2050 zum Mars 10.06.2015, 13:06 Uhr

Riesenfallschirm der Nasa legt erneut Bruchlandung hin

Zum zweiten Mal ist der Test des größten Fallschirms der Raumfahrtgeschichte gescheitert. Der Nasa-Fallschirm öffnete sich nicht wie geplant und stürzte ins Meer. Der riesige Fallschirm soll Landungen auf dem Mars ermöglichen. Aufgrund der dünnen Mars-Atmosphäre sind große Fallschirme gefragt, um den Aufprall einer Raumkapsel zu bremsen. 

Der Nasa-Fallschirm vor dem Start: Der größte Fallschirm der Raumfahrt wiegt drei Tonnen und erreicht einen Durchmesser von 30 Metern. Doch auch der zweite Test ist jetzt misslungen. Bei einem Sturz aus 55 km Höhe entfaltete sich der Schirm nicht vollständig und stürzte in den Pazifik.

Der Nasa-Fallschirm vor dem Start: Der größte Fallschirm der Raumfahrt wiegt drei Tonnen und erreicht einen Durchmesser von 30 Metern. Doch auch der zweite Test ist jetzt misslungen. Bei einem Sturz aus 55 km Höhe entfaltete sich der Schirm nicht vollständig und stürzte in den Pazifik.

Foto: Nasa

Den Testflug des riesigen Heliumballons hat die Nasa sogar live übertragen. Doch diesen Ausgang wollte niemand sehen. Denn zum zweiten Male schon ging der Testflug mit dem Low-Density Supersonic Decelerator (LDSD) schief.

Nachdem bereits der Start wetterbedingt mehrere Tage verschoben wurde, starte der Ballon samt Fallschirm und Rakete am 8. Juni auf dem US-Militärstützpunkt auf Hawaii. Nach drei Stunden Fahrt wurde die Rakete samt der „Untertasse“ abgekoppelt und flog in eine Höhe von 55 km über den Pazifik. Von dort aus sollte der Riesenfallschirm mit einem Durchmesser von 30 m langsam zur Erde zurückkehren.

Mit einem Raketenantrieb wird der Fallschirm auf eine Höhe von 55 km gebraucht. Dort öffnet es sich und soll langsam zur Erde schweben.

Mit einem Raketenantrieb wird der Fallschirm auf eine Höhe von 55 km gebraucht. Dort öffnet es sich und soll langsam zur Erde schweben.

Foto: Nasa

Fallschirm öffnete sich nicht vollständig

Doch der Plan ging nicht auf. Obwohl der Fallschirm nach dem ersten Testflug modifiziert worden war, misslang auch der zweite Testflug. Die Untertasse, in der der Fallschirm untergebracht ist, muss sich blitzartig aufspannen, um die hohe Geschwindigkeit abbremsen zu können. Doch laut Nasa hielt der Fallschirm nur kurze Zeit seine Form und wurde dann zerfetzt. Jetzt soll der Flugdatenschreiber ausgewertet werden, bevor sich die Experten näher zu dem misslungenen Test äußern. Der nächste Testflug soll 2016 stattfinden.

Die Testreihe ist Teil der Vorbereitungen für eine bemannte Reise zum Mars. Denkbar wäre eine Expedition etwa im Jahr 2050. Die Anforderungen an die Fallschirme sind enorm. Sie müssen in der Lage sein, trotz dünner Mars-Atmosphäre große Lasten abzubremsen. Bei einer bemannten Mars-Mission könnten Lasten zwischen 10 bis 20 t zu bewältigen sein. Die bislang schwerste Last, die heil auf dem Mars gelandet ist, war der rund 1 t schwere Mars-Rover Curiosity. Der wurde zusätzlich mit Düsen abgebremst.

In der Mitte des Nasa-Fallschirms LDSD ist die Rakete zu sehen, die das Tandem auf 55 km transportiert hat.

In der Mitte des Nasa-Fallschirms LDSD ist die Rakete zu sehen, die das Tandem auf 55 km transportiert hat.

Foto: Nasa

Der jetzt in den Pazifik gestürzte Riesenfallschirm der Generation Supersonic Ringsail Parachute hatte ein Gewicht von 3088 kg zu halten. Dies ist das Gewicht der „fliegenden Untertasse“, die am Fallschirm befestigt war.

Spekulation um Glas-Ablagerungen auf dem Mars

Währenddessen gibt es neue Spekulationen zu Glas-Ablagerungen auf dem Mars. Die Sonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) spürte dieses Glas während der Umrundung 2006 auf, als sich besondere Lichtreflexionen zeigten. Es soll sich um Glas-Ablagerungen in den Kratern handeln, die durch die Hitze beim Einschlag kosmischer Brocken entstanden sein sollen. 

Riesenfallschirme wie der LDSD werden gebraucht, um bei bemannten Mars-Missionen große Lasten auf dem Mars abzusetzen. Aufgrund der dünnen Atmosphäre ist das schwierig. 

Riesenfallschirme wie der LDSD werden gebraucht, um bei bemannten Mars-Missionen große Lasten auf dem Mars abzusetzen. Aufgrund der dünnen Atmosphäre ist das schwierig. 

Foto: Nasa

Von Petra Funk Tags:

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