Studie zu künstlicher Intelligenz 20.05.2022, 07:00 Uhr

Geräte mit KI sind gefragt, doch eine gewisse Skepsis bleibt

Die Branchenorganisation gfu Consumer & Home Electronics ließ jüngst eine Umfrage zu elektronischen Produkten mit künstlicher Intelligenz durchführen. Die Ergebnisse zeigen: Der Komfort der Produkte ist gefragt, doch Nutzerinnen und Nutzer bleiben misstrauisch.

Saugroboter

In zahlreichen Alltagsgegenständen und Haushaltshelfern steckt KI. Den Komfort schätzen viele, doch es gibt auch Skeptiker.

Foto: panther media.net/alexander.zyablitski.gmail.com

Smartphones entsperren sich automatisch via Gesichtserkennung. Staubsaugerroboter merken sich die Stellen, an denen mehr gereinigt werden muss. Fernsehgeräte verbessern eigenständig die Bilddarstellung. Das alles funktioniert nur durch den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI). Die aufgeführten Beispiele zeigen, dass KI inzwischen in nahezu jedem alltäglichen Produkt integriert ist. Und wir als Konsumentinnen und Konsumenten wissen diesen Komfort in der Regel sehr zu schätzen. Damit ist auch klar: KI ist längst ein selbstverständlicher Bestandteil unseres Alltags. Allerdings gibt es noch Vorbehalte. Genau dieser Fragestellung ist eine europäische Umfrage nachgegangen, welche die gfu Consumer & Home Electronics in Auftrag gegeben hat. Durchgeführt wurde diese von YouGov.

Mit künstlicher Intelligenz zum perfekten Medikament – wie das funktioniert

An der Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, einem börsennotierten Markt- und Meinungsforschungsinstitut mit Hauptsitz in London und Niederlassungen in rund 20 Ländern weltweit, nahmen 5.218 Personen teil. Sie wurden online zwischen dem 26. Und 29. April befragt. Dabei waren es 2.061 Teilnehmende aus Deutschland, 1.090 aus Frankreich und 2.067 aus Großbritannien. Nach Angaben von gfu Consumer & Home Electronics seien die Ergebnisse gewichtet worden und somit repräsentativ für die jeweilige Bevölkerung des Landes ab einem Alter von 18 Jahren.

Geräte mit KI nehmen Routineentscheidungen ab

In den Ergebnissen wird das zwiegespaltene Verhältnis, das Nutzerinnen und Nutzer zur intelligenten Technik haben, deutlich. Denn 30% hätten der Aussage zugestimmt, dass sie es begrüßen, wenn ihnen die KI Routineentscheidungen und -aufgaben abnehme. Weitere 30% seien eher unentschlossen und 34% lehnten das ab. Betrachtet man die einzelnen Länder, ergeben sich Unterschiede bei den Antworten: In Deutschland stimmten 34% der Menschen zu und 27% nicht. Das zeige, der Komfortfaktor von KI überwiege und man nehme die Annehmlichkeiten gern in Kauf. Für Großbritannien stellt sich das ganz anders dar: Hier sind es 41%, die der KI in diesem Zusammenhang negativ gegenüberstehen. Nur 26% finden es gut, wenn KI ihnen an dieser Stelle den Alltag erleichtere. In Frankreich fiel das Ergebnis eher ausgeglichen aus: 32% stehen der KI positiv gegenüber, 33% sehen es negativ.

Insgesamt stehe das Ergebnis nach Ansicht von gfu Consumer & Home Elektronics eher für eine gewisse Zurückhaltung, wenn nicht sogar Skepsis gegenüber der KI. Betrachtet man die Begründungen, geht es vor allem darum, sich in persönlichen Entscheidungen eingeschränkt zu fühlen. Zugleich sei die Furcht vor Datenmissbrauch größer als der Komfort und Nutzen der Technologie. In Großbritannien könne man eine größere Verbreitung der Angst vor einer Einschränkung der Entscheidungsmöglichkeiten feststellen. Das belegt die Zahl von 48%. In Frankreich waren es 46% und in Deutschland dagegen nur 39% aller Befragten. Daraus ergebe sich ein Durchschnitt von 44%, wenn man die drei europäischen Märkte, die wirtschaftlich besonders stark sind, zusammennimmt.

