoß pro Jahr ist die Metropole mit Abstand Spitzenreiter in puncto Emissionen. Diese verlagern sich laut der Studie vor allem auf den Energieverbrauch von Industriegebäuden, Agrarwirtschaft und Bergbau. Allerdings wurde der Kreis Guangping, der ebenfalls zur chinesischen Großstadt gehört, 2019 als deutsch-chinesische Eco-City zertifiziert. Das Vorhaben umfasst die Integration von mehr Grünflächen, die Verringerung des Wasserverbrauchs und eine Steigerung des Einsatzes erneuerbarer Energien. Um diese Ziele zu erreichen, sollen nicht nur Technologien aus Deutschland zum Tragen kommen, sondern generell nachhaltige Ansätze verfolgt werden. Damit soll sich Guangping zu einem Vorreiter in Hinblick auf CO2-Emissionen entwickeln.

Kulturbau Handan

Handan liegt auf Platz 1 der Städte mit den größten Emissionen der Welt.

Foto: panthermedia.net/lnzyx

Platz 2: Shanghai, China

Die bedeutendste Industriestadt Chinas liegt mit ihren rund 15 Millionen Einwohnern am Jangtsekiang-Delta, einem Ballungsraum am Ostchinesischen Meer. Der Stadt wurde in den 80er-Jahren eine Vorreiterrolle zur Modernisierung Chinas zugewiesen, was zu einem Anstieg der Industrieunternehmen führte. In diesem Gebiet sind vorwiegend chemische, pharmazeutische und elektronische Produktionsbetriebe angesiedelt. Dazu gesellen sich Stahlproduktion, Maschinenbau sowie zahlreiche große Werften. Zusammen mit dem Straßen- und Schiffsverkehr kommt Shanghai dadurch auf einen jährlichen Ausstoß von rund 187,98 Tonnen CO2 und landet deshalb auf Platz 2 der emissionsreichsten Städte der Welt.

Blick auf den oriental pearl tower shanghai

Shanghai wird durch umfassende Umweltprojekte grün. Dennoch liegt der jährliche CO2 Ausstoß bei 187,98 Tonnen.

Foto: panthermedia.net/ymgerman

Platz 3: Suzhou, China

Ebenfalls im Jangtsekiang-Becken liegt die knapp 11-Millionen-Einwohner-Stadt Suzhou, die dank der zahlreichen Kanäle auch “Venedig des Ostens” genannt wird. Trotzdem dürften die Emissionen mit rund 151,79 Tonnen CO2 deutlich über jener der italienischen Touristenstadt liegen. Grund dafür sind zum einen die zahlreichen Tech-Konzerne wie Logitech und Apple, sowie diverse Größen aus der Pharmaindustrie. Des Weiteren finden sich Produktionsstätten aller Art, zum Beispiel Canon, Philips Healthcare oder die Robert Bosch GmbH in diesem Einzugsgebiet. Viele davon tummeln sich seit dem Jahr 1994 eigens errichteten Industriepark auf einer Fläche von 288 km². Damit landet die Metropole auf Platz 3.

Blick auf Suzhou

Suzhou liegt auf Platz 3 des Rankings. 151,79 Tonnen CO2 werden hier jedes Jahr verursacht.

Foto: panthermedia.net/BlissHunterImages

In diesen Städten ist die Luft am besten.

CO2-Ausstoß weltweit: Tendenzen leicht fallend

Die Wissenschaftler der Studie sind der Meinung, dass viel mehr Möglichkeiten ausgeschöpft werden könnten, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen und die kritische Temperaturmarke von 1,5°C nicht zu überschreiten. Dazu müssten laut dem Co-Autor, Dr. Shaoqing Chen wichtige Schlüsselbereiche identifiziert und zum Beispiel die Auswirkungen des stationären Energieverbrauchs, des Transportwesens, des Energiebedarfs der Haushalte und der Abfallwirtschaft der Städte untersucht werden.

Eine gute Nachricht zum Schluss: Bei der Erhebung der Emissionswerte konnten die Forscher der Sun-Yat-sen-Universität aber auch feststellen, dass die Tendenz im erfassten Zeitraum in einigen Regionen sank.

Die gesamten Forschungsergebnisse finden sich in der Zeitschrift Frontiers in Sustainable Cities.

Ein Beitrag von:

  • Silvia Hühn

    Porträt Silvia Hühn

    Silvia Hühn ist freie Redakteurin mit technischem Fokus. Sie schreibt unter anderem über die Rekorde dieser Welt.

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