Die ISS hat Geburtstag 20.11.2013, 16:16 Uhr

Erste dauernd bewohnte Raumstation ist seit 15 Jahren im All

Herzlichen Glückwunsch zum 15. Geburtstag! 400 Kilometer von unserer Erde entfernt rast das Geburtstagskind ISS mit 28.000 Kilometern pro Stunde um unseren Planeten. Hunderte von Experimenten und etwa 200 Außeneinsätze wurden auf der ISS vorgenommen, deren erstes Modul heute vor 15 Jahren montiert wurde. Doch die Zukunft der ISS ist ungewiss.

Die ISS im Sonnenlicht: Genau vor 15 Jahren begann der Aufbau der Internationalen Raumstation ISS.

Die ISS im Sonnenlicht: Genau vor 15 Jahren begann der Aufbau der Internationalen Raumstation ISS.

Foto: ESA

Der Bau der ersten ständig bewohnten Raumstation im Orbit begann am 20. November 1998. 16 verschiedene Nationen und Partner, vor allem die USA, Europa, Japan, Russland und Kanada, arbeiteten an dem Aufbau der 450 Tonnen schweren Station. Das erste Bauteil wurde von einer russischen Proton-Rakete ins All transportiert. Nur zwei Wochen danach befestigte eine Space-Shuttle-Crew ein Modul aus den USA an dem russischen Teil.

Die erste Crew im Dezember 2000 auf der Internationalen Raumstation ISS (v.l.): der Russe Yuri Gidzenko, der Amerikaner William Shepherd und der Russe Sergei Krikalev.

Die erste Crew im Dezember 2000 auf der Internationalen Raumstation ISS (v.l.): der Russe Yuri Gidzenko, der Amerikaner William Shepherd und der Russe Sergei Krikalev.

Foto: NASA

Russland und die USA lieferten die meisten Bauteile für die Station, die einer riesigen Libelle ähnelt. Im Jahr 2008 kam mit dem „Haus im Orbit“ auch ein „europäisches Zimmer“ in die Raumstation hinzu – das Columbus-Labor wurde in Bremen und Turin gebaut.

Seit 2000 wird auf der ISS ständig geforscht

Seit dem Jahr 2000 ist die ISS ständig besetzt. Im Jahr 2006 kam Thomas Reiter als erster deutscher Astronaut zur Forschungsstation ins All. Nächstes Jahr wird für den 37jährigen Deutschen Alexander Gerst ein Traum in Erfüllung gehen, wenn er mit einer 26 Millionen PS starken Sojus zur ISS fliegen wird.

Die Raumstation ISS mit angedocktem Raumtransporter Atlantis im Jahr 2010. Rechts im Bild gut zu sehen das europäische Forschungslabor Columbus.

Die Raumstation ISS mit angedocktem Raumtransporter Atlantis im Jahr 2010. Rechts im Bild gut zu sehen das europäische Forschungslabor Columbus.

Foto: NASA

200 Außeneinsätze und viele Hunderte von Experimenten wurden auf der ISS durchgeführt. Der Blick aus 400 Kilometer Höhe auf unsere Erde ist faszinierend, schwärmen die Raumfahrer: Nachts funkeln die riesigen Städte und tagsüber funkeln die Ozeane. Doch das Leben auf der ISS ist alles andere als traumhaft, erzählt der Astronaut Pawel Winogradow: Schlechte Luft, schlechtes Essen ohne Privatsphäre zwischen Kabeln und Computern. “Die Raumstation ist kein Luftschloss, sondern eher ein Zeltlager“, sagt auch der US-Astronaut Chris Cassidy.

Kritik wegen der hohen Kosten

Kritik an der Raumstation hat es seit Beginn der Aufbauarbeiten gegeben. Gegner kritisieren die immensen Kosten von über 100 Milliarden Euro, die nach deren Ansicht in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. „Fernsehen, Kommunikation, Wettervorhersage – das alles wäre nicht möglich ohne Raumfahrttechnik“, widerspricht Johann-Dietrich Wörner, Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Auch sämtliche medizinische Untersuchungen im All werden auf der Erde genutzt. „Im Weltall warten noch viele Geheimnisse auf uns. Wir verstehen noch nicht einmal fünf Prozent von dem, was da draußen ist“, meint Ingenieur Wörner.

Für die Sowjetunion ist die ISS ein Symbol der Völkerverständigung. Vielleicht sei die politische Dimension der ISS bedeutender als ihre wissenschaftliche, schreibt die Moskauer Regierungszeitung Rossijskaja Gaseta. „Das Gemeinschaftsprojekt ISS ist eine Art UNO im Kosmos“, sagte einst der deutschstämmige NASA-Manager Jesco von Puttkamer. Er starb vor einem Jahr.

Zukunft der ISS nach 2020 ist offen

Die Raumfahrtbehörden der engagierten Länder vereinbarten einen Betrieb bis zum Jahr 2020. Danach steht kein Geld mehr für das Projekt zur Verfügung. Auch Deutschland beteiligt sich an der Finanzierung. Daher wollen die Europäer die Chinesen an Bord der ISS holen. Mit China könnte die Forschungsstation ISS weiterhin arbeiten. Doch China plant zurzeit den Aufbau einer eigenen Raumstation. Zudem sehen die USA und Russland ein Engagement Chinas skeptisch: Sie befürchten, dass China Militärgeheimnisse lüften könnte.

Die ISS im Jahr 2002, aufgenommen vom Space Shuttle Endeavour, nach dem Ablegen.

Die ISS im Jahr 2002, aufgenommen vom Space Shuttle Endeavour, nach dem Ablegen.

Foto: NASA

Gratulanten können sich heute an der von der ESA, NASA und der kanadischen Raumfahrtbehörde ins Leben gerufenen Twitter-Aktion Hashtag #ISS15 beteiligen und dem Jubilar einen Geburtstag-Gruß in Form von Grüßen, Fotos und Gedichten hinterlassen.

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