Start der Mission „horizons“ 05.06.2018, 13:22 Uhr

Countdown für Alexander Gerst: Zweiter Flug zur ISS

Alexander Gerst, Deutschlands bekanntester Astronaut, fiebert seinem zweiten Flug zur ISS entgegen. Derzeit laufen in Baikonur die letzten Vorbereitungen für den Flug am Mittwoch, 6. Juni. Wie zu alten Apollo-Zeiten gibt es sogar eine Live-Übertragung des Starts.

Countdown für Alexander Gerst: Zweiter Flug zur ISS

Die neue Crew für die ISS (v.r.): Alexander Gerst, Sergej Prokopjew und die Amerikanerin Serena Auñón-Chancellor. Für Gerst ist es schon der zweite Flug ins All.

Foto: V. Zelentsov/Nasa

Countdown für Alexander Gerst: Zweiter Flug zur ISS

Letzte Vorbereitungen auf der Startrampe in Baikonur.

Foto: S. Corvaja/ESA

Countdown für Alexander Gerst: Zweiter Flug zur ISS

Alexander Gerst bereitete sich auch im Nasa-Astronautenzentrum in Housten auf den zweiten Flug zur ISS vor.

Foto: J. Blair/Nasa

Countdown für Alexander Gerst: Zweiter Flug zur ISS

Alexander Gerst beim Training im Astronautenzentrum in Houston.

Foto: S. Corvaja/ESA

Bei den Vorbereitungen wird nichts dem Zufall überlassen. Und dabei sind auch Wissenschaftler wie Alexander Gerst ein Stück abergläubisch.Gerst veröffentlichte kürzlich auf seinem Facebook-Profil einen „alten Astronautentrick“, der ihm bei den Startvorbereitungen hilft. Das Foto zeigt ein großes Bett mit schwerer Steppdecke. Unter die beiden Fußenden wurden Holzklötze geschoben, so dass der Kopf tiefer liegt als der restliche Körper. „So gewöhnt sich mein Körper schon vor dem Flug an den Flüssigkeitstransfer in die oberen Extremitäten“, erklärt Gerst.

Unangenehme Startvorbereitungen

Vier Jahre nach seiner ersten Reise zur ISS, bei der er überschwänglich von seinen Kollegen aufgenommen wurde, wird sich Alexander Gerst am Mittwoch erneut auf den Weg ins All machen, 400 km über der Erde. Mit dabei sind dieses Mal die US-Astronautin Serena Auñón-Chancellor und der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew. Beim Start vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan mit einer Sojus MS-09 wird Gerst der Co-Pilot sein. Im Herbst wird der 42-Jährige die Kommandantur der ISS übernehmen.

Aber zunächst müssen Start und das Andockmanöver an die ISS klappen. Die Live-Übertragung vom Deutschen Kontrollzentrum in Oberpaffenhofen beginnt um 12.00 Uhr auf YouTube. Hier der Link zum Livestream mit deutschem Kommentar.

Die wichtigsten Vorbereitungen sind in Baikonur derweil abgeschlossen, die Sojus-Rakete steht auf ihrem Startplatz. Auch die äußerst unangenehme Prozedur, in der die Astronauten kopfüber auf einen Stuhl geschnallt und heftig im Kreis gedreht werden, ist überstanden. Die russischen Ärzte glauben, dass die Tortur wichtig ist, um die inneren Organe für den Start vorzubereiten.

Warum die Astronauten gegen den Busreifen pinkeln

Im Laufe der Zeit haben sich außerdem etliche Rituale mit einer Prise wissenschaftlichem Aberglauben – falls es so etwas gibt – vor einem Start etabliert. Schaden kann es schließlich nicht. Baikonur ist ein geschichtsträchtiger Ort, denn von hier aus startete am 12. April 1961 Juri Gagarin als erster Mensch ins All. So wird hinter dem Kosmonautenhotel von jedem Crewmitglied ein Baum gepflanzt.

