Sturmtiefs Elon und Felix 13.01.2015, 11:35 Uhr

Windstromrekord kostet deutsche Verbraucher 13 Millionen Euro

13 Millionen Euro mussten die Stromnetzbetreiber Tennet und 50 Hertz aufwenden, um Stromtrassen vergangenes Wochenende vor Überlastungen zu schützen. Denn während der Sturmtiefs Elon und Felix speisten Windkraftanlagen kurzzeitig so viel Strom ins Netz ein wie 25 Atomkraftwerke. 

Ein durch den Sturm in Norddeutschland umgekippter Kran auf einer Baustelle für Windkraftanlagen in Janneby in Schleswig-Holstein neben den Segmenten eines Windrads: Der Sturm war so stark, dass der Netzbetreiber Tennet wegen der hohen Windstromproduktion konventionelle Kraftwerke in Norddeutschland drosseln und in Süddeutschland hochfahren musste, um die Nord-Süd-Trassen vor Überlastungen zu schützen. 

Ein durch den Sturm in Norddeutschland umgekippter Kran auf einer Baustelle für Windkraftanlagen in Janneby in Schleswig-Holstein neben den Segmenten eines Windrads: Der Sturm war so stark, dass der Netzbetreiber Tennet wegen der hohen Windstromproduktion konventionelle Kraftwerke in Norddeutschland drosseln und in Süddeutschland hochfahren musste, um die Nord-Süd-Trassen vor Überlastungen zu schützen. 

Foto: Benjamin Nolte/dpa

Elon und Felix, die ersten schweren Stürme des Jahres, richteten in Deutschland vergangenes Wochenende starke Schäden an: Autos und Lkw kippten um, umgestürzte Bäume rissen Oberleitungen in Städten ab und blockierten Bahngleise, sodass Strecken wie Hamburg-Hannover zeitweise gesperrt waren. Und auch Windenergieanlagen bundesweit kamen ins Schwitzen und knackten dabei einen Windstromrekord. Sie speisten 30.700 Megawatt Windstrom ins Stromnetz ein, berichtet Übertragungsnetzbetreiber Tennet – das entspricht der Produktion von rund 25 Atomkraftwerken.

Redispatch kostet Tennet sechs Millionen Euro

Das Problem: Es standen zu wenig Stromleitungen zur Verfügung, um Produktionsüberschüsse aus dem Norden – dort kämpften die Windräder besonders hart mit dem Wind – zu den Verbrauchsschwerpunkten in Süddeutschland zu leiten. Es drohte eine Überlastung der Nord-Süd-Trassen.

Tennet hatte deswegen kurzerhand konventionelle Kraftwerke in Norddeutschland gedrosselt und in Süddeutschland hochgefahren. Der Redispatch genannte Markteingriff betraf Kraftwerke mit insgesamt 4800 Megawatt. Tennet beziffert die Kosten gegenüber der Zeitung Die Welt auf sechs Millionen Euro.

50 Hertz muss sieben Millionen Euro auf Verbraucher abwälzen

Einen ähnlichen Kampf führte 50 Hertz im Norden. Der Netzbetreiber musste in den Betrieb von Kraftwerken mit einer Gesamtleistung von 6700 Megawatt eingreifen und zeitweise 300 Windkraftanlagen in Ostdeutschland mit 800 Megawatt abschalten.

Schnell und vor dunkelgrauem Himmel dreht sich dieses Windkraftrad bei starkem Sturm am 10. Januar in Bremerhaven: Der Wind war so stark, dass die Windräder in Deutschland mit 30.700 Megawattso viel Strom produzierten wie 25 Kernkraftwerke. Stromnetzbetreiber mussten Trassen vor Überlastungen schützen und den Strom im Großhandel zum Spottpreis verkaufen.

Schnell und vor dunkelgrauem Himmel dreht sich dieses Windkraftrad bei starkem Sturm am 10. Januar in Bremerhaven: Der Wind war so stark, dass die Windräder in Deutschland mit 30.700 Megawattso viel Strom produzierten wie 25 Kernkraftwerke. Stromnetzbetreiber mussten Trassen vor Überlastungen schützen und den Strom im Großhandel zum Spottpreis verkaufen.

Foto: Ingo Wagner/dpa

Das kostete 50 Hertz sogar noch etwas mehr als Tennet, nämlich rund sieben Millionen Euro. Tennet und 50 Hertz kommen also für den Redispatch auf 13 Millionen Euro, die sie über die Netzentgelte auf die Stromrechnungen aller Verbraucher setzen werden.

Megawattstunde Strom kostete zeitweise nur 1,10 Euro

Es könnte für Verbraucher sogar noch teurer werden. Denn das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet Tennet und 50 Hertz, Windstrom zu einem festgelegten Preis aufzukaufen und im Großhandel zu vermarkten. Am Wochenende kam es allerdings zu einem Verfall der Großhandelspreise für Elektrizität an der Europäischen Energiebörse (EEX). So kostete am Mittwoch vor dem Sturmwochenende eine kurzfristige Stromlieferung für den Folgetag noch 38 Euro pro Megawattstunde. Am Samstag brach der Preis auf bis zu 12 Euro ein, am Sonntag sogar auf 1,10 Euro.

Die Stromnetzbetreiber bleiben also sitzen auf einer großen Differenz zwischen Markterlös für ihren Windstrom und den Einspeisevergütungen, die sie an die Produzenten zahlen. Und diese Differenz wälzen sie als EEG-Umlage auf die Stromrechnungen der Verbraucher ab. 

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