Kryptowährung 23.09.2021, 12:02 Uhr

Bitcoin: Analysten rechnen mit Extrem-Szenario – „$100K bis Weihnachten“

Nach Bitcoins vorübergehendem Anstieg rechnen Top-Analysten mit massiven Kurszuwächsen. Eine Wertverdopplung bis Jahresende – für viele sogar eine zu konservative Schätzung. Doch was hat es mit den optimistischen Bitcoin-Prognosen auf sich – und wie seriös sind sie? Eine Bestandsaufnahme.

Die Euphorie um den Bitcoin ist aktuell groß, Analysten rechnen mit einem extremen Kursanstieg in den nächsten Monaten. Was ist wirklich dran am Kurs-Optimismus? Foto: panthermedia.net/necro79

Die Euphorie um den Bitcoin ist aktuell groß, Analysten rechnen mit einem extremen Kursanstieg in den nächsten Monaten. Was ist wirklich dran am Kurs-Optimismus?

Foto: panthermedia.net/necro79

Für Bitcoin waren die letzten Monate und der damit verbundene Bull-Run schlichtweg historisch: Gleich zum Jahresbeginn gewann der Kurs massiv an Schwung, explodierte von 29.374 Dollar binnen 18 Wochen aufs bisherige Allzeithoch bei 64.863 Dollar.

Dann der Horror-Absturz im Mai: Bitcoin löscht 50% seiner Gewinne aus, fällt phasenweise sogar unter 30.000 Dollar. Grabesstimmung in der Branche. Zwischenzeitlich konnte BTC allerdings kräftig zulegen und notierte wieder „im grünen Bereich“ bei momentan 47.000 Dollar – wenngleich es, auch im Zuge der Ereignisse um das hochverschuldete Immobilienunternehmen Evergrande, jüngst wieder abwärts ging für den Bitcoin.

Doch manche Experten glauben, dass die Tendenz insgesamt sehr deutlich nach oben zeigt. Die zur Schau gestellte Stärke des Assets hat die Chart-Experten zu aktualisierten Vorhersagen motiviert – und die klingen mehr als zuversichtlich: „$100k bis Weihnachten!“, prognostiziert beispielsweise der pseudonyme Analyst „PlanB“ im Interview. Der Niederländer ist eine der bekanntesten und meistzitierten Persönlichkeiten der Branche, mehr als 679.000 Menschen folgen ihm auf Twitter. Aber: Bitcoin im sechsstelligen Preisbereich, und das schon bald? Wie kommt er darauf?

Bitcoins „Stock-to-Flow“: legendäres Preis-Prognose-Tool

Um seine gewagte These zu untermauern, greift PlanB auf das sogenannte Stock-to-Flow-Modell zurück (abgekürzt S2F). Das populäre Preis-Prognose-Werkzeug wird bereits seit geraumer Zeit für z.B. Gold genutzt, PlanB hat es 2019 an Bitcoin angepasst. Dabei wird, vereinfacht ausgedrückt, der derzeitige Bestand eines Assets (Stock) in Beziehung gesetzt zur Anzahl, die pro Jahr neu dazu kommt (Flow). Das Verhältnis misst schließlich die Seltenheit eines Gutes – und die korreliert mit dem Preis.

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Bitcoin: Angebot sinkt kontinuierlich – Nachfrage steigt

Das Modell stößt bei Bitcoin auf besonders fruchtbaren Boden, denn: Hier wird die Menge der neu geschaffenen Coins alle vier Jahre um 50% reduziert. Das Angebot sinkt also kontinuierlich, die Nachfrage bleibt aber gleich oder steigt. Ein Automatismus, der laut Stock-to-Flow wiederum den Kurs nach oben treibt.

Und das nicht zu knapp: Dem Modell und seinem Schöpfer zufolge erreicht Bitcoin bis Weihnachten 2021 mindestens 100.000 Dollar – im Idealfall sollen sogar 288.000 Dollar möglich sein. Beliebt ist das Modell in der Krypto-Community allerdings nicht nur wegen der hohen Bitcoin-Preise, die es prophezeit – sondern auch, weil es in der Vergangenheit meist richtig lag. Die große Frage lautet nun also: Stimmt die $100k-Prognose ebenfalls?

