Maritime Roboter 08.01.2026, 09:00 Uhr

KI-gestützter Unterwasser-Roboter schweißt autonom

Reparaturen an maritimer Infrastruktur sind eine Herausforderung, besonders wenn sie unter Wasser erfolgen. Ein Forschungsverbund hat dafür nun einen Roboter entwickelt, der autonom schweißen kann. Bisher müssen solche Schweißarbeiten von Menschen durchgeführt werden.

Im Labor ist gut zu erkennen, wie Roboterarm, Schweißgerät und Stereokamera für den KI-gesteuerten Prozess miteinander verbunden sind. Foto: DFKI/Christian Koch

Im Labor ist gut zu erkennen, wie Roboterarm, Schweißgerät und Stereokamera für den KI-gesteuerten Prozess miteinander verbunden sind.

Foto: DFKI/Christian Koch

Das Schweißen metallischer Bauteile erfordert schon auf normalen Baustellen viel Geschick und oft auch Improvisationstalent. Bei Reparaturen maritimer Infrastrukturen kommen zusätzliche Herausforderungen hinzu. Das gilt insbesondere dann, wenn der Schaden unter der Wasserlinie liegt.

Dennoch werden Unterwasserschweißungen wie Reparaturen von Hafenanlagen, Offshore-Strukturen und anderen metallischen Bauwerken bislang von Hand durchgeführt. Die Aufgabe übernehmen dann professionelle Industrietaucher und -taucherinnen – sofern sie verfügbar sind. Künftig könnte diese belastende Aufgabe ein Roboterarm übernehmen, der dank KI-Unterstützung autonom arbeitet.

Sowohl die entsprechende Schweißtechnik als auch der Roboterarm und die nötige künstliche Intelligenz wurden von einem Projektverbund um das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI, in Bremen entwickelt. Jetzt wurde das Ergebnis des vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekts MARIOW (Maritime AI-Guided & Remote Operated Welding) vorgestellt.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR-Firmenlogo
Fachbereichsleitung Grün (m/w/d) Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR
Heilbronner Versorgungs GmbH-Firmenlogo
Planungsingenieur in den Bereichen Gas und Wasser (m/w/d) Heilbronner Versorgungs GmbH
Heilbronn Zum Job 
Flughafen München GmbH-Firmenlogo
Leiter Elektrotechnik / Stromnetzprojekte (w/m/d) Flughafen München GmbH
Oberding Zum Job 
Intego GmbH-Firmenlogo
Servicetechniker / Field Service Engineer (m/w/d) - Einsatz in Kalifornien (USA) Intego GmbH
Erlangen Zum Job 
PohlCon GmbH-Firmenlogo
Anwendungsingenieur (m/w/d) PohlCon GmbH
Sumitomo Rubber Europe GmbH-Firmenlogo
Ingenieur FEA (m/w/d) Reifensimulation in Hanau Sumitomo Rubber Europe GmbH
Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (m/w/d) (Master/Uni-Diplom) Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)
Bergisch Gladbach Zum Job 
wpd infrastruktur GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Projektleiter Bau (m/w/d) wpd infrastruktur GmbH
Universität zu Köln-Firmenlogo
Bauingenieur*in oder Architekt*in (w/m/d) mit Vertiefung im Baubetrieb bzw. Projektmanagement Universität zu Köln
wpd infrastruktur GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Elektroingenieur (m/w/d) für nationale Wind- und Solarenergieprojekte wpd infrastruktur GmbH
wpd construction GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Projektleiter Elektrotechnik (m/w/d) wpd construction GmbH
Bietigheim-Bissingen Zum Job 
Universität zu Köln-Firmenlogo
Ingenieur*in (w/m/d) für Energiemanagement, Nachhaltigkeit und technische Gebäudeentwicklung Universität zu Köln
Boyd Weiler GmbH & Co. KG-Firmenlogo
CAD-Konstrukteur (m/w/d) Boyd Weiler GmbH & Co. KG
Weiler-Simmerberg Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleiter (m/w/d) Allbau Managementgesellschaft mbH
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur* im Anforderungsmanagement DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
WipflerPLAN Planungsgesellschaft-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d) WipflerPLAN Planungsgesellschaft
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz Zum Job 
VINCORION Advanced Systems GmbH-Firmenlogo
Information Security Manager (all genders) VINCORION Advanced Systems GmbH
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professur "Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)" Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences
Düsseldorf Zum Job 

