Bemannte Flüge zur ISS 16.09.2015, 07:55 Uhr

SpaceX: So luxuriös sieht der Innenraum der Dragon aus

Ist das ein Science-Fiction-Film? Nein, das ist der Innenraum der Dragon, den SpaceX erstmals vorgestellt hat. Geschäftsführer und Multimilliardär Elon Musk will mit der Raumkapsel 2017 Nasa-Astronauten zur ISS bringen. 

2017 sollen die ersten Astronauten mit der Dragon Richtung ISS aufbrechen. Bequemer und optisch ansprechender könnten sie es wohl kaum haben.

2017 sollen die ersten Astronauten mit der Dragon Richtung ISS aufbrechen. Bequemer und optisch ansprechender könnten sie es wohl kaum haben.

Foto: SpaceX

Wer sich das Werbevideo für die Dragon auf der Website von SpaceX ansieht, wird feststellen: Hier erinnert kaum etwas an eine klassische Raumkapsel. Es gibt weder komplizierte Steuerpulte noch Hebel oder Kippschalter.

Stattdessen herrscht Minimalismus in elegantem Weiß: Bis zu sieben Astronauten nehmen wie in einem Sportwagen in karbonverstärkten Schalensitzen Platz, die mit dem Mikrofaservliesstoff Alcantara verkleidet sind. In Reichweite hängt ein Bedienterminal mit drei Touchscreen-Displays. Die Astronauten können dort Informationen rund um den Flug ablesen und Luftdruck und Temperatur in der Kapsel verändern.

2017 sollen Astronauten mit der Dragon zur ISS fliegen

Nach drei Jahren unbemannter Versorgungsflüge soll 2017 der Startschuss für eine bemannte Mission fallen: Dann will SpaceX im Auftrag der US-Weltraumbehörde Nasa mit der Dragon erstmals Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS bringen.

Schalter und Hebel sind Schnee von gestern: Stattdessen gibt es drei Touchscreen-Terminals.

Schalter und Hebel sind Schnee von gestern: Stattdessen gibt es drei Touchscreen-Terminals.

Foto: SpaceX

Die 7,2 m hohe und 3,7 m breite Versorgungskapsel gelangt mit einer Falcon-Rakete in den Orbit, fliegt zur Raumstation und dockt dort autonom an. Die Astronauten selbst müssen so gut wie nichts steuern. Daher reichen auch drei Bedienterminals im Inneren der Dragon.

Raumkapsel Dragon ist wiederverwendbar

Für die Nasa ist diese Entwicklung finanziell interessant: Bislang ist sie auf russische Sojus-Kapseln angewiesen, um Astronauten zur ISS zu bringen. Das kostet erstens pro Platz 51 Millionen $ und zweitens will Russland 2024 seine ISS-Beteiligung einstellen. Die Dragon-Variante könnte allein deshalb günstiger sein, weil die Raumkapsel anders als die Sojus wiederverwendbar ist. Mit vier paarweise angeordneten Raketentriebwerken an der Unterseite soll sie mit der Präzision eines Hubschraubers auf der Erde landen können. Dann heißt es auftanken und zurück ins All.

Die Raumkapsel Dragon ist wiederverwendbar.

Die Raumkapsel Dragon ist wiederverwendbar.

Foto: SpaceX

Der erste Start einer bemannten Dragon-Kapsel wird zweifelsohne für Aufregung sorgen. Denn in der Vergangenheit musste sich SpaceX mit technischen Problemen herumschlagen. Im Juni 2015 explodierte eine Trägerrakete vom Typ Falcon-9 kurz nach dem Start vom Nasa-Weltraumbahnhof Cape Canaveral. Von Dragon blieb nichts übrig: Die Versorgungskapsel endete als spektakuläres Feuerwerk am Himmel Floridas.

SpaceX testet Schleudersitz für Astronauten

SpaceX hat für einen solchen Zwischenfall ein Sicherungssystem entwickelt: einen Schleudersitz für Astronauten. Droht die Trägerrakete nach dem Start zu explodieren, zünden acht Triebwerke an den Seiten der Raumkapsel und sprengen sie von der Rakete ab.

Anschließend entfalten sich drei Fallschirme und die Kapsel segelt zu Boden. Ein Dummy hat erste Tests überstanden und SpaceX ist sich sicher: „Wären Menschen in der Raumfähre gewesen, würde es ihnen großartig gehen.“

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