Kryptowährung 13.01.2022, 13:43 Uhr

Bitcoin droht ein „Todeskreuz“: Was das jetzt für 2022 bedeutet

Bitcoin, Ethereum und viele andere Kryptowährungen hatten ohnehin schon einen schrecklichen Start ins Jahr 2022. Nun äußern sich zahlreiche Chart-Experten zudem besorgt über ein sogenanntes „Todeskreuz“, auf das Bitcoin zusteuert. Was hat es damit auf sich? Steht ein neuer Absturz bevor? Oder ist der jüngste Rücksetzer wirklich nur „von kurzer Dauer“, wie Top-Investorin Cathie Wood versichert? Wie geht es für die Leitwährung weiter?

Analysten warnen vor einer bestimmten Chartformation, die als Garant für einen Bärenmarkt gilt: Bitcoin steuert demnach auf dieses "Death Cross" zu. Aber es gibt auch Hoffnung. Foto: Panthermedia.net/Freerlaw

Analysten warnen vor einer bestimmten Chartformation, die als Garant für einen Bärenmarkt gilt: Bitcoin steuert demnach auf dieses "Death Cross" zu. Aber es gibt auch Hoffnung.

Foto: Panthermedia.net/Freerlaw

Bitcoin und die Krypto-Märkte erleben seit Tagen eine intensive Korrektur: Mit Ausnahme weniger Altcoins wie Near Protocol (NEAR) oder Oasis Network (ROSE) sehen sich sämtliche Assets empfindlichen Verlusten gegenüber – viele im zweistelligen Prozentbereich.

So musste BTC innerhalb der letzten dreißig Tage rund 10% verlorengeben, Ethereum sogar 13% (Daten von Nomics.com). Kurzzeitig fiel die Kryptowährung Nummer 1 sogar unter 40.000 Dollar, konnte sich aber zügig wieder erholen. Auch Smart-Contract-Plattform Solana (SOL) hat es mit -7% schwer getroffen, ebenso Binance Coin (-8%) und Dogecoin (DOGE, -10%).

Bitcoin: Steht neuer Absturz bevor?

Die gesamte Krypto-Marktkapitalisierung kämpft darum, sich über der 2-Milliarden-Dollar-Grenze zu halten, taucht immer wieder darunter. Seit einigen Stunden zeigen viele Coins zwar wieder leichte Ausbrüche nach oben. Ob dieses Momentum nachhaltig ist, bleibt allerdings abzuwarten. Und mit jeder weiteren Woche, in der es Bitcoin und Co. nicht gelingt, Stärke zu demonstrieren und Boden gutzumachen, schwinden die Hoffnungen vieler Anleger – und damit auch das Kapital aus den Märkten. CoinShares, Europas größter Vermögensverwalter für digitale Assets, kommentiert im jüngsten Bericht: Allein letzte Woche ist es bei Krypto-Investmentprodukten zu Rekord-Abflüssen im Wert von 207 Millionen Dollar gekommen. Dabei führend: Bitcoin mit einem Anteil von 107 Millionen Dollar.

Grabesstimmung an den Kryptomärkten

Viele Anleger erwarten einen neuen Absturz oder einen anhaltenden Bärenmarkt – und ziehen ihr Geld infolge ab. Inmitten dieser Stimmung warnen Analysten jetzt zudem vor einem sogenannten Todeskreuz: einer Chart-Formation, die, einfach ausgedrückt, als endgültige Bestätigung eines Bärenmarktes gilt. Und genau dieses „Death Cross“ scheint sich bei Bitcoin gegenwärtig auszubilden. Ist der Bull-Run also vorbei? War’s das mit „explodierenden Kryptowährungen“ in 2022?

Korrektur bei Bitcoin nur „von kurzer Dauer“?

