Gefahr einer Kollision? 20.06.2016, 10:38 Uhr

Dieser Mini-Asteroid umkreist seit 100 Jahren die Erde

Seit 100 Jahren umkreist ein Mini-Asteroid namens 2016 HO3 die Erde. Gefunden haben ihn Forscher mit einem Teleskop auf Hawaii. Könnte der Asteroid der Erde gefährlich werden?

Immer wieder rauschen Asteroiden an der Erde vorbei. Falls es einmal zu eng werden könnte, springt die Nasa in die Bresche. Sie will die Himmelskörper aus der Bahn schießen. 

Immer wieder rauschen Asteroiden an der Erde vorbei. Falls es einmal zu eng werden könnte, springt die Nasa in die Bresche. Sie will die Himmelskörper aus der Bahn schießen. 

Foto: Nasa Science/dpa

Universität Hawaii, Nationalpark Haleakala – hier haben Forscher mit dem Pan-Starrs-1-Teleskop einen Mini-Asteroiden entdeckt. 2016 HO3 hat einen Durchmesser von 40 bis 100 m und umkreist unseren Blauen Planten schon seit 100 Jahren als stiller Begleiter. Im Vergleich zum Mond ist er auf seiner Umlaufbahn allerdings zwischen 38- und 100-fach weiter entfernt. „Man kann sagen, dass dieser kleine Asteroid und die Erde miteinander tanzen“, erklärt Paul Chodas vom Nasa-Beobachtungsprogramm für erdnahe Objekte. Die Schwerkraft der Erde sei dabei gerade stark genug, um den Asteroiden festzuhalten.

Besteht die Gefahr einer Kollision mit der Erde?

Könnte dieser Tanz in einem verhängnisvollen Crash enden? Schließlich sind Asteroiden, die aus Gestein und Metallen bestehen, recht leicht und lassen sich durch Gravitationskräfte anderer Körper gerne von ihrer Flugbahn ablenken. „Für die nächsten 200 Jahre sehen wir keine Gefahr, dass 2016 HO3 auf die Erde prallen könnte“, sagt Lindley Johnson vom Nasa-Büro für planetare Verteidigung. „Weiter in die Zukunft können wir leider nicht sehen.“ Wahrscheinlicher aber ist es, dass sich 2016 HO3 irgendwann in die Tiefen des Weltalls verabschiedet. Das hat auch sein Vorgänger 2003 YN107 getan.

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2016 HO3 tanzt seit über 100 Jahren mit der Erde auf ihrer Bahn um die Sonne. Die Größe des Mini-Asteroiden schätzen Forscher auf 40 bis 100 Meter. 

2016 HO3 tanzt seit über 100 Jahren mit der Erde auf ihrer Bahn um die Sonne. Die Größe des Mini-Asteroiden schätzen Forscher auf 40 bis 100 Meter.

Quelle: NASA/JPL-Caltech

Gefährlicher ist da schon der Asteroid TC4, der schon 2012 knapp an der Erde vorbeigerauscht ist. Er war nur 94.800 km entfernt. Und schon am 12. Oktober 2017 erwarten Astronomen ihn zurück. Pessimisten sagen, er könnte dann auf der Erde einschlagen. Optimisten wie Detlef Koschny von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) rechnen hingegen mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu einer Million.

Nasa will Asteroiden aus der Bahn schießen

Und was passiert, wenn einer der rund 1500 Asteroiden auf erdnahem Kurs tatsächlich auf Kollisionskurs schwenkt? Die Nasa bereitet sich auf diese Gefahr vor. Sie schickt eine Sonde los, die 2022 auf den Asteroiden Didymoon aufschlägt – 11 Millionen km von der Erde entfernt.

Ein Mann steht im sibirischen Krasnojarsk neben einem Gesteinsbrocken (undatierte Aufnahme). Der drei Tonnen schwere Brocken soll angeblich ein Teil des Meteoriten sein, der im Jahre 1908 über dem Fluss Steinige Tunguska niedergegangen war. Die Explosion über der unbesiedelten Waldregion, von der es keine Augenzeugen gibt, setzte nach heutigem Wissen die Sprengkraft von bis zu 1000 Hiroshima-Bomben frei.

Ein Mann steht im sibirischen Krasnojarsk neben einem Gesteinsbrocken (undatierte Aufnahme). Der drei Tonnen schwere Brocken soll angeblich ein Teil des Meteoriten sein, der im Jahre 1908 über dem Fluss Steinige Tunguska niedergegangen war. Die Explosion über der unbesiedelten Waldregion, von der es keine Augenzeugen gibt, setzte nach heutigem Wissen die Sprengkraft von bis zu 1000 Hiroshima-Bomben frei.

Quelle: ITAR-TASS/dpa

„Der Einschlag wird den Asteroiden um etwa einen halben Millimeter pro Sekunde verlangsamen“, erklärt Ian Carnelli, Projektleiter der Asteroid Impact Mission. Dabei könnten sich Rotation und Umlaufbahn des 170 m großen Gesteinsbrocken verändern. Zukünftig könnten solche Billard-Manöver die Erde vor Zusammenstößen bewahren.

 

Ein Beitrag von:

  • Patrick Schroeder

    Patrick Schroeder arbeitet als freiberuflicher Journalist für Zeitschriften und Onlinemagazine wie die VDI Nachrichten und Ingenieur.de.

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