Drei Raumfahrer gestartet 18.11.2016, 13:03 Uhr

Peggy Whitson – Ab Sonntag kommandiert eine Frau auf der ISS

Am Sonntag ist die Besatzung der Internationalen Raumstation wieder komplett: Letzte Nacht sind drei Astronauten zur ISS gestartet. Wie sie sich in der Sojus-Kapsel die Zeit vertreiben und welche Aufgaben sie auf der ISS übernehmen, lesen Sie hier. 

In der Nacht des 18. November ist die Sojusrakete zur ISS aufgebrochen. Der Start erfolgte von Rampe 1 auf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan – hier startete auch schon Weltraumpionier Juri Gagarin 1961 ins All.  

In der Nacht des 18. November ist die Sojusrakete zur ISS aufgebrochen. Der Start erfolgte von Rampe 1 auf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan – hier startete auch schon Weltraumpionier Juri Gagarin 1961 ins All.  

Foto: Yuri Kochetkov/dpa

In der Nacht zum Freitag wurde es spannend für Oleg Nowizki (Russland), Peggy Whitson (USA) und Thomas Pesquet (Frankreich). In klirrender Kälte von -15 °C sind die Raumfahrer in einer Sojusrakete zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen. Startpunkt war Rampe 1 auf dem russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan – von dort ist auch schon Weltraumpionier Juri Gagarin 1961 ins All gestartet.

Spielkarten und Würfel im Gepäck

Der Flug zur ISS, die sich 400 km über der Erdoberfläche befindet, dauert zwei Tage. Warum so lange? Weil die Sojuskapsel mehrfach die Erde umrundet, bevor sie den perfekten Winkel zum Andocken an die Raumstation erreicht. Experimente mit Expressrouten hatten bislang keinen Erfolg. Das Ausharren in der 2,7 m breiten und 7,5 m langen Kapsel ist eine Belastungsprobe für die Raumfahrer. Um sie angenehmer zu gestalten, hat Pesquet Spielkarten und Würfel eingepackt. „Ich werde mein Bestes tun, um meine Kollegen zu unterhalten“, sagte der französische Astronaut vor dem Start.

Das ist die neue ISS-Crew Nr. 50: ESA-Atronaut Thomas Pesquet (oben), Nasa-Astronautin Peggy Whitson und der russische Kosmonaut Oleg Nowizki.

Das ist die neue ISS-Crew Nr. 50: ESA-Atronaut Thomas Pesquet (oben), Nasa-Astronautin Peggy Whitson und der russische Kosmonaut Oleg Nowizki.

Foto: NASA/Bill Ingalls

Sobald die Raumfahrer die ISS erreicht haben, ist es vorbei mit Langeweile. Ein straffes Forschungsprogramm steht auf dem Plan. Pesquet wird rund 50 Experimente für die Europäische Raumfahrtagentur ESA durchführen. Unter anderem wird er selbstreinigende Materialien erforschen, um die Hygiene in Krankenhäusern zu verbessern. Nowizki widmet sich der Bewegung von Flüssigkeiten im Körper, seine Kollegin Peggy Whitson betreibt derweil Stammzellen- und Bakterienforschung. Die Astronautin ist bereits zum dritten Mal auf der ISS und mit 377 Tagen die US-Astronautin mit dem längsten Aufenthalt im All. Zudem ist Whitson mit 56 Jahren die älteste Frau, die jemals in den Weltraum geflogen ist. Und sie wird zum zweiten Mal die Kommandeurin der ISS sein – auch das ist ein Novum.

Pesquet erinnert an Alexander Gerst

Von seinem Erfolg unabhängig ist Pesquet in Frankreich schon jetzt ein Held – ähnlich wie Alexander Gerst in Deutschland. Der Luft- und Raumfahrtingenieur ist ausgebildeter Pilot, spricht sechs Sprachen und spielt in seiner Freizeit Saxofon. Staatschef François Hollande hat den 38-Jährigen bereits als „unseren besten Botschafter im All“ geadelt. An seinen Abenteuern lässt der Franzose die Öffentlichkeit unter anderem über sein Facebook-Profil teilhaben. „Mein Lebenstraum steht jetzt direkt vor mir“, schrieb der Astronaut vor dem Start. „Mein nächstes Post kommt aus dem All. Alles Gute!“ 

Eine deutsche Astronautin hat es bislang noch nicht ins Weltall geschafft. Ein privater Personaldienstleister aus Bremen will das ändern und hatte zum Astronautinnen-Casting aufgerufen. Nach einer mehrjährigen Ausbildung soll die erste deutsche Astronautin dann 2020 auf der ISS landen.

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