Umweltfreundliche Flugzeuge 18.03.2024, 14:00 Uhr

Veteranentriebwerk V2500 läuft erstmals mit 100% nachhaltigem Treibstoff

Es ist über 30 Jahren im Einsatz und wurde in rund 3.000 Flugzeugen verbaut. Nun wurde das V2500-Triebwerk in Hannover erstmals mit 100 Prozent nachhaltigem Treibstoff betrieben.

Flugzeugtriebwerk V2500

Das Flugzeugtriebwerk V2500 wurde erstmals mit 100 Prozent nachhaltigem Treibstoff betrieben.

Foto: MTU Aero Engines AG

Das V2500-Triebwerk, das in der Airbus A320-Familie, der McDonnell Douglas MD-90 und der Embraer C-390 Millennium zum Einsatz kommt, wurde erfolgreich mit 100 Prozent nachhaltigem Flugtreibstoff (SAF) getestet. Die Tests fanden bei der MTU Maintenance in Hannover statt. Durchgeführt wurden sie von der IAE International Aero Engines AG (IAE), einem Konsortium bestehend aus Pratt & Whitney, Pratt & Whitney Aero Engines International GmbH, Japanese Aero Engines Corporation und der MTU Aero Engines AG.

Triebwerk für die Zukunft gerüstet?

Angesichts des anhaltenden Wachstums der weltweiten Nachfrage nach Flugreisen wird es immer wichtiger, den Luftverkehr mit den Zielen des Klimaschutzes in Einklang zu bringen. Der Anteil des Luftverkehrs an den weltweiten CO₂-Emissionen beträgt 3,06 Prozent. Berücksichtigt man jedoch alle damit verbundenen Klimawirkungen, steigt der Anteil auf rund fünf Prozent. Es laufen daher einige Bestrebungen, die Emissionen zu verringern.

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Das kann mit Wasserstoff oder auch mit SAF funktionieren. Das nachhaltige Flugbenzin lässt sich zum Beispiel aus Altspeiseöl, aber auch aus Altölen und -fetten, Grün- und Siedlungsabfällen sowie Non-Food-Pflanzen herstellen. Und genau mit einem solchen SAF wurde jetzt erstmals einer der Veteranen unter den Flugzeugtriebwerken betrieben. „Dieser Test mit 100 Prozent SAF zeigt, dass das V2500-Triebwerk auch in den kommenden Jahrzehnten einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Luftfahrt leisten kann“, sagt Kim Kinsley, Präsident von IAE und Vice President Mature Commercial Engines bei Pratt & Whitney.

Kinsley ergänzt: „„Fast 3.000 Flugzeuge werden heute mit V2500-Triebwerken betrieben. Dadurch kann IAE eine wichtige Rolle dabei spielen, das Branchenziel von netto null CO2-Emissionen bis 2050 zu unterstützen. Wir gehen davon aus, dass die meisten unserer acht Instandhaltungsstandorte im IAE-Netzwerk in der Lage sein werden, in den nächsten Jahren SAF zu verwenden“.

Tests mit HEFA-SPK von Neste

Der Test des V2500-Triebwerks wurde zu 100 Prozent mit HEFA-SPK (Hydroprocessed Esters and Fatty Acids Synthetic Paraffinic Kerosene) von Neste durchgeführt, einem Treibstoff, der vollständig aus erneuerbaren Quellen wie gebrauchten Ölen oder Fetten gewonnen wird. Der Treibstoff stellt eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichem Flugzeugtreibstoff dar. Pratt & Whitney arbeitet eng mit der Commercial Aviation Alternative Fuels Initiative (CAAFI) und ASTM International zusammen, um die Entwicklung von Standards für Flugkraftstoffe aus 100 % nachhaltigen Quellen voranzutreiben.

„Die MTU Maintenance Hannover ist der erste Instandhaltungsbetrieb weltweit, der einen V2500-Prüflauf mit 100-prozentigem SAF durchgeführt hat“, sagt Michael Schreyögg, Programmvorstand der des führenden deutschen Triebwerksherstellers MTU Aero Engines. „Dieser Test unterstreicht unser Engagement für den verstärkten Einsatz von SAF in unserem gesamten Netzwerk und in der gesamten Branche. Gemeinsam mit der IAE, unseren Zulieferern und Partnern werden wir sicherzustellen, dass unsere Triebwerke SAF-fähig sind. Zugleich sorgen wir in der Instandhaltung dafür, dass wir die SAF-Testanforderungen aller Kunden unterstützen können.“

Effizientestes Triebwerk seiner Klasse

Laut Hersteller ist das V2500 hinsichtlich des Treibstoffverbrauchs das effizienteste Triebwerk seiner Klasse. Gegenüber Motoren früherer Generation konnten Kraftstoffverbrauch und Emissionen um drei Prozent verbessert werden. Zugelassen ist es für SAF als Gemisch mit bis zu 50 Prozent zu herkömmlichen Jet A- und A-1-Treibstoff. Das Triebwerk kommt bei Zivil-, Fracht- und Militärflugzeugen seit über 35 Jahren zum Einsatz.

Der Produktname V2500 setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Die römische Zahl V steht für die fünf Gründungsmitglieder, während 2500 für die ursprünglich angestrebte Schubklasse von 25.000 Pfund (lbf) steht. Im Laufe der Zeit wurde der Schub jedoch auf 33.000 lbf erhöht, und die erste Version (A1) mit 25.000 lbf Schub wird nicht mehr hergestellt.

Interessant auch der Fokus auf unserer Schwesterwebsite vdi-nachrichten.com: Power-to-Liquid – Wie Deutschland die Kraftstoffwende verschläft

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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