Anpassung an Lebensraum 25.06.2013, 13:36 Uhr

Fische im Trüben haben einen Infrarot-Blick

Was bis vor kurzem noch als ausgeschlossen galt, ist jetzt bewiesen: Fische in trüben Gewässern orientieren sich mit Infrarot-Licht. Die neuen Erkenntnisse bieten Wissenschaftlern völlig neue Möglichkeiten für weitere Studien.

Mosambik-Buntbarsche (Oreochromis mossambicus) leben in trübem Wasser und sind sehr lichtempfindlich. Sie nahmen im Versuch die infrarote Strahlung bis zu einem Spektralbereich von über 930 nm wahr. 

Mosambik-Buntbarsche (Oreochromis mossambicus) leben in trübem Wasser und sind sehr lichtempfindlich. Sie nahmen im Versuch die infrarote Strahlung bis zu einem Spektralbereich von über 930 nm wahr. 

Foto: Universität Hohenheim

Was Menschen gar nicht wahrnehmen können, dient einigen Fischarten als einzige Orientierung: Infrarot-Licht. Je trüber der Lebensraum der jeweiligen Fischart, desto besser kann sie das Infrarot-Licht nutzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Hohenheim. Im trüben Wasser werden Teile des sichtbaren Lichts an Mikropartikeln gestreut und absorbiert. Damit wird eine klare Sicht verhindert. Das langwelligere rote und infrarote Licht wird nicht so stark gestreut, daher erhöht sich sein relativer Anteil im trüben Wasser deutlich. „Ganz offensichtlich haben sich Fische diesen Umstand im Laufe der Evolution zunutze gemacht“, sagt Dr. Denis Shcherbakov, der die Arbeitsgruppe Magnetobiology and Animal Orientation an der Universität Hohenheim leitet.

Die Studie ist die Folge einer Zufallsentdeckung. Im Zusammenhang mit einem anderen Experiment bemerkten die Forscher, dass Fische infrarotes Licht wahrnehmen. Sie entwickelten zunächst ein Experiment, um das nachzuweisen. Das Ergebnis: Bestimmte Fischarten schwammen gezielt auf eine infrarote Lichtquelle zu. Dann begannen die Forscher mit systematischen Studien, um die ökologische Bedeutung des Infrarot-Sehens zu untersuchen.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben-Firmenlogo
Baumanagerin / Baumanager (w/m/d) Bundesanstalt für Immobilienaufgaben
-Firmenlogo
Ingenieurinnen / Ingenieure (FH-Diplom/Bachelor) (m/w/d) der Fachrichtungen Kraftfahrzeugtechnik, Elektrotechnik, Maschinenbau, oder vergleichbarer Fachrichtungen
Hochschule Hamm-Lippstadt-Firmenlogo
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (m/w/d) im Bereich Gebäudeautomation, Gebäudetechnik, Elektrotechnik o. ä. für die digitale Vernetzung von Komponenten der Sektorenkopplung Hochschule Hamm-Lippstadt
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen-Firmenlogo
Sachbearbeiter/in für Elektrotechnik (m/w/d) im Baubereich Bundesbau Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen
Potsdam Zum Job 
Hochschule Hamm-Lippstadt-Firmenlogo
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (m/w/d) im Bereich Energietechnik, Elektrotechnik o. ä. für die Bewertung von Systemlösungen der Sektorenkopplung Hochschule Hamm-Lippstadt
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen-Firmenlogo
Sachbearbeiter/in für Elektrotechnik (m/w/d) im Geschäftsbereich Baumanagement Bund Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen
Frankfurt (Oder) Zum Job 
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen-Firmenlogo
Technische/r Sachbearbeiter/in für Tiefbau (m/w/d) im Baubereich Bund Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen
Potsdam Zum Job 
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen-Firmenlogo
Ingenieur/innen für Tiefbau (m/w/d) im Baubereich Bundesbau Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen
Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR-Firmenlogo
Bauingenieur*in der Fachrichtung Brückenbau/Konstruktiver Ingenieurbau (w/m/d) Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR
THD - Technische Hochschule Deggendorf-Firmenlogo
Professor/Professorin (m/w/d) für das Lehrgebiet "Nachhaltige Baukonstruktion und Produktmanagement" THD - Technische Hochschule Deggendorf
Pfarrkirchen Zum Job 
Landesregierung Brandenburg-Firmenlogo
Architekten/in (m/w/d) Hochbau oder Bauingenieur/in (m/w/d) Hochbau für den Landesbau Landesregierung Brandenburg
Frankfurt (Oder) Zum Job 
TECHNOSEUM-Firmenlogo
Kurator/Kuratorin (m/w/d) TECHNOSEUM
Mannheim Zum Job 
Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR-Firmenlogo
Gruppenleitung Bauwerksprüfung und Unterhaltung - Bauingenieur*in der Fachrichtung Brückenbau/Konstruktiver Ingenieurbau (w/m/d) Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR
WIRTGEN GROUP-Firmenlogo
Mitarbeiter (m/w/d) WIRTGEN GROUP
Windhagen Zum Job 
KLEINS ENERGIE GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) für die Fernwärmenetzplanung KLEINS ENERGIE GmbH
Unterschleißheim Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für den Konstruktiven Ingenieurbau Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
mdexx fan systems GmbH-Firmenlogo
Nachhaltigkeitsmanager (m/w/d) mdexx fan systems GmbH
Weyhe (bei Bremen) Zum Job 
KLEINS ENERGIE GmbH-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) für die Projektsteuerung KLEINS ENERGIE GmbH
Unterschleißheim Zum Job 
Helmholtz-Zentrum Hereon-Firmenlogo
Doktorandin (m/w/d) - Skalierbare Erzeugung regenerativer flüssiger Kraftstoffe Helmholtz-Zentrum Hereon
Geesthacht (bei Hamburg) Zum Job 
Leibniz Universität Hannover-Firmenlogo
Universitätsprofessur (m/w/d) für Quanten- und photonische Systeme Leibniz Universität Hannover
Hannover Zum Job 

