Buchrezension Space Girls 20.07.2019, 09:14 Uhr

Frau im Mond

Was wäre, wenn eine Frau als erster Mensch den Mond betreten hätte? Maiken Nielsen geht dieser Frage in Ihrem Roman Space Girls nach, einem eindringlichen Werk über Frauen im Astronauten-Training der Nasa, den Kampf der politischen Systeme und den langen Weg der Emanzipation.

Foto: Rowohlt Verlag GmbH

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Space Girls beginnt mit der persönlichen Geschichte einer jungen Frau, die während des Zweiten Weltkriegs aus Deutschland nach Frankreich flieht. Dort lebt sie einige Jahre bis die Deutschen auch hier einmarschieren und sie quer durch Frankreich über den Atlantik bis nach Amerika weiterziehen muss. Immer an ihrer Seite: ihre Tochter Juni.

Parallel zur persönlichen Geschichte der heimlichen Deutschen und ihrer Tochter lässt Maiken Nielsen den Leser Weltraumluft schnuppern. Der historische Kontext wird u.a. aus Sicht Buzz Aldrins und Wernher von Brauns erzählt, denen der Leser in ebenfalls sehr persönlichen Kapiteln über die Schulter zu blicken scheint. So fließen Informationen über das Raumfahrtprogramm der USA, über den Sputnik-Schock und über den Raketenbau unter der Leitung des ehemaligen SS-Mitglieds Braun in die Geschichte ein.

Die Autorin Maiken Nielsen verwebt diese beiden Erzählstränge mit einer großen Leichtigkeit. Dass der Roman mit 432 Seiten alles andere als ein Taschenbuch ist, gerät dabei schnell in Vergessenheit.

Die realen Vorbilder der Romanfiguren

Zwar hat Nielsen einen Roman mit fiktiven Personen und vielschichtigen Erzählungen geschaffen, dem Roman liegt aber eine wahre Geschichte zugrunde. Denn tatsächlich durchliefen in den frühen 1960er-Jahren Frauen das Astronautenprogramm der Nasa. Genauer gesagt durchliefen sie die Astronautentests der Nasa, waren aber nie bei der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde unter Vertrag.

Die privat finanzierte Mission hatte das Ziel, herauszufinden, ob Frauen ebenso wie Männer in der Lage waren, den Strapazen des Alls zu trotzen. Die Tests, an denen 20 Frauen teilnahmen, fanden unter der Aufsicht von William Randolph Lovelace statt. Der Arzt hatte am Mercury-Programm mitgewirkt und dabei auch die Nasa-Tests entwickelt, die die männlichen Astronauten aufs All vorbereiten sollten.

Von den 20 Astronauten-Trainees bestanden schließlich 13 die Tests. Dennoch rekrutierte die Nasa keine dieser Mercury 13 in ihr offizielles Astronautenprogramm. Die Namen dieser Frauen waren

  • Myrtle Cagle
  • Jerrie Cobb
  • Jan Dietrich
  • Marion Dietrich
  • Wally Funk
  • Janey Hart
  • Jean Hixson
  • Gene Nora Stumbough
  • Irene Leverton
  • Bernice Steadman
  • Sarah Ratley
  • Jerri Truhill
  • Rhea Woltman

Empfehlung: Space Girls von Maiken Nielsen

Im Roman Space Girls finden sich einige der Personen wieder, die Geschichte verläuft dennoch ein wenig anders als das historische Original. Das Flüchtlingskind Juni wird eine der Astronautinnen-Trainees und steigt damit indirekt in das Raketenprogramm des Deutschen Braun ein, dessen Geschichte mit der ihren stärker verwoben ist als  sie selbst zunächst ahnt.

Der Roman nimmt den Leser mit auf eine emotionale Zeitreise. Er lässt ihn die Willensstärke und die Hürden miterleben, die diese Frauen gezeigt und (scheinbar) überwunden haben und er lässt ihn mit der Frage zurück, welche Wende die Geschichte wohl genommen hätte, wäre der erste Mensch auf dem Mond eine Frau gewesen.

Cover des Buches Space Girls

Maiken Nielsen: Space Girls. Rowohlt Verlag, Reinbek 2019, 432 Seiten, 20 Euro (E-Book). ISBN: 9783644300309

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Von Lisa Schneider

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