Energiewirtschaft 22.01.2010, 19:44 Uhr

Gas erzeugt Strom und Fernwärme effizienter als Kohle  

Am Kraftwerksstandort Timelkam in Oberösterreich wurde ein altes Steinkohlekraftwerk stillgelegt und durch ein neues Gas- und Dampfkraftwerk (GuD) mehr als ersetzt. Es bietet die rund siebenfache Leistung und verursacht pro erzeugte Kilowattstunde rund zwei Drittel weniger Kohlendioxid und noch weniger Stickoxide. Wirtschaftlich ist es obendrein. VDI nachrichten, Timelkam/Österreich, 22. 1. 10, swe

Veraltete Kraftwerke und die europäische Klimaschutzpolitik führen auch im Nachbarland Österreich zum verstärkten Einsatz alternativer Energien und dem Ersatz alter thermischer Kraftwerke durch effiziente Gas- und Dampfkraftwerke (GuD) mit kombinierter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK).

Ein Beispiel: der nordöstlich von Salzburg gelegene Kraftwerksstandort Timelkam. Dort wurde ein altes Kohlekraftwerk, das einst mit heimischer Braunkohle, später dann mit importierter Steinkohle befeuert wurde, durch ein GuD-Kraftwerk ersetzt. Die Effizienz konnte um 40 % gesteigert, die spezifischen Kohlendioxidemissionen um 65 % und die spezifischen Stickoxidemissionen um 90 % gesenkt werden. So die Bilanz von rund einem Jahr Betrieb, die Norbert Rechberger, Geschäftsführer der Energie AG Oberösterreich Kraftwerke zieht, der das Kraftwerk zusammen mit der eidgenössischen Groupe E gehört.

Angesichts des gestiegenen Energiebedarfs wurde die Stromerzeugung gegenüber dem Kohlekraftwerk um das Siebenfache erhöht. Bei einer elektrischen Leistung von mehr als 400 MW und einer Stromproduktion von jährlich rund 2500 GWh lässt sich der Strombedarf von über 700 000 Haushalten decken, erläutert Rechberger bei der Vorstellung der Anlage. Der elektrische Wirkungsgrad der mit Erdgas befeuerten GuD-Anlage erreicht fast 59 %, ergänzt Martin Wilkening von Siemens Energy (Fossil Power Generation), die als Industriepartner das Projekt umsetzten. „GuD-Kraftwerke sind aufgrund ihres hohen Wirkungsgrads und des eingesetzten Energieträgers die derzeit umweltfreundlichsten fossil befeuerten Kraftwerke.“ Durch zusätzliche Fernwärmeauskopplung mit einer thermischen Leistung von bis zu 100 MW ergebe sich im Fall von Timelkam eine Brennstoffausnutzung von bis zu 70 %.

Von der Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks zeigt sich Geschäftsführer Rechberger überzeugt. Dabei spielen die Investitionskosten von 207 Mio. € eine untergeordnete Rolle. Denn bei einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung über einen Zeitraum von 20 Jahren sei der Gaspreis für 75 % bis 80 % der insgesamt anfallenden Kosten verantwortlich. Das bedeutet: „Man muss die Bewirtschaftung so einer Anlage gut verstehen.“

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d/) Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung Umweltplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Excelitas Deutschland GmbH-Firmenlogo
Qualitätsingenieur (w/m/d) Produktentwicklung Excelitas Deutschland GmbH
Feldkirchen Zum Job 
Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Bauprojekte Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur mit Projektverantwortung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Experte / Expertin Bauwesen (w/m/d) in der Abteilung Gebäudemanagement / Verwaltung Mainz SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) Produktindustrialisierung J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH
ai6 SOLUTIONS GmbH-Firmenlogo
Entwickler Mechanik / Konstruktion (m/w/d) ai6 SOLUTIONS GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Key Account Manager Sicherheit und Verteidigung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Technischer Angestellter (m/w/d) Nachhaltigkeitsmanagement im Bereich Hochbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 
Schöpflin Stiftung-Firmenlogo
Head of Operations (m/w/d) Schöpflin Stiftung
Lörrach Zum Job 
Humboldt-Universität zu Berlin Abteilung Haushalt und Personal Referat Personalwirtschaft III C 6-Firmenlogo
Ingenieur*in Nachrichtentechnik (m/w/d) Humboldt-Universität zu Berlin Abteilung Haushalt und Personal Referat Personalwirtschaft III C 6
Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr-Firmenlogo
Bauingenieur - Sachgebietsleitung Kreisstraßenmanagement (w/m/d) Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig-Firmenlogo
Ingenieur/-in / Naturwissenschaftler/-in (m/w/d) für den Einsatz im Bereich Medizintechnik/-Produkte Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig
Braunschweig Zum Job 
Aerologic GmbH-Firmenlogo
Engineer Aircraft Reliability & Maintenance Program (m/f/x) Aerologic GmbH
Schkeuditz Zum Job 
Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH-Firmenlogo
Kalkulator Tiefbau (m/w/d) für den Bereich Wasser/Abwasser Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH
Halle (Saale) Zum Job 
Seppeler Holding & Verwaltungs GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Verfahrenstechniker / Ingenieur Verfahrenstechnik (m/w/d) Seppeler Holding & Verwaltungs GmbH & Co. KG
Rietberg Zum Job 
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in oder Physiker*in (d/m/w) GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Darmstadt Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) konstruktiver Ingenieurbau Die Autobahn GmbH des Bundes
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*innen (d/m/w) GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Darmstadt Zum Job 

Dies betreffe zum einen die Märkte und zum anderen auch die Technik. So seien gute Kenntnisse sowohl der Gasmärkte für eine effiziente Beschaffung mit langfristigen Verträgen und kurzfristigen Spotmengen als auch der Strommärkte für die im europäischen Wettbewerb stehende Stromproduktion notwendig.

Hilfreich sei schließlich die hohe Flexibilität des Kraftwerks. So könne die Last in einem Bereich zwischen 25 % und 100 % moduliert werden. Pro Minute ließe sich dabei die Leistung um 16 MW verändern. In der Regel sei die Anlage von Montag in der Frühe bis Freitag in der Nacht am Netz. Am Wochenende rechtfertige der geringe Preis an den Strommärkten – aufgrund des europaweit geringeren Strombedarfs – zumeist keinen Betrieb.

Für die ganzjährige Grundversorgung ist in Timelkam seit 2005 auch ein Biomassekraftwerk in Betrieb. Mit einer Leistung von 15 MW elektrisch und 15 MW thermisch liefert das Kraftwerk jährlich 95 GWh Strom und 88 GWh Fernwärme. Rund 115 000 t Biomasse werden dabei pro Jahr verfeuert. Alles aus heimischer Umgebung, hebt Rechberger hervor. So werden aus der Forstwirtschaft, der Industrie und der Entsorgung z. B. Rinde, Sägespäne und Schleifstaub, Altholz (wie Kisten oder Paletten) und Waldhackgut eingesetzt.

Ein Beitrag von:

  • Robert Donnerbauer

    Freier Journalist und Fotograf. Themengebiete: Energie (Gebäude, Industrie, Verkehr), Heiztechnik, Brennstoffzellen, Kraft-Wärme-Kopplung,  Verkehr (alternative Antriebe, Nutzfahrzeuge).

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.