Porträt 06.01.2012, 12:02 Uhr

La Chaux-de-Fonds: Wiege der Uhrenindustrie

Die schweizerische Stadt La Chaux-de-Fonds ist besonders. Nicht nur, weil sie mit 1000 m eine der höchstgelegenen Städte in ganz Europa ist. Sie ist abgelegen, fast im Niemandsland, ein paar Kilometer von der französischen Grenze entfernt. Im Winter gibt es viel Schnee, die Sommer sind eher kühl im Schweizer Jura. Hier ticken die Uhren anders – mehr noch, hier begannen sie zu ticken.

La Chaux-de-Fonds ist gleichzeitig eine Utopie, immer offen für Fortschritt und neue Ideen. Gedanken an Anarchie und Revolution entstanden genau hier. Im März 1848 marschierten Revolutionsanhänger nach Neuchâtel und stürzten die Monarchie. Karl Marx war da und hat die Stadt später als eine „einzige Uhrenwerkstatt“ bezeichnet.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Airbus-Firmenlogo
Program Certification Engineering (d/m/f) Airbus
Manching Zum Job 
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Gruppenleiter (m/w/d) Konstruktion Stahlbrücken Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG
Sengenthal Zum Job 
Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Infrastrukturprojekte Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung
Stuttgart Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
IT-Systemingenieur*in Leitsysteme Busbetrieb Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleitung (m/w/d) "Technische Projekte" Allbau Managementgesellschaft mbH
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) im Projektmanagement Bereich Mobilität / Verkehr THOST Projektmanagement GmbH
Nürnberg,Hannover Zum Job 
Berliner Wasserbetriebe-Firmenlogo
Projektleiter:in für große Investitionsprojekte (w/m/d) Berliner Wasserbetriebe
Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung-Firmenlogo
Planungskoordinator (m/w/d) im Projekt Zukunftsquelle Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung
Stuttgart Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
FCAS2023 Flight Simulation Architect (d/f/m) Airbus
Manching Zum Job 
Berliner Wasserbetriebe-Firmenlogo
Leitende:r Ingenieur:in der technischen Betriebsführung / Klärwerk Wansdorf (w/m/d) Berliner Wasserbetriebe
Schönwalde-Glien Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
FCAS2023 Flight Simulation Integration Engineer (d/f/m) Airbus
Manching Zum Job 
Cycle GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur für Elektronik (m/f/d) Cycle GmbH
Hamburg Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) im Projektmanagement Bereich verfahrenstechnischer Anlagenbau (Chemie und Pharma) THOST Projektmanagement GmbH
Nürnberg,Hannover,Berlin,Leipzig,Hamburg Zum Job 
Mitscherlich PartmbB-Firmenlogo
Patentingenieur (w/m/d) Fachrichtung Elektrotechnik, Nachrichtentechnik, Maschinenbau oder vergleichbar Mitscherlich PartmbB
München Zum Job 
VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur:in Elektrotechnik (w/m/d) VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH
Gelsenkirchen,Lingen (Ems) Zum Job 
newboxes GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur Produktentwicklung (m/w/d) newboxes GmbH
Deutschlandweit Zum Job 
VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur:in Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (MSR) (w/m/d) VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH
Gelsenkirchen Zum Job 
VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur:in Automatisierungstechnik (w/m/d) VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH
Gelsenkirchen Zum Job 
Leviat GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Leviat GmbH
Langenfeld (NRW) Zum Job 
ILF Beratende Ingenieure GmbH-Firmenlogo
Projekt- und technischer Angebotsingenieur (m/w/d) ILF Beratende Ingenieure GmbH
München, Bremen, Hamburg, Essen, Berlin Zum Job 

Mit Recht. Hier stellte im 19. Jahrhundert eine proletarische Aristokratie nichts als Uhren her. Wanduhren, Pendeluhren, Kaminuhren, Taschenuhren, Spieluhren. In enormen Mengen. 50 % aller Uhren drängten in Hochphasen aus der Schweiz auf den Weltmarkt.