Heute Abend steht dann traditionell das gemeinsame Gucken des russischen Films „Weiße Sonne der Wüste“ auf dem Programm. Der russische „Eastern“ aus dem Jahre 1969 – die sowjetische Antwort auf den Western – verbindet Action mit Humor und ist längst zum Kultfilm geworden.

Am Morgen des Starts signieren die drei Astronauten beim Verlassen ihrer Hotelzimmer noch schnell die Türen, bevor sie mit dem Bus zum Startplatz gebracht werden. Auf dem Weg dorthin steht ein weiteres Ritual an: Gerst, Auñón-Chancellor und Prokopjew werden, bei einem kurzen Stopp des Buses, gegen einen der Reifen pinkeln, denn das hatte Juri Gagarin vor 53 Jahren ebenfalls getan (Astronautinnen schütten ihren Urin aus einem Becher an den Reifen). Schließlich steht noch der offizielle Segen eines orthodoxen Priesters an, bevor es in den Aufzug geht, der die drei zum Einstieg in die Rakete auf eine Höhe von 45 Metern bringen wird.

Geplante Startzeit: 13.11 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit

Über zwei Stunden lang müssen die Astronauten in dem winzigen Cockpit wie zusammengefaltet ausharren, während die Techniker die letzten Vorbereitungen für den Start treffen. Der Start selbst ist vorgesehen für 13.11 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit.

Für die Wartezeit hat Gerst einige Musiktitel ausgesucht, die vielleicht dann doch gut für die Nerven sind. Die Playlist: Captain Future Theme, Castle in the snow (The Avener), Die Mensch-Maschine (Kraftwerk), When You Go Forward (Triangle Sun), Astronaut (Sido Andreas Bourani), Five Minutes (Her), This morning there (Hannes Wader), Destiny (Zero 7) und Sunny Road (Emiliana Torrini).

Nach dem Start wird die Sojus 34 Mal die Erde umrunden und soll am 8. Juni um 15.07 MESZ an die ISS andocken. Um 17.05 Uhr wird die Einstiegsluke geöffnet.

Raumfahrtbegeisterung in den sozialen Medien

Nachdem Alexander Gerst sicher in der ISS angekommen ist, darf man, wie auf seiner letzten Mission, auch jetzt auf seine zahlreichen Meldungen, Fotos und Gedanken gespannt sein, mit denen der sympathische Geologe vor allem auch eine jüngere Generation über die sozialen Medien für die Raumfahrt begeistern konnte.

Neben all den wissenschaftlichen Experimenten – davon alleine 41 aus Deutschland – und einem durchgetakteten neunstündigen Arbeitstag bleibt noch etwas Zeit für Gersts Lieblingsbeschäftigung auf der „magischen Maschine“ ISS: nach draußen gucken.

Während seiner ersten Mission „Blue Dot“ richtete sich der Blick vor allem auf den blauen Planeten Erde, seine Schönheit und Verletzlichkeit. Jetzt heißt die Mission „horizons“. Hier soll der Blick ins All, auf ferne Horizonte gehen. „Wenn ich entscheiden dürfte, würde ich sofort auf dem Mond oder auf dem Mars landen“, sagt Gerst.

Wenn Sie sich für das wissenschaftliche Programm der Mission interessieren, dann lesen Sie hier weiter. Und damit Gerst die Zeit im All auch kullinarisch gut übersteht, wurde für ihn eigens vorher gekocht. Was und wie, das lesen Sie hier.

Astronautennahrung aus der Dose: In den Labors der LSG Group wurden die Leibgerichte von Alexander Gerst weltraumtauglich zubereitet.

Astronautennahrung aus der Dose: In den Labors der LSG Group wurden die Leibgerichte von Alexander Gerst weltraumtauglich zubereitet.

Quelle: Gudrun von Schoenebeck

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