Energiewende 28.03.2023, 15:19 Uhr

Deutsche Gasleitungen sind für Wasserstoff geeignet

Eine Studie des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) zeigt, dass das deutsche Gasnetz für den Transport von klimaneutralem Wasserstoff genutzt werden könnte. Damit kann man eine 100-prozentige Versorgung mit klimaneutralem Wasserstoff über die bestehende Infrastruktur ermöglichen.

Gasleitungen

Das deutsche Gasnetz für den Transport von Wasserstoff geeignet?

Foto: PantherMedia / jovanjaric

Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger der Zukunft, da er als sauberer Brennstoff zur Reduktion von CO2-Emissionen beitragen kann. Deshalb ist auch ein überregionales Wasserstoffnetz für eine klimafreundliche Energiewirtschaft in Deutschland unverzichtbar. Obwohl es bereits teilweise regionale Netze gibt, muss ein bundesweites Netz noch aufgebaut werden. Neben dem Bau neuer Pipelines können dafür erstmal auch bestehende Erdgasleitungen umgerüstet werden.

Wie sieht es mit bestehenden Gasleitungen aus?

Doch wie sieht es eigentlich mit bestehenden Gasleitungen aus? Können sie für Wasserstoff wirklich verwendet werden? Schließlich weist Wasserstoff andere physikalische und chemische Eigenschaften als herkömmliche Gase auf, von daher müssen Gasleitungen, die für den Transport von Wasserstoff genutzt werden, besondere Anforderungen erfüllen.

Das Projekt SyWeSt H2 hatte als Hauptziel, die Anwendbarkeit und Übertragbarkeit der bruchmechanischen Kenngrößen, die im amerikanischen Standard ASME B31.12 speziell für den Transport von Wasserstoff festgelegt sind, auf die Rohrmaterialien im deutschen Gashochdruckleitungsnetz zu überprüfen. Die Forschenden des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) in Zusammenarbeit mit Open Grid Europe und der Materialprüfungsanstalt der Universität Stuttgart sind nun zum Ergebnis gekommen, dass die im deutschen Gasnetz verwendeten Stahlrohrleitungen für den Transport von Wasserstoff geeignet sind.

Vergleichsanalyse von Pipeline- und Rohrleitungsstählen

Für das Projekt wurden bruchmechanische Rissfortschrittsuntersuchungen an einer repräsentativen Auswahl von Pipeline- und Rohrleitungsstählen durchgeführt, die unterschiedliche Alters- und Materialfestigkeiten aufweisen. Die Ergebnisse wurden mit den Rissfortschrittsbeziehungen der ASME B31.12 verglichen. Die Vergleichsanalyse ergab, dass eine weitgehende – auch quantitative – Übereinstimmung zwischen den Rissfortschrittsbeziehungen der ASME und den im Rahmen des SyWeSt H2-Projekts abgeleiteten Rissfortschrittsbeziehungen besteht. Um die Wasserstofftauglichkeit zu bewerten, wurde ein repräsentativer Querschnitt der in deutschen und teilweise auch europäischen Rohrleitungen verwendeten Stähle extremen Betriebs- und Alterungseinflüssen unter Wasserstoff ausgesetzt und technisch geprüft.
Darüber hinaus hat man festgestellt, dass es keine Unterschiede in Bezug auf die grundsätzliche Eignung für den Transport von Wasserstoff im Vergleich zu Erdgas gibt. Die betriebsbedingte Alterung und geforderte Bruchzähigkeit entsprechen den Erwartungen an eine sichere Verfügbarkeit über mehrere Jahrzehnte.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Techniker Versorgungstechnik HLSK (m/w/d) AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH
Mannheim Zum Job 
sanotact GmbH-Firmenlogo
Verpackungsingenieur (m/w/d) QM, QS sanotact GmbH
Münster Zum Job 
Stadtwerke Rastatt GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Bauingenieur oder Versorgungsingenieur Stadtwerke Rastatt GmbH
Rastatt Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für Streckenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur als Bauwerksprüfer (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Fachingenieur für Streckenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen-Firmenlogo
Diplom-Ingenieur:in oder Bachelor of Engineering (FH) der Fachrichtung Nachrichtentechnik (m/w/d) LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen
Lippstadt, Warstein Zum Job 
Werner Sobek AG-Firmenlogo
Projektingenieure / Projektleiter Gebäude- / Versorgungstechnik (m/w/d) Werner Sobek AG
Frankfurt, Stuttgart, Weinheim, Mannheim Zum Job 
HOERBIGER Flow Control GmbH-Firmenlogo
Industrial Engineer (w/m/d) HOERBIGER Flow Control GmbH
Altenstadt Zum Job 
Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper-Firmenlogo
Projektmanager*in (m/w/d) Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper
Krefeld Zum Job 
Stadtwerke Wolfenbüttel GmbH-Firmenlogo
Bereichsleiter Technik (m/w/d) Stadtwerke Wolfenbüttel GmbH
Wolfenbüttel Zum Job 
Dürkopp Fördertechnik GmbH-Firmenlogo
Electrical Automation Engineer (m/w/d) - R&D Department Dürkopp Fördertechnik GmbH
Bielefeld Zum Job 
TenneT-Firmenlogo
Network Engineer Kommunikationsnetze (m/w/d) TenneT
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektleiter Wohnungsbau (m/w/d) für Neubau und Modernisierung auf Bauherrenseite Allbau Managementgesellschaft mbH
UPM - The Biofore Company-Firmenlogo
Production Engineer (m/f/d) UPM - The Biofore Company
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Arbeitsvorbereiter / Stationärer Projektleiter (m/w/d) für Auftragsabwicklung und Produktionssteuerung im Bereich Fertigteilbau KLEBL GmbH
Gönnern Zum Job 
Stadtwerke Essen AG-Firmenlogo
Betriebsingenieur/in (gn) für Technisches Sicherheitsmanagement und Sonderprojekte Stadtwerke Essen AG
OCS Optical Control Systems GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieure (m/w/d) für die Bildverarbeitung & Softwareentwicklung OCS Optical Control Systems GmbH
OCS Optical Control Systems GmbH-Firmenlogo
Applikationsingenieur (m/w/d) für Automatisierungssysteme OCS Optical Control Systems GmbH
Spritz-Plast GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Spritz-Plast GmbH
Laufenburg (Baden) Zum Job 

