Testflug dieses Jahr 28.08.2018, 13:03 Uhr

Stratolaunch will von riesigem Flugzeug Raketen ins All schicken

Das US-amerikanische Raumfahrtunternehmen Stratolaunch Systems hat mit dem Stratolaunch das größte Flugzeug der Welt gebaut. Der sechsstrahlige doppelrümpfige Flieger mit einer Spannweite von 117 Metern soll als fliegende Raketenstartrampe dienen. Jetzt hat Stratolaunch seine drei geplanten Eigenbau-Raketen vorgestellt und einen Testflug für dieses Jahr angekündigt.

Stratolaunch will von riesigem Flugzeug Raketen ins All schicken

Auf der Rollbahn in Kalifornien: Die Stratolaunch verfügt über zwei Rümpfe und wird von sechs Triebwerken in die Luft gebracht.

Foto: Stratolaunch

Stratolaunch will von riesigem Flugzeug Raketen ins All schicken

Im nächsten Jahr ist der erste Testflug der Stratolaunch geplant. Die Raketen sollen später zwischen den beiden Rümpfen sitzen.

Foto: Stratolaunch

Stratolaunch will von riesigem Flugzeug Raketen ins All schicken

Stratolaunch soll künftig Raketen und Frachttransporter in Richtung Weltraum befördern. Die Raketen hängen in der Mitte des Riesenfliegers.

Foto: Stratolaunch

Stratolaunch will von riesigem Flugzeug Raketen ins All schicken

Stratolaunch soll künftig Raketen und Frachttransporter in Richtung Weltraum befördern. Die Raketen hängen in der Mitte des Riesenfliegers.

Foto: Stratolaunch

Stratolaunch will von riesigem Flugzeug Raketen ins All schicken

Stratolaunch soll künftig Raketen und Frachttransporter in Richtung Weltraum befördern. Die Raketen hängen in der Mitte des Riesenfliegers.

Foto: Stratolaunch

Stratolaunch will von riesigem Flugzeug Raketen ins All schicken

Foto: Stratolaunch

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Die Stratolaunch auf dem Rollfeld.

Foto: Stratolaunch

Stratolaunch will von riesigem Flugzeug Raketen ins All schicken

Die Triebwerke der Stratolaunch.

Foto: Stratolaunch

Stratolaunch will von riesigem Flugzeug Raketen ins All schicken

Die Triebwerke der Stratolaunch.

Foto: Stratolaunch

Stratolaunch will von riesigem Flugzeug Raketen ins All schicken

Die Stratolaunch von der Seite.

Foto: Stratolaunch

Stratolaunch will von riesigem Flugzeug Raketen ins All schicken

Stratolaunch soll künftig Raketen und Frachttransporter in Richtung Weltraum befördern. Die Raketen hängen in der Mitte des Riesenfliegers.

Foto: Stratolaunch

Der winzige Ort Mojave in Kalifornien mit rund 4200 Einwohnern wird Weltraumgeschichte schreiben. Der Ort, der für die Zerlegung und Verschrottung von Flugzeugen bekannt ist, hat einen Flughafen in der Mojave-Wüste, der seit 2004 die Zulassung als Spaceport für den horizontalen Start von wiederverwendbaren Raumfahrzeugen hat. Hier, wo auch Blockbuster wie Stirb Langsam 2 mit Action-Ikone Bruce Willis gedreht wurden, soll die Stratolaunch abheben, das mit einer Flügelspannweite von über 117 Metern größte Flugzeug der Welt.

Stratolaunch soll fliegende Raketen-Startrampe werden

Seit 2011 arbeiten Ingenieure für die von Microsoft-Urgestein Paul Allen gegründete Firma Stratolaunch Systems in Mojave am sechsstrahligen doppelrümpfigen Megaflieger Stratolaunch. Doch es geht nicht allein darum, dass das Flugzeug große Höhen erreichen soll. Es ist so groß, weil es als fliegende Startrampe für Weltraum-Raketen dienen soll.

