Hubschrauber mit Tragflächen 22.06.2017, 08:11 Uhr

Dieser Highspeed-Helikopter von Airbus fliegt über 400 km/h schnell

Er ist ein Formel-1-Flieger: Mit über 400 km/h wird der Highspeed-Helikopter Racer, den Airbus auf der Pariser Luftfahrtschau präsentiert hat, durch die Lüfte rasen. Das Speed-Monster mit Doppeldeckertragflächen und Extra-Propellern wird 2020 für erste Rettungseinsätze abheben.   

Bis zu 400 km/h schnell kann der neue Hubschrauber Racer von Airbus Helicopters fliegen. An der Entwicklung hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt mitgewirkt. Deutlich zu sehen sind die zusätzlichen Tragflächen und Propeller.

Bis zu 400 km/h schnell kann der neue Hubschrauber Racer von Airbus Helicopters fliegen. An der Entwicklung hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt mitgewirkt. Deutlich zu sehen sind die zusätzlichen Tragflächen und Propeller.

Foto: Airbus Helicopters

Wie schnell ist ein klassischer Rettungshubschrauber? Der EC135 von Airbus Helicopters, den der ADAC in der Luftrettung einsetzt, bringt es auf eine Reisegeschwindigkeit von 230 km/h. Das ist schnell. Doch um Rettungseinsätze noch effizienter zu machen, muss es noch schneller gehen, ist Airbus Helicopters überzeugt.

„Wir präsentieren heute unsere Vision künftiger Hochgeschwindigkeitshubschrauber“, sagte Guillaume Faury, der als Geschäftsführer von Airbus Helicopters auf der Pariser Luftfahrtschau in Le Bourget das Konzept für den Racer vorgestellt hat – ein Highspeed-Helikopter, der auf eine Reisegeschwindigkeit von über 400 km/h ausgelegt ist. Die Endmontage soll 2019 beginnen. Der Highspeed-Heli wird ein Jahr später für erste Rettungseinsätze bereit sein.

Anwohner wird der Racer kaum stören. DLR-Ingenieure haben die Basis dafür gelegt, dass der Helikopter leise unterwegs ist.

Anwohner wird der Racer kaum stören. DLR-Ingenieure haben die Basis dafür gelegt, dass der Helikopter leise unterwegs ist.

Foto: Airbus Helicopters

DLR hat Doppeldeckertragflächen designed

Herzstück des Helikopters ist das sogenannte Boxwing-Design: Neben dem klassischen Hauptrotor sorgen Doppeldeckertragflächen für zusätzlichen Auftrieb während des Flugs. Am Design der Tragflächen hat sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt.

Computergestützte Strömungssimulation am neuen Airbus Racer Hubschrauber: Ingenieure des DLR haben vor allem an der aerodynamischen Gestaltung der Flügel und des Höhenleitwerks mitgewirkt.

Computergestützte Strömungssimulation am neuen Airbus Racer Hubschrauber: Ingenieure des DLR haben vor allem an der aerodynamischen Gestaltung der Flügel und des Höhenleitwerks mitgewirkt.

Foto: DLR (CC-BY 3.0)

„Das endgültige Design ermöglicht die außergewöhnliche Flugleistung des Racer im gesamten Flugbereich bei gleichzeitig geringem Kraftstoffverbrauch“, sagt Thorsten Schwarz vom DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik in Braunschweig. „Unsere aerodynamischen Verbesserungen für den Heckausleger konzentrierten sich auf das Höhenleitwerk, damit eine gute Manövrierbarkeit und Stabilität des Hubschraubers in Verbindung mit einem geringen Luftwiderstand erreicht wird.“

An den Enden der Doppeldeckertragflächen sind zudem zwei zusätzliche Propeller montiert, die den nötigen Vorwärtsschub für hohe Geschwindigkeiten liefern. Für den Antrieb sorgen zwei Wellenturbinentriebwerke RTM322 von Rolls-Royce. 

Highspeed-Heli wird Anwohner kaum stören

Der Racer wird aber nicht nur mit Rekordgeschwindigkeiten fliegen. Er wird auch vergleichsweise leise sein. Denn DLR-Ingenieure haben die akustischen Eigenschaften des Hubschrauber-Demonstrators für mehrere Flugbedingungen analysiert. „Die identifizierten Flugzustände mit geringer Schallemission werden Airbus Helicopters und Betreibern helfen, Flugprofile mit minimalen Lärmwirkungen auf die Anwohner zu entwickeln“, sagt Schwarz.

Racer von Airbus: Der Highspeed-Heli steigt 2020 in die Luft und soll beispielsweise Rettungsdienste noch schneller zu Einsatzorten fliegen. 

Racer von Airbus: Der Highspeed-Heli steigt 2020 in die Luft und soll beispielsweise Rettungsdienste noch schneller zu Einsatzorten fliegen. 

Foto: Airbus Helicopters-PAD

Doch nicht nur das DLR trägt zum Erfolg des Racers bei. An Bord des Forschungsprogramms sind Experten aus ganz Europa. „Im Rahmen von Clean Sky 2 bringen dutzende europäische Partner ihr Wissen und Können in dieses neue, sehr kühne Projekt ein“, so Faury. „Wir setzen damit neue Maßstäbe für den Einsatz von Hochgeschwindigkeitshubschraubern und bereiten so den Weg für neue zeitkritische Services bis 2030 und darüber hinaus.“

Modell des neuen Hubschraubers Racer auf der Pariser Air Show.

Modell des neuen Hubschraubers Racer auf der Pariser Air Show.

Foto: DLR (CC-BY 3.0)

Dass Racer tatsächlich abhebt, ist übrigens sehr wahrscheinlich. Denn die Idee mit zusätzlichen Tragflächen und Rotoren hat sich in der Praxis schon bewährt. Das Unternehmen Eurocopter – seit 2013 Airbus Helicopters – hatte 2013 bereits einen Weltrekord für Helikopter gebrochen: mit dem Flugschrauber X3, der es in einem Testflug auf 472 km/h brachte. 

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