Auf bestehende Infrastruktur zurückgreifen

„Von den drei Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette – Erzeugung, Transport und Nutzbarmachung – ist der Transport nun grundsätzlich gelöst. In Leitungsnetzen werden die Rohre auch weiterhin genutzt werden können, und nur einzelne Einbauteile oder Stationselemente sind zu ertüchtigen oder auszutauschen“, erklärt Prof. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW. Das sei volkswirtschaftlich sinnvoll, denn man kann auf eine bestehende Infrastruktur mit einem über viele Jahrzehnte getätigten Investitionsvolumen in Höhe von rund 300 Milliarden Euro zurückgreifen. Prof. Gerald Linke wies darauf hin, dass die Bundesregierung dieses große Potenzial nun nutzen müsse und den Weg in die Wasserstoffwirtschaft ebnen. So kann die Bundesregierung ihrem Anspruch an einen beschleunigten Klimaschutz gerecht werden.

30 Milliarden Euro für die Umrüstung

Laut der Untersuchung sei es zudem möglich, das bestehende deutsche Gasnetz, das eine Länge von über 550.000 km hat, anstatt ein neues Netz für den Wasserstofftransport zu errichten, mit Gesamtkosten von nur etwa 30 Milliarden Euro umzurüsten. Wie in der entsprechenden Pressemitteilung heißt, seien Millionen von Haushalten und Unternehmen, die über einen Gasanschluss verfügen, bereits H2-ready. Oder sie können mit relativ geringem Aufwand für H2 umgerüstet werden, um ihnen eine 100-prozentige Versorgung mit klimaneutralem Wasserstoff über die bestehende Infrastruktur zu ermöglichen. Um eine vollständige Handlungs- und Rechtssicherheit bei dieser Umstellung zu gewährleisten, hat der DVGW sein Regelwerk für den Einsatz von bis zu 100 Prozent Wasserstoff aktualisiert und ergänzt es derzeit um weitere Standards.

Das Wirtschaftsministerium hatte bereits im Jahr 2020 eine „Nationale Wasserstoffstrategie“ entworfen, die Maßnahmen für den weiteren Ausbau der Wasserstoffwirtschaft vorsieht. Ziel war es, die Verfügbarkeit, den Ausbau der Infrastruktur und die Verwendung von Wasserstoff zu fördern. Im November 2022 wurde der Entwurf aktualisiert und legte besonderes Augenmerk auf die zukünftigen Netze. Demnach sei für den Markthochlauf eine vorausschauende und schnelle Entwicklung einer Terminal-, Netz- und Speicherinfrastruktur für Wasserstoff unerlässlich, neben der Verfügbarkeit von Wasserstoff selbst.

 

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.