Das riesige Flugzeug besteht aus einer massiven Kohlefaserkonstruktion und Bauteilen aus zwei Boeing 747. Es soll 200 Tonnen Nutzlast in die Luft bringen können. Dabei handelt es sich um Raketen, die in rund 10.000 Meter Flughöhe in den Weltraum starten sollen. Die Triebwerke der Stratolaunch wurden erstmals vor rund einem Jahr angelassen. Noch in diesem Jahr ist der Erstflug Flugzeugs geplant, dessen offizieller Name Scaled Composites Stratolaunch lautet.

„Buchen eines Satellitenstarts so leicht wie Kauf eines Flugtickets“

Ursprünglich sollten modifizierte Falcon-9-Raketen von Elon Musks Raumfahrtunternehmen Space X von der Stratolaunch aus starten. Daraus wurde nichts, weil der Umbauaufwand für SpaceX zu hoch war. So kam Northtrop Grumman Innovations Systems mit seiner Pegasus-Rakete ins Spiel. Von dieser Rakete mit einer Nutzlast von 370 kg will Stratolaunch ab 2020 gleich drei Raketen gleichzeitig im Flug abwerfen und bis zu einer Höhe von 400 km ins All durchstarten lassen.

Doch Stratolaunch will offenbar mehr. Gleich drei weitere Raketen mit verschiedenen Nutzlasten will Stratolaunch selber entwickeln und damit Satellitenstarts erheblich billiger machen. „Egal wie groß ihre Nutzlast ist und egal auf welche Umlaufbahn sie gebracht werden sollen, bald wird das Buchen eines Satellitenstarts so leicht wie das Buchen eines Airline-Tickets sein“, schwärmte Stratolaunch-Chef Jean Floyd bei der Vorstellung der drei geplanten Raketen vor wenigen Tagen.

Kleinste Rakete hat eine Nutzlast von 3400 kg

Die kleinste der geplanten Eigenentwicklungen nennt sich Medium Launch Vehicle, kurz MLV, und bietet eine Nutzlast von 3400 kg. Stratolaunch plant die ersten Raketenstarts des MLV 2022. Ein Start des MLV soll weniger als 30 Millionen US-Dollar kosten. Im zweiten Schritt will Stratolaunch eine Schwerlastversion des MLV, das MLV-Heavy, entwickeln. Die Rakete soll ähnlich wie die Falcon Heavy von SpaceX drei parallele Raketenstufen bekommen. Dadurch soll eine Nutzlast von 6000 kg erzielt werden.

Stratolaunch soll künftig Raketen und Frachttransporter in Richtung Weltraum befördern. Die Raketen hängen in der Mitte des Riesenfliegers.

Stratolaunch soll künftig Raketen und Frachttransporter in Richtung Weltraum befördern. Die Raketen hängen in der Mitte des Riesenfliegers.

Quelle: Stratolaunch

 

Am fernen Horizont sehen die Strategen von Stratolaunch die Entwicklung eines vollständig wiederverwendbaren Raketenflugzeugs, das zunächst Satelliten und in einer weiteren Ausbaustufe auch Passagiere in den Orbit transportieren kann. Der Raumtransporter mit dem Arbeitstitel „Space Plane“  soll nach einer Weltraummission wie ein Flugzeug auf einem Rollfeld landen können.

Stratolaunch-Konzept kann  Kosten für Weltraummissionen senken

Der Riesenvorteil einer in der Stratosphäre fliegenden Raketen-Startrampe ist der eingesparte Treibstoff. Denn um vom Erdboden abzuheben, müssen die Raketentriebwerke gegen den hohen Luftdruck auf Meeresspiegelhöhe und die starke Anziehungskraft der Erde arbeiten. Und das kostet Sprit. In 10 Kilometer Höhe dagegen beträgt der Luftdruck nur noch rund ein Viertel des Luftdrucks auf Meeresspiegelhöhe.

Ein weiterer Vorteil des Stratolaunch-Konzeptes einer fliegenden Raketenstartrampe ist die Flexibilität: Statt eines Raketenbahnhofes wie das Kennedy Space Center ist es von herkömmlichen Start- und Landebahnen der Flughäfen möglich, Raketen in den Weltraum zu befördern. Weil all das die Kosten senkt, können künftig auch Universitäten den Stratolaunch-Fracht-Service nutzen, um Weltraumforschung zu betreiben.

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