Amerikas GPS-Stimme 07.10.2013, 12:03 Uhr

Susann Bennett hat Siri ihre Stimme geschenkt

Die Amerikaner kennen sie: Ihre Stimme begrüßt sie in Warteschleifen, spricht in Spots und Ansagen von Ford, Coca-Cola und McDonald’s und lotst Autofahrer per GPS durchs Land. Doch dass Susann Bennett die Frau hinter Apples Sprachassistenten Siri ist, hat CNN entdeckt. Bislang ging man davon aus, dass die Siri-Stimme künstlich erzeugt wurde.

Susann Bennet ist die Stimme von Apples Sprachassistenten Siri in den USA: Bennett hat die Sprachfetzen schon 2005 aufgenommen, zwei Jahre vor dem Erscheinen des ersten iPhone und sechs Jahre vor der Einführung von Siri.

Susann Bennet ist die Stimme von Apples Sprachassistenten Siri in den USA: Bennett hat die Sprachfetzen schon 2005 aufgenommen, zwei Jahre vor dem Erscheinen des ersten iPhone und sechs Jahre vor der Einführung von Siri.

Foto: CNN/Sreenshot ingenieur.de

Apples Sprachassistent Siri feiert am 11. Oktober 2013 seinen zweiten Geburtstag. Mit dem iPhone 4S startete der nützliche Assistent in den USA. Seitdem nimmt Siri nicht nur Aufträge entgegen, sondern antwortet auch brav, teilt das Wetter, liest die Fußballergebnisse vor oder sucht die Rufnummer des nächsten Pizzadienstes heraus.

Sprachaufnahmen für Siri begannen 2005

Bislang ging man allerdings davon aus, dass sich hinter Siri keine echte Stimme verbirgt, sondern eine Stimme aus dem Computer. Weit gefehlt. Es war bereits im Juli 2005, als die Sprachaufnahmen für Siri mit Susann Bennet aus Atlanta aufgezeichnet wurden. Zwei Jahre bevor überhaupt das erste iPhone auf den Markt kam. Erstaunlich.

Doch Susann Bennet, schon damals ausgesprochen bekannte Sprecherin in den USA, wusste gar nicht, für was sie eigentlich ins Micro sprach. Das Software-Unternehmen ScanSoft hatte Bennett damals den Auftrag für ein nicht näher beschriebenes Projekt erteilt, hat Bennett jetzt in einem Interview mit CNN verraten.

Neuer CNN-Auftrag lässt Susann Bennett auffliegen

CNN ist selbst nur durch Zufall hinter das Geheimnis gekommen. „Hey, du bist doch nicht etwa Siri?“, fragte die Reporterin Jessica Ravitz von CNN während Sprechaufnahmen mit Susann Bennett. Es war ein neuer Auftrag des Senders und auch ein Zufall, durch den Siri nun ein Gesicht bekam.

Susann Bennett selbst erfuhr erst vor zwei Jahren nur durch einen Zufall, dass sie als Sprachassistentin täglich zu Millionen von Menschen spricht. Ihr Freund war eines Tages überrascht, dass seine Freundin ihn über sein neues Telefon ansprach. Sie selbst hatte kein Smartphone, so dass sie sich über Apples Homepage selbst überzeugen musste, welche Folgen ihre eigenartigen Sprachaufnahmen aus dem Jahr 2005 hatten.

Dennoch hielt Bennett dieses Geheimnis für sich, verrät sie jetzt auf CNN. „Ich war mir nicht sicher, ob ich die Öffentlichkeit wollte. Auch wusste ich nicht, ob ein Outing rechtliche Probleme mit sich bringen würde. Also hielt ich mich bedeckt.“

Bekannte Werbe- und Synchronstimme in den USA

Bennett ist vielen Amerikanern als Stimme bereits bekannt. Sie synchronisiert seit den siebziger Jahren und ist in zahlreichen Werbespots, Telefonansagen und Navigationssystemen in den USA zu hören.

In Deutschland ist Bennetts Stimme allerdings unbekannt. Sie hat allein die englische Version von Siri in den USA aufgesprochen. Doch auch in den USA sind ihre Tage als Siri-Sprecherin gezählt. Apple hat das neue mobile Betriebssystem iOS 7 mit neuen Sprechern ausgestattet.

Die deutsche Siri-Stimme könnte von Heike Hagen stammen

Allerdings wirft das die Frage auf, wer denn die deutsche Siri-Stimme ist. Angeblich ist das Heike Hagen aus Berlin. Wie Bennett ist auch Hagen den meisten bekannt, ohne dass man das weiß. Sie synchronisiert, ist die Bordstimme von Air Berlin und die Stimme in zahlreichen TV-Dokumentationen. Dass sie die Stimme „Anna“ auf Apple-Computern hat sie schon 2012 in einem Interview eingeräumt. Dass mit Siri will sie nicht kommentieren.

Das CNN-Interview mit Susann Bennett finden Sie hier.

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