Hier geben mehrere Branchenbeobachter Entwarnung. Zwar stehen Prognosen angesichts der makroökonomischen Ungewissheit auf wackeligen Beinen. Wahrscheinlichkeiten ermöglichen allerdings dennoch einen Ausblick. Dass der nicht so schlecht ist, kommentiert beispielsweise Cathie Wood (66). Die US-Ökonomin gilt als „erfolgreichste Investorin der Welt“, blickt auf mehr als 40 Jahre Berufserfahrung zurück. Geschätztes Nettovermögen: 250 Millionen Dollar. Ihre Investmentfirma ARK Invest verwaltet mehrere börsengehandelte Fonds, hält zudem Anteile am Bitcoin Trust von Grayscale.

Und: Die CEO mag Bitcoin. Sehr. Die jüngste Korrektur an den Krypto-Märkten sieht Wood nun im Zusammenhang mit Aktientrends. So zeigt Bitcoin eine enge Korrelation mit dem technologielastigen Nasdaq.

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Wood erklärt: „Auf den Kryptomärkten erleben wir eine Korrektur. Sie fangen an, dem zu erliegen, was wir auf dem Aktienmarkt sehen“ – einem Schlag gegen Technologie, Wachstum und Innovation. Das habe auch die Krypto-Märkte beeinträchtigt. Aber, so die Star-Investorin: „Wir glauben, dass das nur von kurzer Dauer sein wird.“

Bull-Run bis 2024?

Ähnlich optimistisch äußert sich auch der pseudonyme Top-Analyst PlanB. Der Niederländer ist einer der meistzitierten Bitcoin-Experten, 1,7 Millionen Menschen folgen ihm auf Twitter für seine Analysen. Zwar sind die vormals von ihm in Aussicht gestellten BTC-Preise von 100.000 Dollar und mehr bislang nicht erreicht worden. Der Erfinder des vielzitierten Stock-To-Flow-Preisprognosemodells (S2F) klingt aber dennoch zuversichtlich bezüglich Bitcoins weiterer Entwicklung. „Ich weiß, dass einige Leute den Glauben an diesen Bitcoin-Bullenmarkt verloren haben“, schreibt er.

Allerdings seien wir erst „auf halbem Weg in den Zyklus“. Und der läuft seiner Einschätzung nach bis 2024. Anders formuliert: Ein Bärenmarkt ist weit und breit nicht zu sehen. Doch was bedeutet das konkret für die nächsten Monate? Was können Anleger von Bitcoin erwarten? Womöglich nicht viel. Wahrscheinlich sind weitere Seitwärtsbewegungen und gelegentliche, kurze Rückgänge unter $40K. Jurrien Timmer, „Director of Macro“ des Finanzdienstleisters Fidelity, vergleicht die Bitcoin-Charts in einer aktuellen Analyse mit denen von Gold und schlussfolgert: Das digitale Asset dürfte sich stabil um 40.000 Dollar halten.

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Timmer, der zuvor in einer Extrem-Prognose einen BTC-Preis von 1 Million Dollar bis 2026 vorausgesagt hat:

„Das heißt nicht, dass er nicht noch tiefer gehen kann, aber es sieht so aus, als ob $40k die neuen $30k sind.“

Anders formuliert: Das Preisniveau hat sich als stark erwiesen, ein Rückgang darunter ist unwahrscheinlich. Zumindest kurzfristig sind Timmer zufolge aber auch keine großen Sprünge nach oben zu erwarten.

Dennoch gilt: Je länger die Korrektur, desto größer der Anstieg. Der nächste Run dürfte demnach wieder für parabolische Kursverläufe sorgen. Oder, wie Profi-Trader Michaël van de Poppe formuliert: „Bitcoin ist bereit für den größten Bull-Run der Geschichte.“

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Ein Beitrag von:

  • Jannis Grunewald

    Jannis Grunewald ist Autor mit Fokus auf Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum. Er schreibt News, Analysen und Prognosen über digitale Assets, beschäftigt sich darüber hinaus mit den Entwicklungen der Branche.

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