Schweißen mit Fülldraht statt Stabelektrode erleichtert Arbeit unter Wasser

Eine wichtige Voraussetzung für den autonomen Schweißprozess ist ein zuverlässig automatisierbares Schweißverfahren. Die bisher dafür verwendeten Stabelektroden sind ungeeignet. Sie müssen nach wenigen Zentimetern Schweißnaht ausgewechselt werden. Besser ist ein kontinuierlich zuführbarer Schweißdraht. Der wird nun durch ein Fülldraht-Schweißverfahren realisiert.

Entwickelt wurde das Verfahren in dem Projekt vom Institut für Material- und Prozesstechnik der TH Köln gemeinsam mit der AMT GmbH. Die Fachleute nennen das Verfahren „underwater flux-cored arc welding“ – oder kurz UW-FCAW. Der ununterbrochene Materialfluss bildet dabei die Grundlage für stabile, kontrollierte und reproduzierbare Nähte.

Roboterarm arbeitet auch in großer Wassertiefe

Ein am DFKI entwickelter modularer Unterwassermanipulator führt das Schweißgerät. Der Roboterarm ist laut dem Entwicklungsteam bis zu einer Tiefe von 6000 m einsetzbar. Er verfügt dabei über eine Reichweite von 2 m.

Zum Roboter schreibt das DFKI: „Er ist an unterschiedliche Einsatzszenarien flexibel anpassbar. Durch eine Kombination aus dezentraler Gelenkregelung und übergeordneter Bewegungsplanung führt der Manipulator die Schweißarbeiten präzise und wiederholgenau durch.“

KI-gestützte Bildverarbeitung bestimmt die Schweißbahn

Das dritte wichtige Element des Schweißsystems ist die KI-gestützte Bestimmung der Schweißbahn. Dafür entwickelte das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD ein spezielles Stereo-Kamerasystem. Das liefert nach Angabe der Forschenden hochauflösende Unterwasseraufnahmen direkt am Schweißbrenner. Das war auch wichtig, um Bilder für das Training des KI-Modells zu gewinnen.

Das Labor für Autonome Systeme der TH Köln hat damit die KI-Modelle entwickelt und trainiert. Das System erkennt damit Schweißstöße sowie deren Start- und Endpunkte autonom. Die KI berechnet anschließend die optimale Bewegung des Roboters.

Praxisnaher Test des Schweißroboters im Wasserbecken

Final wurden alle Teiltechnologien zusammengeführt und im Unterwasser-Testbecken des DFKI in Bremen praxisnah erprobt. Christian Koch, Projektleiter am DFKI Robotics Innovation Center, dazu: „Wir konnten erfolgreich zeigen, dass das automatisierte Fülldrahtschweißen unter Wasser realisierbar ist. Damit haben wir die Grundlage für eine weltweit neuartige Technologie geschaffen, die großes Potenzial für die maritime Wirtschaft und den Industriestandort Deutschland birgt.“

Nach dem Abschluss des MARIOW-Projektes hat sich das Konsortium bereits die nächsten Ziele gesetzt. In kommenden Vorhaben sollen die Ergebnisse weiter verbessert werden. Neben der Verbesserung der Qualität der Schweißnaht steht laut DFKI dann vor allem der Praxiseinsatz im Hafenbecken auf dem Programm.

Damit werden weitere Anpassungen nötig. Der Einfluss von Salzwasser, Strömung und Wellengang sollen dabei berücksichtigt werden. Außerdem steigt durch den höheren Druck in der Tiefe gegenüber dem Testbecken die Anforderung an Komponenten. Es geht um Maßnahmen der Dichtigkeit. Darüber hinaus soll ein Lasersystem am Roboter integriert werden.  Damit soll die Schlacke entfernt werden, die während des Schweißens entsteht.

Ein Beitrag von:

  • Martin Ciupek

    Martin Ciupek ist Ingenieur und Technikjournalist mit den Schwerpunkten Maschinenbau, Robotik und Automatisierungstechnik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.