Blockchain-Forscher Willy Woo: 162.000 Dollar sind nur der Anfang

PlanB ist mit seiner optimistischen Vorhersage nicht alleine. Auch Bitcoin-Forscher Willy Woo rechnet mit einer derart rasanten Entwicklung. Woos Wort hat Gewicht, denn: Als führender On-Chain-Analyst untersucht er sämtliche Transaktionen, die sich zur Blockchain hin- und von ihr wegbewegen. Diese Transaktionen ermöglichen einen präzisen Einblick in Bitcoins Beschaffenheit – und sie signalisieren Bullen- oder Bärenmärkte.

Woo drückt das folgendermaßen aus: Er besitze einen „Röntgenblick“ auf alles, was Investoren tun – und das sei bullish. So bullish, dass sein Prognosemodell („Supply Shock“) in diesem Zyklus einen Anstieg auf 162.000 Dollar pro Bitcoin vorhersagt. Woo ist um sinnvolle Begründungen nie verlegen: So wachse beispielsweise die Nutzerzahl des Bitcoin-Netzwerks so schnell wie nie zuvor. Allein zwischen Anfang Juli und August seien 1,2 Millionen neue User hinzugekommen, kommentiert der Neuseeländer auf Twitter und sieht bereits „Zeichen, dass sich der Bullenmarkt 2022 fortsetzen könnte“.


Info: Bullen und Bären 

Der Bulle steht traditionell an Börsen für steigende Kurse, der Bär hingegen für fallende Kurse. Historisch hat diese Metapher womöglich einen historischen und ausgesprochen tierunfreundlichen Kern: Zur Zeit der Goldgräber in den USA des 19. Jahrhunderts. In den hastig angelegten Goldgräber-Städten wurden Tierkämpfe veranstaltet: Longhorn-Bullen gegen Bären. Der Bulle griff dabei mit seinen Hörnern von unten nach oben an, der Bär indes ließ seine Tatze von oben nach unten auf den Gegner sausen.

Wer heute von „bullish“ spricht, meint steigende Kurse, auch Hausse genannt.


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Wir befinden uns in einem Bitcoin-Bull-Run

Bitcoin bewegt sich derweil weiter nach vorne, verewigt kontinuierlich Block für Block. Zwar ist immer mit Kurs-Rücksetzern und Korrekturen zu rechnen, auch aktuell warnen Trader vor weiteren Abwärtsbewegungen. An der langfristigen Ausrichtung lässt Woo aber keinen Zweifel: Wir befinden uns in einem Bull-Run – das sei „nicht zu übersehen“. Ob die Chart-Gurus mit ihrer Einschätzung Recht behalten, das wird allerdings nur die Zeit zeigen.

Was hat ein Bitcoin am Anfang gekostet?

Ganz am Anfang lag der Wert für einen Bitcoin bei 0,07 US-Dollar. Dieser Wert richtete sich nach den Produktionskosten für das Mining.  Wer genau die Währung im Jahr 2008 erfunden hat, ist allerdings nicht bekannt: Zugeschrieben wird die Erfindung einem gewissen Satoshi Nakamoto; der Name ist aber nur ein Pseudonym einer nach wie vor unbekannten Person oder einer Gruppe von Personen.

Wonach richtet sich der Preis für Bitcoin?

Es gibt keine Zentralbank, die zum Beispiel einen Wechselkurs bestimmen kann, der den Bitcoin-Preis beeinflusst. Tatsächlich kommt der Preis nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage zustande. Möchten auf dem freien Markt besonders viele Käufer Bitcoins erwerben und ist das Angebot nicht groß, steigt der Preis.

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Ein Beitrag von:

  • Jannis Grunewald

    Jannis Grunewald ist Autor mit Fokus auf Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum. Er schreibt News, Analysen und Prognosen über digitale Assets, beschäftigt sich darüber hinaus mit den Entwicklungen der Branche.

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