Schlittschuhe für Eis-Rennsport 19.03.2014, 12:11 Uhr

Hochfestes Aluminium: BAE Systems setzt bei Kampfjets und Schlittschuhen aufs gleiche Material

Der britische Rüstungskonzern BAE Systems hat Aluminium-Technik aus der Luftfahrt benutzt, um die Schlittschuhe der britischen Spitzensportler im Short Track auszurüsten. 

Short Track in Sotschi: Tausendstel Sekunden trennen manchmal Sieg und Niederlage im Eis-Rennsport. Da kann allein von den Schlittschuhen abhängen, wer Sieger oder Verlierer wird. Die neuesten, schnellsten Schlittschuhe sind aus hochfestem Aluminium gefertigt und von Mathematikern konstruiert.

Short Track in Sotschi: Tausendstel Sekunden trennen manchmal Sieg und Niederlage im Eis-Rennsport. Da kann allein von den Schlittschuhen abhängen, wer Sieger oder Verlierer wird. Die neuesten, schnellsten Schlittschuhe sind aus hochfestem Aluminium gefertigt und von Mathematikern konstruiert.

Foto: dpa

Wer mit Schlittschuhen auf dem Eis Rennen rast, der legt auf den Geraden in jeder Sekunde mehr als 15 Meter zurück. Das entspricht 58 Kilometern in der Stunde. Und selbst in engen Kurven können es noch zwölf  Meter in der Sekunde oder 46 Stundenkilometer sein.

Titan zuletzt bevorzugtes Material

Seitdem Schlittschuhe angefertigt werden, wird mit dem Material experimentiert. Anfangs war es Eisen, dem später Stahl folgte. Je mehr sich selbst Schlittschuhe zu einer Orgie von Technologie entwickelten, desto exotischer wurde das Material. Titan war bis vor kurzem der letzte Schrei. Inzwischen hat offenbar eine Rückbesinnung eingesetzt. Die allerneuesten Schlittschuhe, die bei den Olympischen Spielen in Sotschi oder den Eissport-Weltmeisterschaften in Montreal Mitte März zu sehen waren, sind aus Aluminium hergestellt.

Starke Anleihen bei der Wehrtechnik

Aufgabe für BAE Systems war es für das britische Olympia-Team neuartige Schlittschuhe zu entwickeln. Dafür analysierten die Wehrtechniker zunächst einmal herkömmliche Renn-Schlittschuhe. Im Anschluss entwickelten sie mathematische Modelle, um diese zu optimieren. Dabei wurde darauf abgezielt, die bei Rennen stets kritische Verbindung der Schlittschuhe mit dem Eis zu verbessern. Nur so ist es möglich, mit höherer Geschwindigkeit auf die nächste Kurve zuzurasen, erst spät abzubremen und dann trotz extremer Schräglage in der Kurve nicht seitlich abzurutschen.

Grafik Schlittschuh: BAE zeigt Zahlen und Fakten auf, die beim optimierten Schlittschuh eine Rolle spielen. 

Grafik Schlittschuh: BAE zeigt Zahlen und Fakten auf, die beim optimierten Schlittschuh eine Rolle spielen. 

Foto: BAE Systems

Bei der Materialwahl entschied sich BAE Systems für hochfestes Aluminium, das in Kampfjets wie dem „Taifun“ eingesetzt wird – jenen Hochleistungsjet, den auch die Deutsche Luftwaffe fliegt.

Das ausgewählte hochfeste Aluminium war zweimal so steif wie das früher beste Schlittschuh-Material. Zugleich aber reduzierte dieses Aluminium das Gewicht der Schlittschuhe um volle 40 Prozent. All das kommt den Rennläufern zugute: Sie können mit höherer Geschwindigkeit dahinrasen, haben eine bessere Beschleunigung und zugleich eine bessere Kontrolle über die Schlittschuhe.

Extreme Anforderungen der Kurzstrecken-Eisrennen

Die Kurzstreckenrennen auf Eis werden auf einer extrem kleinen ovalen Bahn gefahren. Zwischen den Kurven an beiden Enden des Ovals liegen jeweils nur 30 Meter gerader Strecke. Und die Kurven weisen einen Radius von 8,5 Metern auf. Alles in allem misst eine Runde lediglich 111 Meter Länge.

Erster Rennerfolg hat sich schon eingestellt

Bei den Weltmeisterschaften in Montreal erreichte die Britin Elise Christie auf den neuen Schlittschuhen den vierten Platz. Für einen völlig neuen Sportartikel ein bemerkenswertes Abschneiden.

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