La Chaux-De-Fonds wurde ganz auf die Bedürfnisse der Uhrenindustrie ausgerichtet

Die Bedingungen haben sich geändert. Aber die Eigenschaften nicht, die unabdingbar dazu gehören, um Räderwerke erfolgreich zum Laufen zu bringen. Ihre Macher müssen geduldig, geschickt und völlig präzise sein. Kombiniert mit einem außergewöhnlichen Wissen rund um diese winzigen, aber hochkomplexen Puzzleteile. Ein Wissen, das über Jahrhunderte entstanden ist. Früher lebten die Bewohner von La Chaux-De-Fonds verstreut auf ihren Gehöften. Um im Winter eine zusätzliche Einkommensquelle zu haben, fingen sie irgendwann an, bei Kerzenschein Uhren zu fabrizieren.

Eine Feuersbrunst im Mai 1794 brachte die architektonische Wende. Jene Höfe, die den Brand überstanden hatten, mussten einer idealen Stadt weichen. Der Charakter der Uhrmacher färbte auf die Architektur ab. La Chaux-de-Fonds wurde so ein erstaunlich praktischer Ort, der ganz auf die Bedürfnisse der Uhrenindustrie ausgerichtet ist, ohne die seiner Einwohner zu vergessen. Urban und menschlich zugleich. Kino, Theater, Musikhalle für die Kultur Radwege und Loipen für den Sport Berge und Seen fürs Wohlbefinden. Alles ist da. Und 2009 kam noch ein universeller Aspekt hinzu. Gemeinsam mit der Zwillingsstadt Le Locle steht La Chaux-de-Fonds wegen seiner Einzigartigkeit seitdem unter dem kulturellen Schutz der Unesco.

Selbst die Architektur von La Chaux-de-Fonds ist demokratisch

Aus den Anarchisten von einst sind Bewohner einer Arbeiterstadt geworden, die immer Gleichheit gesucht haben. Selbst die Architektur ist demokratisch: Es gibt kein Zentrum. Restaurants verteilen sich genauso an den schnurgeraden Straßen der Stadt wie Bäckereien, Bekleidungsgeschäfte oder ganz normale Supermärkte. Die äußere Wirklichkeit bestimmt ein anderes Lebensgefühl, das, weil es so anders ist, zur selben Zeit neue Blickwinkel eröffnet.

Für La Chaux-de-Fonds liegen die an den Ausläufern der Stadt. Wo kein Zentrum ist, kann der Ort einfach verlängert werden. Immer das Jura-Tal entlang. So die Idee. Vor allem gen Osten, Richtung französische Grenze, gibt es noch Platz, was einige bekannte Uhrmanufakturen gerade mit Neubauten am Stadtrand unterstrichen haben. Das Prinzip funktioniert. Der Entwicklungsplan, den sich der Ingenieur Charles-Henri Junod 1834 ausgedacht hat, beeinflusste später selbst noch einen Sohn der Stadt beim Entwurf seiner lichtdurchfluteten Gebäude: Le Corbusier.

In rechtwinkeligen Straßen stehen im weiten Abstand also schmale, hohe Häuser aus dem 19. Jahrhundert. Dazwischen große Gärten mit Blumen- und Gemüsebeeten. Im Innern einige überraschende Treppenhäuser, die offensichtlich aus der Zeit des Jugendstils stammen, aber in der bodenständigen Variante ausgeführt sind, die der Landschaft eigen ist. Großräumige, helle Wohnungen schließen sich an, denn unverzichtbar und alles entscheidend ist der Lichteinfall. Direkt hinter den großen Fensterfronten standen die Werkbänke. Davor die Uhrmacher mit genügend Licht, um hochwertige Schweizer Uhren zu bauen.

Die Entwicklung im 19. Jahrhundert war rasant. Aus Kunsthandwerk wurde schnell Industrie. Überall gab es Werkstätten, nur einen Katzensprung entfernt von den Arbeiterwohnungen. Dazwischen die stattlichen Häuser der Patrons. Ein sozialer Mix, der typisch ist für dieses schmale Jura-Tal, an dessen Höhen grüne Wiesen, alte Landhöfe und viele Schweizer Kühe liegen.   

Ein Beitrag von:

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.