Individuelle Sehgrenzen verschiedener Fischarten

Die Ergebnisse der Studien mit Nil- und Mosambik-Buntbarschen, die in trübem Wasser leben, und den Klarwasserfischen Guppys und Schwertträger zeigen, dass die Fische sich evolutionär an ihren jeweiligen Lebensraum angepasst haben. „Am lichtempfindlichsten waren Nil- und Mosambik-Buntbarsche, die beiden Spezies aus dem trüben Lebensraum. Sie nahmen die infrarote Strahlung bis zu einem Spektralbereich von über 930 nm wahr“, fasst Shcherbakov zusammen. Die Lichtempfindlichkeit der Klarwasserfische erwies sich als viel geringer. Shcherbakov: „Guppys und Zebrafische zeigten bereits ab Wellenlängen über 910 nm keinerlei Reaktion. Der Schwertträger reagierte sogar nur auf Wellenlängen bis zu 845 nm.“

Zebrafische gehören zu den Klarwasserfischen. Sie zeigten im Experiment bereits ab Wellenlängen über 910 nm keinerlei Reaktion auf Licht. 

Zebrafische gehören zu den Klarwasserfischen. Sie zeigten im Experiment bereits ab Wellenlängen über 910 nm keinerlei Reaktion auf Licht.

Quelle: Hohenheim Universität

Dieses Wissen eröffnet den Forschern neue Beobachtungsmöglichkeiten für Verhaltensstudien. „Wenn wir die individuellen Sehgrenzen der verschiedenen Fischarten kennen, können wir die Fische bei Lichtwellen beobachten, die für Beobachtungskameras sichtbar sind, während sich der Fisch in völliger Dunkelheit wähnt. Das ist für alle Studien wichtig, in denen eine störende Wirkung vom wahrnehmbaren Licht sicher ausgeschlossen werden muss.“ Dafür werden spezielle LED-Lampen verwendet, die infrarotes Licht eines genau definierten Spektrums ausstrahlen, das die Fische nicht wahrnehmen können. Am Zebrafisch wollen die Forscher nun außerdem untersuchen, welche Gene für Infrarot-Empfindlichkeit verantwortlich sind.

 

Ein Beitrag von:

  • Andrea Ziech

    Redakteurin Andrea Ziech schreibt über Rekorde und Techniknews. Darüber hinaus ist sie als Kommunikationsexpertin tätig.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.