Testfahrten beginnen 2016 24.08.2015, 06:55 Uhr

Delphi darf autonomen Audi SQ5 auf Wuppertaler Landstraße testen

Delphi hat die Erlaubnis in der Tasche: Der US-Autozulieferer darf ein autonomes Auto in Deutschland testen – auf der Landstraße 418 in Wuppertal. Die Testfahrten beginnen 2016, mit einem Audi SQ5. 

Audi SQ5 in New York: Delphi testete das autonome Auto auf der 5500 km langen Strecke von San Francisco zum Big Apple. 2016 wird es auf der Wuppertaler Landstraße zu sehen sein. 

Audi SQ5 in New York: Delphi testete das autonome Auto auf der 5500 km langen Strecke von San Francisco zum Big Apple. 2016 wird es auf der Wuppertaler Landstraße zu sehen sein. 

Foto: Delphi

Wem bald auf der Landstraße 418 auf den Wuppertaler Südhöhen ein selbstfahrendes Auto entgegenkommt, sollte nicht direkt die Polizei rufen: Der US-Autozulieferer Delphi darf auf einem 17 km langen Streckenabschnitt die Zukunftstechnik testen – erstmals auf einer öffentlichen Straße in Deutschland. Ganz in der Nähe des Firmengeländes. „Die Genehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf liegt vor“, bestätigte ein Delphi-Unternehmenssprecher der WirtschaftsWoche.

Delphi holt autonomen Audi SQ5 nach Deutschland

Bei Delphi laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren: „Nachdem die Gespräche mit Stadt und Land so gut gelaufen sind, holen wir jetzt schon mal eine statische Version des Fahrzeugs aus den USA nach Deutschland“, erklärt der Delphi-Sprecher in einem Bericht der Rheinischen Post.

Delphi testet das autonome Fahren mit einem modifizierten Audi SQ5. In Deutschland sitzt bei den Testfahrten zur Sicherheit ein Ingenieur hinterm Steuer. 

Delphi testet das autonome Fahren mit einem modifizierten Audi SQ5. In Deutschland sitzt bei den Testfahrten zur Sicherheit ein Ingenieur hinterm Steuer. 

Foto: Delphi

Es handelt sich um einen Audi SQ5, der vor kurzem die 5500 km lange Strecke von San Francisco nach New York autonom gefahren ist – dank Sensoren, Kameras und einem Laser-Radar-System (Lidar), das mit Laserstrahlen eine 3D-Karte erstellt, die der Computer mit einer Landkarte abgleicht.

Wuppertaler Landstraße 418 bietet beste Testbedingungen

Die Landstraße 418 ist für Delphi ideal, um die Technik auf Herz und Nieren zu prüfen. „Wir brauchen ganz normale Verkehrsbedingungen, um testen zu können, ob unsere Geräte die Umgebung richtig wahrnehmen und die richtigen Schlüsse für die Steuerung des Fahrzeugs ziehen“, heißt es bei Delphi. Das autonome Auto muss einige Hürden meistern: Auf- und Abfahrten, Kurven, Steigungen und Gefälle, Ampeln und einen Kreisverkehr. Damit es nicht zur Gefahr wird, sitzt bei den Testfahrten ein Ingenieur hinter dem Steuer, der das Auto überwacht.

2025 könnte die Technik fit für den Alltag sein

Delphi-Technikvorstand Jeff Owens ist überzeugt, dass 2025 die ersten kommerziellen autonomen Autos über die Straßen rollen. Und zwar als Erstes in Europa. „In den USA wird zwar viel Entwicklungsarbeit geleistet, besonders im Silicon Valley“, sagt Owens im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Aber die gesetzlichen Grundlagen werden zuerst in Europa geschaffen werden und die Akzeptanz der Kundschaft wird in Europa am größten sein.“ Autonomes Fahren soll in Zukunft auch recht kostengünstig sein: Owens geht davon aus, dass Interessierte rund 5000 Dollar für das Extra-Equipment ausgeben müssen.

Eine spezielle Software ermöglicht autonomes Fahren. Sie wertet Informationen der Kameras, Sensoren und des Laser-Radar-Systems Lidar aus. 

Eine spezielle Software ermöglicht autonomes Fahren. Sie wertet Informationen der Kameras, Sensoren und des Laser-Radar-Systems Lidar aus. 

Foto: Delphi

Neben Delphi experimentieren viele andere Global Player mit der Zukunftsmobilität: General Motors hat im April 2015 den Chevrolet FNR enthüllt, Audi setzt auf den James 2025 und Google auf ein Gefährt, das an einen Smart mit Gesicht erinnert.

Von Patrick Schroeder Tags:

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