Hywind-Projekt 05.11.2015, 08:32 Uhr

Statoil baut größte schwimmende Offshore-Anlage der Welt in der Nordsee

Vor der Küste Schottlands entsteht die größte schwimmende Windkraftanlage der Welt. Fünf riesige Windräder will der norwegische Energiekonzern Statoil bauen, aber nicht im Boden verankern. Sie schwimmen im Meer. Ob diese Installation stabil genug ist für die stürmische See?

Der Windpark Hywind vor der schottischen Nordseeküste soll 20.000 Haushalte versorgen. Die fünf Windkraftanlagen sind aber nicht im Boden verankert, sondern schwimmen im Meer. Fixiert werden sie über Stahlseile.

Der Windpark Hywind vor der schottischen Nordseeküste soll 20.000 Haushalte versorgen. Die fünf Windkraftanlagen sind aber nicht im Boden verankert, sondern schwimmen im Meer. Fixiert werden sie über Stahlseile.

Foto: Statoil

Die Welt wird genau hinschauen, wenn der norwegische Öl- und Gas-Konzern Statoil im nächsten Jahr mit der Montage fünf riesiger Offshore-Windräder vor der schottischen Küste beginnen wird. Die schottische Regierung in Edinburgh hat jetzt ihr Einverständnis für das Hywind-Projekt gegeben, teilte Statoil jetzt mit.

Obwohl nur fünf Anlagen installiert werden, ist es der größte Windpark seiner Art in der Welt.

Das Meer ist rund 100 m tief

Die fünf Anlagen haben mit 6 MW nicht nur eine hohe Leistung. Ungewöhnlich ist ihre Montage. Denn obwohl die Windräder auf hoher See etwa 25 km vor der Küste bei Peterhead in Aberdeenshire stehen, werden sie nicht im Boden verankert. Das Meer ist mit 95 bis 120 m zu tief, um dort klassische Windkraftanlagen zu verankern, die in Gewässern mit Tiefen von bis zu 50 m stehen.

Die schwimmenden Windräder hat Statoil bereits seit 2009 vor der norwegischen Küste erprobt. Jetzt werden sie erstmals im großen Rahmen vor der schottischen Küste eingesetzt.

Die schwimmenden Windräder hat Statoil bereits seit 2009 vor der norwegischen Küste erprobt. Jetzt werden sie erstmals im großen Rahmen vor der schottischen Küste eingesetzt.

Foto: Statoil

Deshalb hat sich Statoil in Schottland für schwimmende Anlagen entschieden, die der Konzern auch schon vor der norwegischen Küste erprobt hat. Sie schwimmen im Meer, sind aber über Stahlseile miteinander verbunden. Befestigt sind die einzelnen Türme zusätzlich über Stahlseile mit Pfählen, die im Meeresgrund verankert sind.  

Stromversorgung für 20.000 Haushalte

Die Turbinen der 6-MW-Anlagen liegen 65 m hoch über dem Meer, die Rotoren haben einen Durchmesser von 82 m. Wenn es gut läuft, können die fünf Windräder, die auf einer Fläche von 4 km2 verteilt werden, nach Angaben von Statoil rund 20.000 Haushalte mit Strom versorgen. 2017 soll der Windpark ans Netz gehen.

Mit dem neuen Windpark will Statoil im großen Maßstab testen, ob sich die selbst entwickelte Schwimmtechnik in der Praxis und bei stürmischer See bewährt. Denn Statoil will zunehmend Standorte in der Nordsee erschließen, die für normale Anlagen, die auf dem Boden befestigt werden, zu tief sind.

Günstigere Stromproduktion mit schwimmenden Windrädern

Davon verspricht sich Statoil eine deutliche Senkung der Kosten. So geht der Konzern davon aus, dass die Produktionskosten aufgrund der starken Winde von 10 m/s, dadurch höheren Erträge und der geringeren Investitionskosten bei unter 100 Pfund pro MWh liegen. Üblicherweise liegen die Kosten bei über 110 Pfund, so das Beratungsunternehmen Carbon Trust in einer Studie.

Die schwimmenden Windräder im Windpark Hywind werden über Stahlseile miteinander verbunden. Zugleich werden sie an Pfählen fixiert, die im Meeresboden verankert sind.

Die schwimmenden Windräder im Windpark Hywind werden über Stahlseile miteinander verbunden. Zugleich werden sie an Pfählen fixiert, die im Meeresboden verankert sind.

Foto: Statoil

Das Hywind-Projekt ist die erste schwimmende Anlage dieser Art in Großbritannien. In kleinerem Maßstab wurde die Technik seit 2009 bereits in der Nordsee vor Norwegen erprobt. In Japan wurde die erste schwimmende Anlage 2013 installiert. 

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