Geräte mit KI: Datenmissbrauch wird kritisch betrachtet

Die Angst vor einem möglichen Missbrauch persönlicher Daten sei in Europa unter den Befragten ebenfalls weit verbreitet: 57% äußerten sich im Rahmen der Befragung dementsprechend. Großbritannien führt mit ungefähr zwei Drittel dieses Feld an, gefolgt von Frankreich mit 56% und Deutschland mit 49%. Im Vergleich zeige sich Deutschland hier nahezu entspannt, was das Thema Datenmissbrauch angeht.

Die Branchenorganisation gfu Consumer & Home Elektronics zeigte sich von dem Ergebnis wenig überrascht. Man habe bereits durch andere Studien herausgefunden, dass Menschen sich durchaus widersprüchlich verhalten. Denn hier sei klar: Das Kaufverhalten hinsichtlich intelligenter Produkte entspreche nicht der in der Umfrage abgefragten Haltung dazu. Produkte, in denen KI integriert sei, erfreuten sich nach wie vor großer Beliebtheit, sie feierten sogar kontinuierlich neue Absatzrekorde. „Nicht die Tatsache, dass KI in den Produkten steckt, bildet den Kaufanreiz, sondern der direkte Nutzen durch mehr Komfort und bessere Ergebnisse- beispielsweise in der Bildqualität von Smartphones und TVs oder den Reinigungsleistungen von Hausgeräten“, erklärt Sara Warneke, Geschäftsführerin der Branchenorganisation gfu Consumer & Home Electronics die Ergebnisse der Umfrage.

Mehr zum Thema KI:

Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat Geschichte und Kunstgeschichte (M.A.) studiert. Unter anderem hat sie für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

Top Stellenangebote

Bundesanstalt für Immobilienaufgaben-Firmenlogo
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Betriebsmanagerin/ Betriebsmanager (w/m/d) (Elektroingenieurin/Elektroingenieur) Braunschweig
Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY-Firmenlogo
Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY Verwaltungsangestellte (w/m/d) Key Account Management für Infrastrukturangelegenheiten Hamburg
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung-Firmenlogo
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Versorgungsingenieure/-innen (w/m/d) als Projektsachbearbeiter/-innen Bonn
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt-Firmenlogo
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt Professorin/Professor (m/w/d) Professur für Automatisierungstechnik - Regelungs- und Messtechnik Schweinfurt
Fachhochschule Bielefeld-Firmenlogo
Fachhochschule Bielefeld W2-Professurvertretung für das Lehrgebiet Ingenieurinformatik Bielefeld
Universität Siegen-Firmenlogo
Universität Siegen Juniorprofessur (W1 LBesG NRW) für Energieverfahrenstechnik (mit Tenure Track auf eine unbefristete W2-Universitätsprofessur) Siegen
Vermögen und Bau Baden-Württemberg-Firmenlogo
Vermögen und Bau Baden-Württemberg Diplom-Ingenieur (FH/DH) / Bachelor (w/m/d) der Fachrichtung Elektrotechnik (Stark- und Schwachstromtechnik) / Techniker (w/m/d) Schwäbisch Gmünd
Vermögen und Bau Baden-Württemberg-Firmenlogo
Vermögen und Bau Baden-Württemberg Diplom-Ingenieur (FH/DH) / Bachelor (w/m/d) der Fachrichtungen Elektrotechnik / Versorgungstechnik / Techniker / Meister (w/m/d) mit entsprechender Ausbildung Schwäbisch Gmünd
Vermögen und Bau Baden-Württemberg-Firmenlogo
Vermögen und Bau Baden-Württemberg Diplom-Ingenieur (FH/DH) / Bachelor (w/m/d) der Fachrichtung Versorgungstechnik, Facility Management oder Energiemanagement für das Technische Gebäudemanagement Schwäbisch Gmünd
Technische Hochschule Mittelhessen-Firmenlogo
Technische Hochschule Mittelhessen W2-Professur mit dem Fachgebiet Ressourceneffiziente und klimafreundliche Mobilität Friedberg
Zur Jobbörse

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.